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12.10.2009

Streit um Wald endet vor Gericht

Augsburg/Jettingen-Scheppach Das Mindeltal hat eine besondere Bedeutung. Nicht nur für Vogelarten wie Silberreiher oder Rotmilane, sondern auch für Grundstücksbesitzer. Während der eine auf zwei seiner dort befindlichen Flächen Wald pflanzen wollte, hätten die Vögel den Platz gern weiterhin für sich beansprucht. Das zumindest glaubten Vertreter des Landratsamtes Günzburg, der Regierung von Schwaben und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Darum verweigerten sie dem Grundstücksbesitzer die Aufforstung. Der Fall landete jetzt beim Augsburger Verwaltungsgericht.

Dort saßen die Vertreter der Behörden denen des Grundstücksbesitzers gegenüber. Würde die erste Aufforstung der knapp drei Hektar großen Fläche den Vogeldurchzug gefährden? Diese Frage galt es zu klären. Das Problem im Mindeltal beschrieben die Behördenvertreter als "Flaschenhalssituation". Soll heißen: Würde der Grundstücksbesitzer Wald in das ohnehin schmale Tal ragen lassen, bliebe nur noch ein enger Durchlass für geschützte Vogelarten. Im Gerichtssaal war von etwa 700 Metern die Rede.

Wer nun denkt, dass Vögel doch einfach über die Bäume fliegen könnten, hat nicht bedacht, dass es Wiesenbrüter gibt, die sich gern am Boden aufhalten. Den Vertretern der Behörden zufolge sei zu befürchten, dass die Tiere den Wald als Barriere wahrnehmen. Ohnehin wurde der Aufforstung auf drei Grundstücken schon zugestimmt, nur eben bei zwei Flächen blieb sie dem Grundstücksbesitzer versagt.

Dessen Anwalt erklärte den ablehnenden Bescheid für nichtig und hielt der Gegenseite Formfehler beim Entscheidungsverfahren vor. Pläne, die das Gebiet im Mindeltal schützen, gebe es nicht und es sei ein tiefer Einschnitt in das Recht des Grundstückbesitzers, ihm die Aufforstung zu verwehren. So etwas geschehe nur in Ausnahmefällen.

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Genau den haben die Naturschutzbehörden hier aber gesehen. So prallten die Interessen im Gerichtssaal aufeinander. Immer wieder versammelten sich die Prozessbeteiligten vor Landschaftskarten, um zu diskutieren. Kein leichtes Unterfangen. In letzter Minute wäre dann beinahe auch noch der Vergleich gekippt.

Nur teilweise darf jetzt Wald auf die Fläche. Der ragt somit weniger in Richtung Talmitte. Im Gegenzug räumten die Behördenvertreter ein, dass auch auf angrenzenden Flächen, die der Grundstücksbesitzer möglicherweise in Zukunft erwerben wird, Bäume gepflanzt werden dürfen. Das würde die Flaschenhalssituation nicht weiter verschärfen, da auch diese Flächen weniger in die Talsohle reichen.

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