1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Stresstest für das Zwischenlager

Kernkraftwerk Gundremmingen

13.02.2012

Stresstest für das Zwischenlager

Auch das Zwischenlager Gundremmingen wird einem Stresstest unterzogen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Nicht nur Kernkraftwerke, auch die Zwischenlager werden einem Stresstest unterzogen. Ergebnisse sollen bis zum Ende des Jahres vorliegen. Überprüfung wurde bereits 2011 eingeleitet

Gundremmingen Als Konsequenz aus der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima werden alle deutschen Zwischenlager für Atommüll einem Stresstest unterzogen – betroffen ist auch das Zwischenlager in Gundremmingen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Überprüfung wurde bereits im vergangenen Jahr eingeleitet, bislang liegen aber noch keine Ergebnisse vor. Konkret geht es darum, ob die oberirdischen Lager, in denen verbrauchte Brennelemente bis zu einer Endlagerung aufbewahrt werden, sicher genug sind etwa gegen Flugzeugabstürze. Das Ergebnis der Überprüfung soll voraussichtlich Ende des Jahres vorliegen. Betroffen sind die zentralen Zwischenlager in Ahaus, Gorleben, Greifswald und Jülich sowie die Zwischenlager an den Atomkraftwerken Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Emsland, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser.

Unabhängig von dem Stresstest sollen wie berichtet alle Zwischenlager für hoch radioaktiven Atommüll mit meterhohen Mauern nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe besser zu sichern. Die atompolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Kotting-Uhl, forderte umfassende Tests. „Der Stresstest für die Atomkraftwerke war an vielen Punkten lasch“, kritisierte sie.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Eine Antwort vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Bayerischen Umweltministerium hat jetzt auch der Dillinger Landrat Leo Schrell erhalten. Der FW-Politiker hatte sich ebenso wie der Günzburger Landrat Hubert Hafner wegen der geplanten Mauer am Zwischenlager an die Behörden gewandt. Die beiden Landräte wollten wissen, warum zusätzliche Schutzwände am Atommüll-Lager notwendig werden. Außerdem erkundigte sich Hafner, weshalb die Mauer nicht ringsherum gezogen werde und das Dach freibleibe.

Für Schrell fiel die Antwort unbefriedigend aus. Er habe keine neuen Erkenntnisse zu den näheren Hintergründen der Errichtung einer Mauer um das Zwischenlager beim Kernkraftwerk Gundremmmingen gewonnen, heißt es in der Pressemitteilung. Zwischenlager, so die Antwort des BfS, verfügen als Anlage gemäß dem Atomgesetz über ein umfassendes Sicherungs- und Schutzkonzept, das regelmäßig überprüft werde: „Als Ergebnis dieser Überprüfung werden die Sicherungsmaßnahmen der Zwischenlager derzeit optimiert, weil die Nachrüstung nach neuen technischen Erkenntnissen erforderlich wurde.“

Auf Details der Mauer, die Schutz vor terroristischen Angriffen bieten soll, wollte die Behörde mit dem Hinweis auf den Geheimschutz ebenballs nicht eingehen. Hafner hatte dieselbe Antwort von den Behörden und dem Betreiber, der Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, bekommen. (dpa, eff, bv)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren