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Günzburg

09.05.2015

Zu viele Raser - in Günzburg wird künftig häufiger geblitzt

Günzburg steigt in die Kommunale Geschwindigkeitsüberwachung ein: Ab dem 1. Juli wird auch der fließende Verkehr überwacht.
Bild: Patrick Seeger/dpa

Über Raser und Rowdys ärgern sich viele Günzburger. Nun reagiert die Stadt darauf und lässt ab dem 1. Juli in Günzburg regelmäßig blitzen. Das kommt auf Autofahrer zu.

Rasende Autos, quietschende Reifen und rücksichtsloses Fahrverhalten ärgern viele Günzburger. Das haben auch die Reaktionen auf der Facebook-Seite der Günzburger Zeitung zum Thema Verkehrslärm in der Stadt gezeigt. Die Stadt Günzburg hat vor wenigen Tagen den Beschluss des Günzburger Stadtrates, dem Gemeinsamen Kommunalunternehmen Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte beizutreten, durch ein einstimmiges Votum des Kommunalunternehmens auf Aufnahme der Großen Kreisstadt vollzogen. Im Sommer werden die ersten Blitzer scharf gestellt.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sieht sich schon lange mit dem Ärger über Temposünder konfrontiert. „In den vergangenen Jahren gab es kaum eine Bürgerversammlung, in der nicht über zu schnell fahrende Kraftfahrzeuge in Wohngebieten, vor Schulen und Kindergärten berichtet wurde.“

Auch auf unserer Facebook-Seite haben Nutzer gleich eine ganze Reihe von Straßen benannt, in denen ihrer Meinung nach immer wieder gerast wird: „Sobald es dunkel wird, wird die Ulmer Straße fast täglich zur Rennstrecke. Dabei sind immer die gleichen Autos zu beobachten. Ich kann nicht verstehen, warum hier nichts gemacht wird“, heißt es dort beispielsweise.

Eltern sind wegen der Raser besorgt

In den vergangenen Monaten hatte die Kommune schon versucht, auf die Verkehrsteilnehmer einzuwirken. Sichtbare Tempomessgeräte, die den Autofahrer auf die eigene Geschwindigkeit hinweisen, wurden an mehreren Stellen angebracht. Das habe durchaus zu spürbaren Erfolgen geführt, berichtet der Oberbürgermeister. Gleichwohl gehe es darum, auch außerhalb dieser Bereiche die Verkehrssicherheit zwischen den Verkehrsteilnehmern zu verbessern.

Auf Anregung von Elternbeiräten, Schulen und Anwohnern seien in den vergangenen Jahren zahlreiche Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet ausgewiesen worden. Die Einhaltung der Geschwindigkeit in verkehrsberuhigten Bereichen oder den Dreißiger-Zonen durch die Polizei zu überwachen, scheiterte oftmals an den fehlenden personellen Kapazitäten der Ordnungshüter. Die Stadt selbst hatte hierzu weder rechtliche noch materielle Möglichkeiten, um Missachtungen zu verfolgen.

Stadt will auf die Blitzer hinweisen

Um jedoch auf Dauer wirksamer gegen Raser vorgehen zu können, hat sich die Stadt Günzburg einem kommunalen Verbund angeschlossen. Gezielt soll ab Anfang Juli der fließende Verkehr in Günzburg begleitet werden. Dabei, so Jauernig, gehe es dem Stadtrat und der Stadtverwaltung nicht darum, Einnahmen zu generieren.

Ähnlich wie beim jüngsten Blitzmarathon des Innenministeriums wolle man deshalb bewusst auch auf Messstellen hinweisen. Das Einhalten von Vorschriften und bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen habe im Interesse schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kindern und Senioren jedoch eine hohe Priorität und Bedeutung.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr befasste sich bereits im November vergangenen Jahres mit dem Beitritt in das Kommunalunternehmen, dem bereits mehrere Städte und Gemeinden des Landkreises Günzburg angehören. Nun hat der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens in seiner Sitzung am 23. April die Aufnahme der Stadt Günzburg beschlossen.

Über das Kommunalunternehmen werden im Wechsel verschiedene Messstellen und Straßen im Stadtgebiet zu unterschiedlichen Tageszeiten überwacht. Die Verkehrsüberwachung des fließenden Verkehres mit Radar wird zum 1. Juli 2015 starten. „Wir erhoffen uns zum Schutz der kleinen und älteren Verkehrsteilnehmer einen deutlichen Rückgang der innerstädtischen Geschwindigkeitsverstöße sowie eine Reduzierung der Lärmwerte in Wohngebieten“, fasst Oberbürgermeister Gerhard Jauernig zusammen. rjk , zg

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