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Interview

18.05.2018

Familienbeistand in der Abstiegsnot

Autenrieds Trainer Gökhan Öztürk fand im Kampf um den Klassenerhalt bei Fatih Caglar und seinem Bruder Mustafa (von links) wertvolle Unterstützung.
Bild: A. Thoma

Autenrieds Trainer Gökhan Öztürk erklärt, wie sein Team trotz aussichtsloser Lage den Klassenerhalt in der Kreisklasse geschafft hat. Unter anderem dank eines „Nothelfers“ aus der Verwandtschaft

Die Eintracht Autenried hatte zur Winterpause gerade mal drei Punkte auf dem Konto und bereits acht Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. War das für Sie der Anlass, möglichst schnell zu handeln?

Mir war klar, dass wir mindestens zwei gute Neuzugänge brauchen, um da hinten rauszukommen.

Und wie sind Sie da gerade auf Ihren 36-jährigen Bruder Mustafa gekommen?

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Er war ja zu diesem Zeitpunkt vereinslos und sofort spielberechtigt. Dazu kam bekanntlich noch Fatih Caglar, der von Türki-yemspor Krumbach dankenswerterweise die Freigabe erhalten hat.

Und der Bruder war gleich Feuer und Flamme bei Ihrem Hilferuf?

Nicht nur mein Bruder. Auch Fatih hat sich spontan bereit erklärt, uns zu helfen.

Wenn es in der neuen Saison wieder so zäh anläuft in der Kreisklasse, dann wissen Sie ja, wo sie sich hinwenden müssen, oder?

Ich hoffe, dass wir nächste Saison schneller in die Gänge kommen. Wenn nicht, dann hoffe ich, dass mein Bruder wieder eine Option ist, auch wenn er sich jetzt lieber dem Tischtennis widmet.

Wie viel Prozent Anteil am Klassenerhalt schreiben Sie den beiden „Nothelfern“ zu?

Das kann man nicht in Zahlen ausdrücken. Sie haben jedenfalls dafür gesorgt, dass ein Ruck durch die Mannschaft ging und neuer Schwung einkehrt. Dass Fatih Caglar in neun Spielen noch acht Tore erzielte, tat ein Übriges dazu. Aber man muss ganz klar sagen, die ganze Mannschaft hat sich den Klassenerhalt verdient. Denn sie hat trotz der scheinbar aussichtslosen Lage zur Winterpause voll mitgezogen und Charakter gezeigt. Ein gutes Beispiel hierfür ist Stefan Pfeiffer. Obwohl er seit der Rückrunde seine Arbeitsstelle in Zürich hat, hat er sich am Wochenende in den Zug gesetzt und war bei fast jedem Spiel dabei.

Haben Sie zur Winterpause noch an den Klassenerhalt geglaubt?

Zumindest der Relegationsplatz, auf den wir ja nur fünf Punkte Rückstand hatten, war mein Ziel. Dass wir dann nach der Winterpause 24 Punkte holen und uns vorzeitig in Sicherheit bringen konnten, das hatte ich nicht zu hoffen gewagt.

Fatih Caglar und Bruder Mustafa ziehen sich nach dem letzten Spiel am Samstag zu Hause gegen den TSV Ziemetshausen II wieder zurück. Wer wird Sie in der neuen Saison ersetzen?

Da kann ich noch keine Namen nennen. Der Verein bemüht sich jedenfalls intensiv um Verstärkungen.

Und der Trainer wird der Alte sein?

Ich habe bereits in der Winterpause verlängert. Dass dies zu einem Zeitpunkt geschah, wo die Lage alles andere als rosig war, zeugt vom großen Vertrauen des Vereins in meine Person.

Sie sind jetzt 43 Jahre alt, haben aber in dieser Saison 21 Spiele gemacht. Wird man Sie in Zukunft nur auf der Bank sehen oder greifen Sie weiterhin aktiv als Spieler ins Geschehen ein?

Ich werde nur noch spielen, wenn Not am Mann ist. Irgendwann muss ja auch für mich mal Schluss sein.

Interview: Alois Thoma

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