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Illertissen

12.01.2016

„8 Frauen“ – und jede steht unter Mordverdacht

Auf der Suche nach dem Mörder von links Susanne (Eva Schneider), Louise (Daniela Dirr) und Nesthäkchen Catherine (Katharina Tiefenbach),
Bild: R. Langhans

Zum Wintertheater greift die Schwabenbühne einen Kriminalfall auf. Bald steht in der Illertisser Schranne die Premiere vor der Tür.

Die bevorstehende Premiere von „8 Frauen“ (Robert Thomas 1927-1989) der Schwabenbühne verspricht Spannung. Zum diesjährigen Wintertheater betritt sie ein wenig Neuland, ebenso Regisseur Markus Bartl, indem sie eine Kriminalkomödie auf die Bühne bringen. Ein Blick in die Hauptprobe macht neugierig auf ein Frauenstück, in dessen Verlauf sich die Darstellerinnen ankeifen und gegenseitig des Mordes verdächtigen. Termin ist Freitag um 20 Uhr in der historischen Schranne in Illertissen.

Vor Beginn der Hauptprobe vor erstmals aufgebautem Bühnenbild erteilt Regisseur Bartl den Mimen „Benimm-Regeln“: „Für den Auftritt nicht zum Bühneneingang rennen sondern normal gehen.“ Das heißt, also bereits hinter den durchscheinenden Kulissenvorhängen als Schauspieler aufzutreten. Denn die den Raum an den drei Seiten eingrenzenden Gardinen sind Teil des Bühnenbildes, verweisen schemenhaft auf das, was im Hintergrund spielt, ohne es wirklich preiszugeben. Das „verräterische“ Kulisse ist wie stets bei Markus Bartl tragender Teil seiner Regie und eine Idee des befreundeten Ausstatters Philipp Kiefer, der aus Zeitgründen diesmal nicht dabei ist. Zur Inszenierung der französischen Kriminalkomödie sagt Regisseur Bartl: „Es war für mich wie für die Schauspieler etwas Neues und spannend zu entdecken, wie sich das Stück von Probe zu Probe mehr zum Krimi entwickelte. Die Art und Weise, wie die acht Frauen die Textinhalte umsetzten, aufeinander losgingen und sich gegenseitig beschuldigten, zeige ihm eine bitterböse Geschichte und bezeuge rabenschwarzem Humor.

Letzterer mache die Kriminalkomödie aus, indem auf der Bühne selbst der Suche nach dem Mörder komische Seiten abgewonnen werden. Dabei ist die vom Autor geschaffene Situation, seine Protagonisten abgeschnitten von der übrigen Welt am einsamen Ort miteinander agieren zu lassen, psychologisch interessant. Robert Thomas’ Konstellation erinnert an das Drama „Geschlossene Gesellschaft“ des französischen Philosophen Jean Paul Sartre, wobei die Dialoge der Eingeschlossenen in die Tiefen menschlicher Abgründe blicken lassen. Bei Robert Thomas nimmt die Entwicklung eine komödiantische Wendung. Für die Mimen der Schwabenbühne beinhaltet die geforderte nahezu ständige Bühnenpräsenz hohe Konzentration. Doch die Rollen sind von erfahrenen Darstellern besetzt: Angefangen bei der Oma „Mamy“ (Franziska Lange), die trotz Gebrechlichkeit hinterlistig ihre Interessen vertritt, bis zu Nesthäkchen Catherine (Katharina Tiefenbach) und ihrer Taktik, Familienmitglieder gnadenlos gegeneinander auszuspielen. Dazwischen erwartet das Publikum jede Menge Boshaftigkeit und Rangelei.

Dass sich die Schwabenbühne erstmals für ein reines Frauenstück entschieden hat, findet der Regisseur gut: „Im Theater überwiegen die Männerollen, sodass beim Besetzen viele Frauen leer ausgehen, diesmal brauche ich mir darüber kein Gewissen zu machen.“

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