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Trockenlegung

20.05.2015

Auf alte Fundamente gestoßen

Sperrputz und Drainage aus Lehm und Kies gegen Feuchtigkeit.
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Sperrputz und Drainage aus Lehm und Kies gegen Feuchtigkeit.

Beim Aufgraben entlang der feuchten Nord- und Westseite der Martinskirche in Illertissen finden sich Mauerreste. Ob sie zur Vorgängerkirche gehören, bleibt ein Rätsel

Entlang der Nord-Westecke der Pfarrkirche St. Martin in Illertissen wird eine Drainage gezogen, um die immer wieder auftretende Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen. Damit das freigelegte Mauerwerk oberhalb des Geländes besser austrocknen kann, bleibt es über den Zeitraum von einem halben bis ganzen Jahr offen. Erst dann wird der Außenputz erneuert.

Die Arbeit war nötig geworden, so Kirchenpfleger Manfred Nießner, weil die Feuchtigkeit aus den Fundamenten im Mauerwerk aufsteigen konnte und den Putz zerstörte. Daher wurde die Fassade bis in eine Höhe von etwa 1,20 Meter abgeschlagen und ein Graben von etwa einem Meter um den Turm sowie die angrenzende Westseite der Kirche gezogen. Dabei stießen Gerald Bachler und seine Kollegen vom Bau auf Fundamente entlang der Nordseite – mit Unterbrechung unterhalb des von innen wie außen sichtbar verschlossenen Bogens. Der Bereich darunter war anstelle von Grundmauern mit Bauschutt aufgefüllt. Auf der anderen Seite, beim westlichen Kirchenschiff, fanden sie Knochen und Schädel, Überbleibsel vom ehemaligen Friedhof, der 1923 aufgelöst worden war.

Wenn der auf das späte 14. Jahrhundert datierte Kirchturm erzählen könnte, ließen sich für manche Ungereimtheiten Erklärungen finden – Schriftliches aus dieser Zeit liege jedenfalls nichts vor, bedauert der Kunstfreund und Maler Albert Vogt. Somit bleibt es bei Spekulationen. Ob die Fundamente mit der Vorgängerkirche zusammenhängen, zumal der Mauerbogen gewiss ein Eingang war, ist offen. Vielleicht lag das Niveau der Gebäude einmal tiefer, wie Kirchenpfleger Nießner vermutet.

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Der heutige Kirchenbau stammt von 1590, die ebenfalls nördlich des Turms befindliche Gruftkapelle der Vöhlin wurde 1547 als Anbau an die Vorgängerkirche errichtet, die kleiner gewesen sein dürfte. Zu den Geheimnissen, die der Turm birgt, gehört eine im ersten Stock ins zwei Meter dicke Mauerwerk eingelassene Treppe, die heute zugemauert ist. Sie befindet sich ebenfalls an der Nordseite des Turms und führt nach draußen. Vogt vermutet auch, dass der Turm wegen seiner dicken Mauern als Rückzugsmöglichkeit bei Gefahr gedient haben könnte. Er weiß, dass das Kreuzgewölbe im heutigen Eingang ursprünglich geschlossen und nur über eine kleine Öffnung ins obere Stockwerk zu gelangen war. Vogt: „Man konnte in die oberen Stockwerke über Leitern einsteigen und diese dann hochziehen.“ Es sieht allerdings nicht so aus, als könnten die Geheimnisse so einfach gelüftet werden.

Der Zerstörung des Mauerwerks jedenfalls wurde fürs Erste durch eine fachgerechte „Sockelausbildung auf mineralischer Abdichtung“, wie die Experten sagen, entgegengewirkt. Eine Drainage mit Lehmbett und Kies verhindert, dass Regenwasser aus tiefer liegenden Schichten aufgenommen und ins obere Mauerwerk transportiert werden kann. Bezuschusst wird die Maßnahme von der Bischöflichen Finanzkammer.

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