1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Auf dem Illertisser Festplatz sind Kamele künftig tabu

Illertissen

30.11.2019

Auf dem Illertisser Festplatz sind Kamele künftig tabu

Auf dem Festplatz in Illertissen werden künftig keine Zirkusse mit Wildtieren geduldet.
Bild: Melanie Lippl (Symbol)

Auf dem Festplatz in Illertissen werden künftig keine Zirkusse mit Wildtieren geduldet. Auch das Ende von Musikveranstaltungen ist geregelt.

Wenn der Zirkus in die Stadt kommt, dann sollte er tunlichst keine Wildtiere in seinen rollenden Käfigen dabei haben. Ansonsten darf er auf dem Illertisser Festplatz sein Zelt nicht mehr aufschlagen. Der Stadtrat hat nun eine Benutzungsordnung für das Gelände verabschiedet, in der eben auch geregelt ist: Es gilt ein klares Wildtierverbot.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Immer mehr Städte wollen Zirkusse mit Wildtieren nicht mehr dulden. Ein entsprechendes Verbot hat beispielsweise die städtische Ulmer Messegesellschaft erlassen, allerdings auch eine juristische Niederlage kassiert: Der Circus Krone erwirkte im September beim Verwaltungsgericht Sigmaringen einen Beschluss, der die Stadt verpflichtet, dem Zirkus die Friedrichsau für sein Gastspiel mit Wildtieren zur Verfügung zu stellen. Dagegen wehrt sich dei Stadtverwaltung, weil sie der Meinung ist: „Wir stellen die Spielregeln auf.“

Auch Illertissen hat mit der neuen Benutzungsordnung für den Festplatz eigene Spielregeln erlassen. Die legt neben einigen anderen Dingen fest, dass Zirkusse nicht mit Wildtieren auf dem Gelände gastieren dürfen. Dieser Passus geht auf einen Antrag der Fraktion von ÖDP/AB/Grüne zurück.

Auf dem Illertisser Festplatz sind Kamele künftig tabu

Benutzungsordnung legt Ende von Musikveranstaltungen am Illertisser Festplatz fest

Das sei eine „richtige Entscheidung“, findet der CSU-Fraktionsvorsitzende Ewald Ott, „denn wir müssen den Tierschutz voranbringen.“ Allerdings gilt die Beschränkung nur für das kommunale Gelände, wie Bürgermeister Jürgen Eisen erläuterte. Wenn ein Landwirt eine Wiese verpachte, dann sei das eine privatrechtliche Angelegenheit. Der Dritte Bürgermeister Wolfgang Ostermann (SPD) findet zwar, dass in seiner Kindheit eigentlich zu einem klassischen Zirkus auch wilde Tiere gehörten, doch heutzutage sehe er das anders, vor allem bei „kleinen Zirkussen, die mit zwei halblebigen Kamelen und einem zahnlosen Tiger durch die Lande ziehen. Das passt nicht mehr in unserer Zeit.“

Ohnehin ist die Zahl der Bewerber überschaubar. Wie Tanja Schmidt, Sachgebietsleiterin des Bereichs Steuern, Gebühren und Liegenschaften, sagte, gebe es drei bis vier entsprechende Anfragen pro Jahr, „wir lassen aber nur maximal zwei zu“. Es seien eher kleine Betriebe, die nach Illertissen wollen, denn der Festplatz sei nicht groß genug. Für 2020 gib es keine Anmeldungen.

In der einstimmig abgesegneten Benutzungsordnung ist auch festgelegt, dass Musikveranstaltungen um 22 Uhr ein Ende haben müssen, das gilt auch für den Ausschank. Dieser Passus dient nach den Worten von Tanja Schmid dem Lärmschutz. Aber es seien auch Ausnahmen möglich.

Was sich momentan am Illertisser Weiher tut, lesen Sie hier: Jede Menge Schlamm: Was am Weiher in Illertissen passiert

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren