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Boos

27.11.2017

Bauerntochter, Mutter, Reisende: 105-Jährige erzählt aus ihrem Leben

Franziska Schmid bekam zum 105. Geburtstag Besuch.
Bild: Siebenrok-Safangy

Franziska Schmid aus Boos hat ihren 105. Geburtstag gefeiert - und einiges erlebt.

Franziska Schmid ist eine Frau, die viel erlebt hat. „Was soll ich jammern?“, fragt sie ihre Gäste. Es ist ihr 105. Geburtstag, Franziska Schmid feiert daheim bei ihrem Sohn im Unterallgäu, Vize-Landrat Stephan Winter und der Booser Bürgermeister Helmut Erben sind gekommen.

Wenn die 105-Jährige über ihre Vergangenheit spricht, wirkt sie dennoch traurig und wütend. Im Jahr 1937 heiratete die Bauerntochter aus Haldenwang ( Oberallgäu) ihren Mann, doch bereits 1945 verlor sie ihn im Krieg. Als Alleinerziehende mit drei Kindern musste sie hart arbeiten und sparen. Deswegen versuchte sie später anderen jungen Müttern zu helfen, indem sie an die acht Pflegkinder nach und nach bei sich aufnahm.

Schmid kann Geschichten erzählen. Nicht nur davon, wie es war, all die Kinder groß zu ziehen, sondern auch von ihren Reisen nach Amerika und Kanada, wo zwei Töchter leben. Sie hat diese etliche Male besucht. „Das erste Mal bin ich mit der Hanseatic nach Amerika gefahren. Die Schiffsreise dauerte neun Tage von Cuxhaven aus“, erinnert sie sich. Dort seien die Leute nett und freundlich gewesen, deshalb war sie 15-mal in Florida. Die letzte Auslandsreise trat die Unterallgäuerin mit 90 Jahren an. Die siebenfache Oma, 13-fache Uroma und vierfache Ururoma freut sich immer wieder auf den Geburtstag mit der Familie. Denn dann kehrt sie an ihren Geburtsort Haldenwang zurück. „Da kommen meine Töchter aus Übersee und ich kann mit ihnen ein paar Wochen in Haldenwang verbringen.“ Spontan versprach Bürgermeister Erben, den 106. Ehrentag von Schmid an ihrem Geburtsort mitzufeiern.

Zur Abwechslung verbringt die sympathische Frau drei Tage in der Woche im Seniorenzentrum in Babenhausen. „Sie singen, machen Spielchen und Gymnastikübungen. Das brauch ich alles nicht mehr. Das habe ich früher mit meinen drei Kindern oft genug gemacht“, erzählt sie und nimmt dann die Glückwünsche des stellvertretenden Landrats entgegen: „Sie sind die älteste Jubilarin, die ich bisher besucht habe. Ich wünsche Ihnen alles Gute.“

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