Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Bei der Wasserversorgung sind noch viele Fragen offen

Gemeinderat

01.04.2015

Bei der Wasserversorgung sind noch viele Fragen offen

Fachmann stellt verschiedene Möglichkeiten für ein zweites Standbein für Kettershausen vor

Die Gemeinde Kettershausen benötigt ein zweites Standbein für die Wasserversorgung, da die wasserrechtliche Genehmigung für den einzigen Tiefbrunnen ausgelaufen ist. Außerdem gibt es die Auflage, diesen zu regenerieren. Im Oktober 2014 hat Ingenieur Dieter Hirche vom Sachverständigenbüro Wasserwirtschaft Hirche aus Wiggensbach vom Gemeinderat den Auftrag bekommen, ein Gutachten über die Möglichkeiten der gemeindlichen Wasserversorgung zu erstellen. Bei der jüngsten Sitzung stellte Hirche nun seine Untersuchungsergebnisse vor. Folgende drei Möglichkeiten kommen demzufolge in Betracht:

Erschließung der Quellgebiete Bebenhausen. Im südwestlichen Hügelbereich könnten die Quellen mit drei Brunnenstuben und Quellsammelschacht saniert werden. Über eine Pumpstation müsste dann das Quellwasser zum Tiefbrunnenschacht beziehungsweise Hochbehälter zugeleitet werden. Laut Hirches Untersuchungen ist das Quellwasser „kalkaggressiv“ (zu viel freie Kohlensäure). Ab einem Mischungsverhältnis von 35 Prozent Quellwasser und 65 Prozent Tiefenbrunnenwasser müsste das Quellwasser aufbereitet werden. Die Quellen seien als Hauptversorger für den täglichen Trinkwasserbedarf (mittlerer Tagesbedarf liegt in Ketterhausen bei 380 Kubik) technisch geeignet, kurzzeitig – etwa für die Dauer der Regenerierung des Tiefbrunnens – auch ohne Aufbereitung. Laut einem von Hirche eingeholten Pauschalangebot (mit Rodung und Wegebau) entstehen hier Kosten in Höhe von 613000 Euro. Zukünftige Jahresbetriebskosten veranschlagte er mit 12400 Euro. Bei der Quellsanierung müsste ein wasserrechtliches Verfahren zu Grundwasserentnahme und Wasserschutzgebiets-Verfahren eingeleitet werden.

Fremdes Wasser aus dem Versorgungsnetz Babenhausen beziehen mit Anschluss an die bestehende Druckerhöhungsstadion Unterschönegg. Hier kann laut Hirsche problemlos mit dem Tiefbrunnenwasser gemischt werden. Die Kosten für die Baumaßnahmen beziffert er auf 145000 Euro, die Jahresbetriebskosten auf 87300 Euro. Eine sehr hohe Versorgungssicherheit sei in diesem Fall gegeben. Allerdings sei eine Verbundleitung auch eine politische Entscheidung, der Verhandlungen vorausgehen sollten. Das Risiko sieht Hirche in dem Umstand, dass Kettershausen dann als Wasser-Mitnutzer auch etwaige zukünftige Sanierungs- oder Baumaßnahmen in Babenhausen mitzutragen habe.

ein Ersatztiefbrunnen. Der Bau eines neuen Tiefbrunnens neben dem jetzigen kostet laut bereits bestehendem Angebot 476000 Euro. Die Jahresbetriebskosten würden sich auf 16600 Euro belaufen. Laut Hirche wäre ein zweiter Tiefbrunnen aber kein echtes zweites Standbein, da keine vermehrte Förderung von Tiefenwasser genehmigt wird. Aus dem jetzigen Tiefbrunnen dürfen jährlich bis zu 160000 Kubik Wasser entnommen werden. Der Jahresverbrauch im Jahr 2013 lag bei 132000 Kubik. Wie bei der Quellsanierung stehen beim Ersatztiefbrunnen ein wasserrechtliches Verfahren zur Grundwasserentnahme sowie ein Wasserschutzgebietsverfahren an.

Die Möglichkeit drei wurde vom Fachmann offiziell nicht empfohlen. Ein Ersatztiefbrunnen bietet laut Hirche wenige Entwicklungschancen nach oben, was die Wasserförderung anbelangt. Er räumte auch ein, dass es „keine absolut beste Lösung“ gebe. Zu beachten sei ebenso, dass die Quellsanierung gegenüber einem Tiefbrunnen gar nicht so viel teurer komme. Auf Nachfrage teilte der Experte auch seine persönliche Meinung mit: Er würde in Sachen Wasserversorgung eigenständig bleiben und keine Verbundlösung eingehen.

Zur Entscheidungsfindung und als Abstimmungsgrundlage will die Gemeinde nun die Quellsanierung ausschreiben. Hirche empfahl zudem, mit Babenhausen zwecks einer Verbundleitung Kontakt aufzunehmen, um die Konditionen zu verhandeln.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren