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Babenhausen

08.11.2019

Der Babenhauser Bauhof muss umziehen

Die Zufahrt zu schmal, das Gebäude zu alt: Der Babenhauser Bauhof hat auf dem Gelände an der Frundsbergstraße wohl keine Zukunft.
Bild: Sabrina Schatz

Aus Sicht des Marktrats hat die Einrichtung auf dem Gelände an der Frundsbergstraße keine Zukunft. Wo sich besonderes Gefahrenpotenzial verbirgt.

Jeder Euro, der in den derzeitigen Babenhauser Bauhof gesteckt würde, sei zu schade: Diese oder eine ganz ähnliche Formulierung haben gleich mehrere Markträte in der vergangenen Sitzung verwendet. Es ging um die Zukunft der Einrichtung, die sich seit vielen Jahren an der Frundsbergstraße und damit mitten in der Marktgemeinde befindet. Eine Zukunft habe der Bauhof an diesem Standort nicht, da war sich das Gremium einig. Und so sprach sich auch niemand dafür aus, das bestehende Gebäude zu sanieren. Stattdessen soll der Bauhof umziehen.

Die Einrichtung sei in die Jahre gekommen, das sehe man auf den ersten Blick, hieß es. „Die Tore sind fertig, das Dach ist fertig, es gibt keinen Sozialraum“, zählte Bürgermeister Otto Göppel (CSU) nur drei Beispiele auf. Dass Handlungsbedarf besteht, ist der Kommune wohl nicht erst seit einer Prüfung der Kommunalen Unfallversicherung Bayern (KUVB) bewusst. Diese überwacht, ob Maßnahmen getroffen sind, um Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Außerdem berät die KUVB ihre Unternehmen und Versicherten.

Gebäude weist mehrere Mängel auf

Kürzlich fand eine Begehung statt – und mehrere Mängel wurden festgestellt. Das Fazit: „Das Gebäude an der Frundsbergstraße, in dem der Bauhof untergebracht ist, entspricht nicht mehr den Anforderungen, die mittlerweile durch die Arbeitsstättenverordnung notwendig sind“, berichtete Göppel in der Sitzung. Zudem hinterließen Alter und Verschleiß ihre Spuren; das Gebäude sei „nicht mehr großartig gepflegt“ worden.

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Zur Debatte stand deshalb, ob die Kommune den jetzigen Bauhof auf Vordermann bringen oder nach einer Alternative suchen soll. Göppels Standpunkt war deutlich: „Eine Auslagerung ist aus meiner Sicht notwendig.“ Auch der Bauausschuss sei der einhelligen Meinung, dass es keinen Sinn ergebe, in den jetzigen Bauhof zu investieren.

Nicht nur der Zustand der Einrichtung ist aus Sicht der Räte nicht mehr zeitgemäß, auch dessen Lage mitten in der Marktgemeinde stelle einen Nachteil dar. Die Zufahrt zum Areal, die über die Frundsbergstraße und einen schmalen Weg führt, ist eng, zumal große Bauhoffahrzeuge mit Frontanbauten dort verkehren müssen. Die Anfahrt sei auch dann problematisch, wenn Material wie Streusalz geliefert wird.

Gefahrenstelle Bauhof: Es ist zu viel Verkehr an der Einrichtung

Ein weiteres Manko sieht die Verwaltung im „Personenverkehr“, der an manchen Tagen auf dem Gelände zu beobachten sei. Dazu muss man wissen: Die Arbeiterwohlfahrt nutzt das Areal für ihre Lebensmittelhilfe und Kleiderkammer. An Abholtagen sind laut Göppel sowohl Fußgänger als auch Autofahrer auf dem Gelände unterwegs – und Kinder, die teilweise unbeaufsichtigt seien. Obwohl die Mitarbeiter des Baufhofs vorsichtig seien – dieses Gefahrenpotenzial sei nicht zu unterschätzen.

Die Frage, die sich den Markträten und der Verwaltung nun stellt: Wohin mit dem Bauhof? „Es ist nicht einfach, einen passenden Platz zu finden“, sagte Göppel. Fraktionskollege Martin Gleich schlug Standorte vor, die denkbar wären und welche die Verwaltung prüfen könnte – darunter eine Fläche, auf der ein leer stehendes Gebäude in Privatbesitz stehe. Johannes Nägele (Freie Wähler) erinnerte daran, dass vor wenigen Jahren bereits über das Thema Auslagerung gesprochen wurde. Die Verwaltung hätte aus seiner Sicht bereits mögliche Standorte vorlegen sollen, auch ohne vorherigen Ratsbeschluss.

Die derzeitige Lage des Bauhofs könnte sich in Zukunft von einem Nachteil in einen Vorteil umkehren: Denn zieht die Einrichtung um, könnte das zentrumsnahe Gelände mit einer Größe von rund 4300 Quadratmetern verkauft und die Einnahmen für einen Bauhofneubau genutzt werden.

Der Marktrat beschloss letztlich, die Verwaltung mit der Suche eines neuen Standorts und mit einer Kosteneinschätzung zu beauftragen. Armin Schröter (Freie Wähler) stimmte dagegen, weil das KUVB-Gutachten nicht vorgelegt wurde.

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