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29.12.2009

Der Fuchs lebt ganz gut mit der Gans zusammen

Roggenburg "Fuchs du hast die Gans gestohlen", heißt eines der bekanntesten deutschen Kinderlieder. Es prägt seit ewigen Zeiten das Bild des schlauen Meisters Reinecke und es vermittelt wie so viele Geschichten und Märchen ein einseitiges Bild des Fuchses. Der viel besungene Gänsedieb wohnt manches Mal sogar mit einer Gans zusammen. Es ist kein Märchen, dass die Brandgans als Höhlenbrüterin hie und da als Untermieterin in einen Fuchsbau einzieht, wo sie mit dem heimisch-roten Pelztier während der Zeit der Aufzucht zusammenwohnt.

Noch bis Ende April 2010 ist im Walderlebniszentrum des Klosters Roggenburg eine Ausstellung zu sehen, die Meister Reinecke ins richtige Licht setzt. Eine präparierte Fuchsfamilie kann dort im naturgetreu nachgebildeten Lebensraum hautnah beobachtet werden, ein Kurzfilm informiert über das Aussehen, den Fuchsbau, den Lebensraum, über die Nahrung und über die Feinde des Fuchses. Da dessen Hauptnahrung und Lieblingsspeise aus Mäusen besteht, können kleine und große Besucher in einem "Mäuseschnappspiel" testen, ob sie auf der Mäusejagd genau so geschickt sind wie das Pelztier. Die Jäger bezeichnen den Fuchs nicht von ungefähr als "schlauen Hund", denn laut Fachbeschreibung gehört er zur Familie der "Hundeartigen". Von der Schnauze bis zur Schwanzspitze misst der Rotfuchs etwa 1,10 Meter. Sein buschiger Schwanz, auch "Lunte" genannt, wird von seinem Weibchen, der "Fähe", zum Wärmen und Warnen der Kinder benutzt. Die Fuchsschwänze werden im Bau als kuschelige Decken benutzt und dienen im Winter als Muff für die Pfoten, wenn sich die Familie vor dem Bau sonnt.

Zwischen drei und fünf Jungen bringt die Fähe im Wohnzimmer des Baues, dem "Kessel", zur Welt. In zehn Monaten sind sie ausgewachsen, wiegen bis zu zwanzig Pfund und können trotzdem durch nur acht Zentimeter große Löcher kriechen. Füchse werden bis 15 Jahre alt und können bis zu zwei Meter hoch und fünf Meter weit springen. Ihr Geruchssinn ist 400-mal stärker als der des Menschen. Kein Wunder also, dass sie Hund und Jäger schon aus der Ferne wittern. Ihre Hauptnahrung besteht aus den schon erwähnten Mäusen, die sie mit einem Sprung fangen und mit den Pfoten festhalten.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung fängt der Fuchs selten Vögel oder Tiere bis zu Rehkitzgröße. Wie sein Stammvater, der Hund, bellt er manches Mal oder äußert sich mit einem hundsmäßigen Jauler. Er ist leider auch ein Überträger sehr gefährlicher Krankheiten und wird deshalb streng bejagt. Auch an seine Hundeverwandtschaft kann er die Räude übertragen. Trotzdem bezeichnet ihn die Wissenschaft als "Geniestreich der Evolution", in welchem sich Schönheit, Schläue, ein unbändiger Überlebenswille und einzigartige Anpassungsfähigkeit vereinen. Nur wenige wissen, dass der intelligente Meister Reinecke und seine Fähe auch sorgenvolle und zärtliche Eltern, verspielte Schelme und in der Natur unersetzliche Gesundheitspolizisten sind.

Infos unter Telefon (07300) 9611-541. E-Mail: walderlebniszentrum@kloster-roggenburg.de

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