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Illertissen

22.07.2019

Die „Illerbombe“ ist jetzt ein Heimatschatz

Gertrud Ziesel zeigt Illertissen auf der Karte der Heimatschätze.
Bild: Langhans

Ein Buch zählt 100 besondere Museumsobjekte in bayerischen Orten auf. Illertissen ist dabei.

Es ist die Ballnähmaschine, auf der in der einstigen Sportartikelfabrik Kriener die „Illerbombe“ gefertigt wurde, die Touristen ins Museum Illertissen „Geschichten und Geschichte im Schloss“ führen wird – soweit sich diese an der Landkarte für „100 Heimatschätze“ orientieren. Diese wurde zum gleichnamigen Buch angefertigt. Dessen Untertitel „Verborgene Einblicke in bayerische Museen“ macht durchaus neugierig.

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Buch und Karte, welche die nicht staatlichen Museen mit ihren prämierten Kleinodien enthalten, hat der Freistaat Bayern kürzlich herausgegeben. Sie liegen im Illertisser Museum im Vöhlinschloss zur Ansicht aus. Interessenten können die Publikationen im Internet bestellen. Herausgeber ist jeweils das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat.

Das Buch umfasst 240 Seiten, auf denen die 100 Schätze ausführlich beschrieben und farbig abgebildet sind. Es ist ein spannend zu lesender Kunstband entstanden, dessen beschriebene Objekte Lust machen, sie an Ort und Stelle anzusehen. Und auch, dabei etwas tiefer in die Historie des Ortes einzusteigen oder mehr über seine Menschen zu erfahren. Die Karte zeigt kleine Fotos der Heimatschätze und nennt ihre zugehörigen Orte.

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Dass Geschichtsfreunde die Heimatschätze Illertissens nun auf diese Weise kennenlernen können, haben sie zwei engagierten Museumsmitarbeitern des örtlichen Heimatvereins zu verdanken: Gertrud Ziesel und Martin Mehrens.

Ziesel erinnert sich, wie der Aufruf des Staatsministeriums zur Beteiligung das Vorstandsgremium des Heimatvereins gerade da erreichte, als alle mit dem Einrichten des neuen Museums beschäftigt waren. „Ich gehörte einem der Arbeitskreise an und hatte von den vielen Exponaten sofort die Ballnähmaschine der Firma Kriener vor Augen.“ Alle vom Heimatverein seien hoch motiviert gewesen in der Absicht, einen besonderen Ausstellungsort zu schaffen. Auf sie habe die Ausschreibung wie das i-Tüpfelchen ihrer Arbeit gewirkt, so Ziesel. Der Vorstand habe zugestimmt, sodass sie sich mit Martin Mehrens, einem gelernten Restaurator, um das Objekt „Illerbombe“ beziehungsweise „Ballherstellung“ kümmerte, um an dem Wettbewerb teilnehmen zu können: Es galt, Vorgaben einzuhalten wie etwa die dauerhafte Ausstellung im künftigen Museum, Fotos anzufertigen oder Texte zu verfassen. Dabei hatte Ziesel von Anfang an ein gutes Gefühl.

Wie berichtet, hat sich das Illertisser Museum als eines von 300 an der Ausschreibung beteiligt, wobei insgesamt 600 Objekte eingereicht wurden. Ziesel und Mertens hatten aus den vielen Schätzen des Illertisser Museums nur ein Objekt im Sinn: „Wir waren uns sicher, es kann nur die Ballnähmaschine sein“, so Ziesel. Sie behielten recht.

Am 13. Juli 2018 wurden sie zur Prämierung in die Residenz nach München geladen, wo die 100 Heimatschätze bekannt gegeben wurden, darunter die „Illerbombe“. Unter diesem Stichwort wird im Inhaltsverzeichnis des Buches auf das entsprechende Kapitel verwiesen.

So war die nach langwieriger Renovierung gelungene Neueröffnung des Museums Illertissen „Geschichten und Geschichte im Schloss“ im April vergangenen Jahres von einer Preisverleihung begleitet. Zur Auszeichnung gab es zudem einen Geldpreis von 1000 Euro. Der Betrag floss in die Museumsarbeit ein.

Mit der Umgestaltung des Museums ging dieses am 20. April 2018 in die Trägerschaft der Stadt Illertissen über. Somit freut sich auch Susanne Schewetzky vom Kulturamt, dass Illertissen auf der Karte der 100 Heimatschätze zu finden ist: „Ich bin für den Heimatverein und die Stadt stolz darauf, ausgezeichnet worden zu sein.“

Info: Buch und Karte gibt es kostenlos im Publikationsshop der Staatsregierung als Einzelexemplar, soweit der Vorrat reicht: www.bestellen.bayern.de.

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