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Illertissen

09.12.2018

Die „Krone“ in Illertissen erlebt ein kleines Comeback

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Wirtin Gabi Schmidt (links) hatte alle Hände voll zu tun<b>.</b>
Bild: Regina Langhans

Die Traditionsgaststätte in Illertissen hat am Wochenende wieder ihre Türen geöffnet – und viele Gäste sind an den drei Abenden gekommen. Was sie sich wünschen.

In den Illertisser Gasthof Krone ist am Wochenende – als Ergänzung zum Weihnachtsmarkt – wieder Leben eingekehrt. Das kurze Comeback zog Besucher an, wie es die im Sommer geschlossene Traditionsgaststätte zuletzt wohl nicht mehr erlebt hatte. Drei Abende lang drängten sich Gäste im Speisesaal und in der Bar, sodass „Spontan-Wirtin“ Gabi Schmidt aus Regglisweiler alle Hände voll zu tun hatte.

Die Stimmung sei „bombig“, war von etlichen Besuchern, meist mittleren Alters, zu hören. Aber auch, dass die spontan gebotene Gastronomie an einem Ort, wo sich seit eh und je Jung und Alt getroffen hätten, besonderen Charme verströme. So ein Lokal fehle der Stadt; wo jeder hingehen könne, um etwas zu trinken und sich zu unterhalten, sagte ein gebürtiger Illertisser.

Während in den Sitzecken in lockerer Stammtischmanier debattiert wurde, herrschte an der Bar ein reges Kommen und Gehen. Auch, um im Innenhof „eine rauchen zu können“ und dann wieder ins Warme zurückzukehren. Gast Anne Gössler, die mit weiteren Illertissern am Tisch der Debattierer Platz genommen hatte, sagte: „Mein Mann und ich haben kein Problem, uns in ein Lokal mit jungen Menschen setzen, aber hier in der Krone mit einem gemischten Publikum, das hat schon wirklich etwas.“

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Frische Brenzen für die Gäste

Die Stimmung war offenbar derart gut, dass Rolf und Jörg Semler auf eine Ideen kamen – und zu vorgerückter Stunde aus ihrer gegenüberliegenden Backstube eine Ladung frischer Brezen holten. „Als dann jemand sagte, jetzt fehlten ihm nur noch die Schokonussecken, bin ich nochmals los und habe davon ebenfalls ein Blech voll gebracht.“

Die Illertisser „Krone“ hat am Wochenende ein kleines Comeback erlebt.
Bild: Regina Langhans

Auch bezüglich der Musik waren die Veranstalter nicht auf so viel Publikum eingestellt, sodass Albert Vogt, Sohn der Besitzerfamilie Vogt, noch eine bessere technische Ausrüstung von Zuhause holte. Seine Mutter Christina Vogt, die für die Dekoration gesorgt hatte, sagte: „Etwas aufwendig war nur, die Konzession für den vorübergehenden Betrieb zu bekommen.“ Das gesamte Inventar sei ja noch vorhanden. „Wir mussten einfach nur aufmachen“, sagte sie und ergänzte, dass es eigentlich am Koch oder Wirt mangele. Als Hauseigentümern sei ihnen daran gelegen, Leben in das historische Gebäude zu bringen, wobei sie sich einen Ort für soziale Kontakte und Gespräche vorstelle. „Vielleicht ist das die neue Idee, ein Treffpunkt für wirklich alle Bürger“, sagte sie und erinnerte damit an vergangene Zeiten, als die Krone nicht nur ein Speiselokal war.

Inwieweit die „Dreitages-Wirtin“ Gabi Schmidt dafür zur Verfügung stehe? Das wisse sie selbst noch nicht, so Schmidt. Eine wichtige Erfahrung habe sie allerdings gemacht: „Auf den Besuch etlicher Gäste war ich gefasst, dass sie aber derart herbeiströmen, ist eine schöne Überraschung.“ Und vielleicht ein gutes Zeichen für die Krone.

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