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Babenhausen

27.11.2018

Er prägte die Babenhauser Feuerwehr

Der „Kapo“, wie seine ehemaligen Kameraden Josef Barnsteiner nennen, ist auch heute noch beinahe jede Woche im Gerätehaus der Feuerwehr anzutreffen. Wenn Not am Mann ist, hilft er sogar beim Funk- und Telefondienst aus.
Bild: Fritz Settele

Seit fast 60 Jahren ist Josef Barnsteiner Feuerwehrmann. Auf seine Initiative hin wandelte sie sich enorm. Dafür erhält er nun die Bürgermedaille.

Der 1. Januar 1960 ist für die Babenhauser Feuerwehr ein einschneidendes Datum. Denn damals trat Josef Barnsteiner der Wehr bei. Mit seiner Person sollte sich einiges im Feuerwehrwesen des Fuggermarktes ändern. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhält er im Januar die Bürgermedaille des Marktes Babenhausen.

In seiner Zeit als Feuerwehrmann absolvierte Barnsteiner zahlreiche Lehrgänge und Leistungsprüfungen, ehe er 1972 das Kommandantenamt, das er fast zwanzig Jahre lang mit Engagement ausfüllte, übernahm. Doch auch überörtlich wurde man auf das Organisationstalent Barnsteiners aufmerksam. 1978 wurde er Kreisbrandmeister. Zehn Jahre später legte er dieses Amt nieder und wurde Kreisbrandinspektor. Bis 1996 hatte er diesen Posten inne.

Aus Altersgründen musste er damals aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Trotzdem ist er bis heute noch Mitglied im Feuerwehrverein, den er knapp 28 Jahre lang als Vorsitzender führte. So arbeitete er nicht nur die aktuelle Satzung aus, sondern organisierte insgesamt 50 Feuerwehrausflüge.

1982 war er an der Einführung der stillen Alarmierung beteiligt

Auch heute noch trifft man den fast 82-Jährigen beinahe wöchentlich im Feuerwehrgerätehaus. Wenn Not am Mann ist, übernimmt er dort werktags bei größeren Einsätzen sogar den Funk- und Telefondienst für seine Feuerwehrkameraden.

In seine Regie fiel auch der Aufbau zu einer modernen Stützpunktfeuerwehr. Zudem stellte er die Weichen für den Umzug der Feuerwehr vom Rathaus über den Bauhof und das Molkeareal zum modernen Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofstraße. Doch auch der Maschinenpark vergrößerte sich Fahrzeug für Fahrzeug. So wurde der Fuhrpark vergrößert, modernisiert und beispielsweise um eine Drehleiter ergänzt.

Doch damit nicht genug. Der „Kapo“, wie Barnsteiner in Feuerwehrkreisen noch immer genannt wird, führte die Funkalarmierung ein. 1982 folgte darauf die sogenannte stille Alarmierung, bei der die freiwilligen Feuerwehrleute Piepser bei sich tragen, über die im Einsatzfall Alarm gegeben wird. So kann auf die Sirene verzichtet werden.

Auch der gestiegenen technischen Hilfeleistungen trug er Rechnung, beispielsweise mit der Anschaffung einer Rettungsschere. Solche Beschaffungsmaßnahmen waren nicht immer leicht durchzusetzen – gegenüber der Stadt musste Barnsteiner immer wieder hartnäckig bleiben.

Und wenn im Landkreis Unterallgäu ein „Versuchskaninchen“, so Barnsteiner, gesucht wurde, fiel oftmals die Wahl auf Babenhausen. So fand dort die erste Katastrophenübung statt, ebenso wie die Austragung des schwäbischen Jugendleistungswettbewerbs mit über 100 beteiligten Gruppen im Jahr 1992.

Nicht nur in der Feuerwehr war er aktiv

Sowohl Bürgermeister Otto Göppel, als auch der Kreisbrandinspektor Jakob Schlögel betonen übereinstimmend, dass sich Barnsteiner um das Feuerwehrwesen im Fuggermarkt äußerst verdient gemacht habe. Zudem habe dieser, so Schlögel, „immer zukunftsorientiert geplant und gehandelt“.

Neben seinem ausgiebigen Engagement in der Feuerwehr war Barnsteiner aber auch in anderen Vereinen in Babenhausen aktiv. So gehörte er vor über 50 Jahren zu den Gründungsmitgliedern des Automobilclubs und war über viele Jahre hinweg Mitglied des Vorstands. Weiter engagierte er sich im Hasenverein, ist Fördermitglied im Musikverein und seit mehr als 50 Jahren auch Mitglied im TSV. Zahlreiche Ehrungen hat er bereits erhalten. Die Auszeichnung zum Ehrenkommandanten wiegt für ihn dabei wohl am Schwersten.

Seit der Gebietsreform anfangs der 1970er-Jahre hat er auch seine Liebe zur Kommunalpolitik entdeckt und sich für einen Wechsel vom Landkreis Illertissen zum Unterallgäu stark gemacht. Sein Interesse zeigt sich jedoch auch in Besuchen der Marktratssitzungen und Bürgerversammlungen. Dort ist er bei so gut wie jeder anwesend.

Die Bürgermedaille: Die Bürgermedaille des Marktes Babenhausen wird während des Neujahrsempfangs an Josef Barnsteiner, Susanne Huber und Christl Möst überreicht. Unsere Redaktion stellt die Ausgezeichneten in loser Abfolge vor.

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