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Unterallgäu/Neu-Ulm

15.09.2020

Erzieherinnen im Unterallgäu müssen keine Maske mehr tragen

Die Maskenpflicht für die Beschäftigten in den Kitas im Unterallgäu ist wieder aufgehoben.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Das Landratsamt Unterallgäu hat die Maskenpflicht für Beschäftigte in den Kitas schon wieder aufgehoben. Auch der Kreis Neu-Ulm überschreitet jetzt den Warnwert.

Beschäftigte in den Unterallgäuer Kindertagesstätten müssen keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Das hat das Landratsamt am Dienstagnachmittag mitgeteilt. Die am Montag ausgerufenen Maßnahmen für die Kitas seien teilweise aufgehoben. Die Behörde empfiehlt jedoch weiterhin eindringlich, dort, wo dies organisatorisch möglich ist, feste Gruppen zu bilden. Dies gelte für Kindertageseinrichtungen und Schulen gleichermaßen, und zwar in allen Bereichen, also auch bei Teamsitzungen und Elternabenden. Unterdessen meldet auch der Landkreis Neu-Ulm eine Überschreitung des Warnwerts.

Frühwarnwert überschritten: Stufe 2 der Corona-Maßnahmen angeordnet

Weil der Landkreis Unterallgäu den Corona-Frühwarnwert von 35 Neuinfektionen in sieben Tagen bezogen auf 100 000 Einwohner am Wochenende überschritten hatte, hatte das Gesundheitsamt am Landratsamt zunächst sicherheitshalber Stufe zwei des sogenannten Rahmenhygieneplans des Bayerischen Sozialministeriums angeordnet. Dies entspricht Warnstufe gelb wie bei einem Ampelsystem und löst automatisch Maßnahmen aus wie eine Mundschutzpflicht für Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen. „Inzwischen haben wir die Situation nochmals genauer betrachtet“, sagt Landrat Alex Eder. Dies habe zu einer neuen Bewertung geführt. Das Ausbruchsgeschehen sei klar lokal eingrenzbar, insbesondere auf eine Senioreneinrichtung im westlichen Landkreis. „Wir nehmen die Auslösung der Stufe zwei daher vorerst zurück“, so Eder laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Das Gesundheitsamt behalte das Geschehen jedoch genau im Auge. Sollte es erforderlich sein, wolle man individuell und bedarfsangepasst reagieren – unabhängig vom Erreichen eines rein rechnerischen Werts.

Landrat rät zur Vorsicht auch im privaten Bereich

Das Landratsamt empfiehlt jedem Bürger, auch im privaten Bereich Vorsicht walten zu lassen. „Halten Sie wenn möglich Abstand zu Ihren Mitmenschen und meiden Sie Menschenansammlungen“, sagt Eder. Denn auch größere private Feiern seien ein Auslöser für die gestiegenen Zahlen im Landkreis.

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Derzeit sind nach Landratsamts-Angaben im Unterallgäu 54 Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt wurden seit Mitte März 407 Unterallgäuer positiv getestet. 16 von ihnen sind leider verstorben, 337 gelten als genesen. Ein besonderes Augenmerk liegt derzeit auf einer Senioreneinrichtung im westlichen Landkreis. Hier hat sich inzwischen herausgestellt, dass sich 14 Bewohner und sieben Mitarbeiter mit dem Virus infiziert haben.

Zudem ist derzeit die Kindertageseinrichtung „Hand in Hand“ in Babenhausen geschlossen, weil eine Mitarbeiterin positiv auf das Virus getestet worden war. Bei der ersten Testreihe hätten sich hier keine Ansteckungen ergeben, dennoch müssen zwölf Kinder und elf Mitarbeiter weiter in Quarantäne bleiben. In der Mittelschule in Bad Wörishofen sind derzeit eine Schulklasse, eine Lehrkraft und eine Mitarbeiterin in Quarantäne, weil eine Schülerin positiv getestet worden war. Die ersten Tests ergaben keine Folgefälle, aber auch hier bleiben die Kontaktpersonen weiterhin isoliert.

Landkreis Neu-Ulm überschreitet den Corona-Frühwarnwert

Eine Schulklasse in Neu-Ulm, eine weitere in Elchingen, einige einzelne Lehrkräfte sowie eine Kita-Gruppe in Neu-Ulm befinden sich als Coronavirus-Kontaktpersonen in Quarantäne. Zudem hat der Kreis Neu-Ulm am Dienstag knapp den bayerischen Frühwarnwert überschritten. So liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis aktuell bei 37 pro 100 000 Einwohnern, wie das Landratsamt bekannt gibt. Als Frühwarnwert gelten 35 Fälle pro 100 000 Einwohner.

Nach Angaben einer Behördensprecherin gibt es dennoch keinen Grund zur Beunruhigung, einschränkende Maßnahmen seien nicht geplant. Der Öffentliche Gesundheitsdienst beobachte das Infektionsgeschehen aufmerksam und ermittle Kontaktpersonen, um Infektionsketten zu unterbrechen. Hotspots oder größere Cluster gebe es bisher nicht, die Neuinfektionen gingen vor allem auf Reiserückkehrer und Folgeinfektionen sowie auf private Feiern zurück. Des Weiteren gebe es aktuell keine Meldung zu Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheimen. Auch im Bereich der Schulen und Kindergärten sei im Moment kein übermäßiges Infektionsgeschehen zu beobachten.

Ob doch noch strengere Maßnahmen eingeführt werden, hängt vom Verlauf des Infektionsgeschehens sowie der Sieben-Tage-Inzidenz ab. Das Landratsamt steht mit den übergeordneten Behörden sowie dem Schulamt in Kontakt. Für Schüler ab Klasse fünf könnte mit Beginn der kommenden Woche eine dauerhafte Maskenpflicht am Sitzplatz eingeführt werden. (Lesen Sie dazu auch: Corona-Warnwert bald erreicht: Schülern und Lehrern droht dauerhafte Maskenpflicht) Die entsprechende Entscheidung fällt in den nächsten Tagen. Aktuell sind im Landkreis Neu-Ulm 62 Personen mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion gemeldet. (az/rjk)

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