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20.05.2015

Fischer, Schütze und Schafkopfer

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Für Norbert Frank ist Umweltschutz kein Lippenbekenntnis. Dabei liegt ihm das Wohlergehen der Iller besonders am Herzen.
Bild: Ursula Katharina Balken

Norbert Frank setzt sich als Vorsitzender der Vöhringer Fischereigemeinschaft engagiert für den Umweltschutz ein

Das Bekenntnis ist klar formuliert: „Vogelschützer, Fischer und Jäger sind allesamt Umweltschützer und sollten mehr miteinander reden und nicht übereinander reden.“ Ein Satz, der Norbert Frank bei einer großen Veranstaltung viel Beifall einbrachte. Angeln ist gut und recht, aber als Fischer müsse man sich der Verantwortung der Natur gegenüber bewusst sein. Das ist das Credo des Vorsitzenden der Vöhringer Fischereigemeinschaft. Das ist auch einer der Gründe, warum der Bellenberger mit Begeisterung die Aktion „Fischer machen Schule“ unterstützt: „Rechtzeitig das Bewusstsein für Natur und Umwelt bei Kindern und Jugendlichen schärfen.“

Norbert Frank, 67, war jahrelang in den Reihen der Schützen ein Begriff. Er war Gauschützenmeister und baute das Vereinsheim in Bellenberg. Und wie ist er dann an das Amt des Vorsitzenden der Vöhringer Fischereigemeinschaft gekommen? Da geht ein breites Lächeln über sein Gesicht. „Eigentlich ist es beim Schafkopfen passiert.“

Frank ist ein leidenschaftlicher Kartler. Und wenn irgend möglich, hängt er an eine Vereinsveranstaltung immer noch ein Schafkopfturnier an.

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Um Vereinsvorsitzender zu werden, klettert man im Vorstand eigentlich langsam die Leiter nach oben. Was aber tun, wenn sich niemand für das höchste Amt in einer Vereinsgemeinschaft zur Verfügung stellt? So sah die Situation 1991 aus. Die Fischergemeinschaft Vöhringen hatte keinen Vorsitzenden, und niemand wollte sich aus den eigenen Reihen dazu bereit erklären.

Frank erinnert sich an eine Schafkopfrunde. Da kam jemand auf den Gedanken und meinte, „der Norbert hat doch reichlich Erfahrung mit der Führung eines Vereins. Wenn er den Schützen vorstand, wieso nicht auch den Fischern?“ Frank ist ein bescheidener Mensch, aber wenn man von ihm etwas verlangt, was der Gemeinschaft guttut, ziert er sich nicht lange. „Und so kam ich durch das Schafkopfen aus dem Stand zum Vorsitz der Vöhringer Fischereigemeinschaft“, sagt er und lacht.

Als Kind hatte er schon fasziniert Anglern zugeschaut. Aber seinen Fischerschein, den man nur erlangt, wenn man eine entsprechende Ausbildung mit Lehrgängen und Prüfung absolviert, machte er erst mit 30 Jahren. Er war sozusagen ein Späteinsteiger. „Dass ich mich allerdings so schnell in die Materie einfand, verdanke ich meinem Ziehvater Anton Holl.“ Damals gab es noch lange Wartelisten, bis man den Erlaubnisschein erhielt, um einen Fisch aus dem Wasser zu ziehen. „Fünf Jahre hat es bei mir gedauert.“

Die Fischereigemeinschaft hat einen bemerkenswerten Aufschwung genommen. Vor allem sind zahlreiche Jungfischer dabei, was wiederum dem Engagement von Patrick Kastler zu danken ist, was Frank ausdrücklich betont. Der Verein verfügt auch über eine Reihe von Fischgewässern, die immer wieder angepachtet werden müssen. Frank zählt auf: der Vöhringer See, Eigentümer ist die Stadt; ein Drittel des Waldsees hat der Verein gekauft, die übrigen zwei Drittel fallen in die Obhut des Wasserwirtschaftsamtes. Die Grüne Lunge (Stadt) und 5,5 Kilometer der Iller (gehört dem Staat) dürfen vom Verein befischt werden, ebenso der Mühlbach (Stadt und Staat) und der Wieland-Kanal, für den ebenfalls der Staat zuständig ist. Der Birkach-Weiher (Stadt) ist der Fischerjugend vorbehalten, ebenso der Landgraben, aus dem zwar keine Fische geangelt werden, aber die Jugend betreut das Gewässer mit Sorgfalt.

Was ihm ganz besonders am Herzen liegt, ist der Fluss Iller, „der zu 90 Prozent schon für Wasserkraft durch die Ausleitung der Kanäle genutzt wird, und das Restwassser braucht die Iller dringend“, sagt Frank.

Deshalb ist sein Standpunkt zu neuen Kleinkraftwerken ein striktes Nein. „Man soll die alten aufrüsten, aber keine neuen bauen.“ Der Eingriff in die Natur sei zu groß. Frank betont, „wir Fischer sind nicht gegen die Wasserkraft, aber bitte dort, wo es sinnvoll ist“.

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