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Illertissen

08.12.2018

Für diese kleinen Kerle geht es bald auf die große Bühne

Die Inszenierung des Märchens lebt vom Bühnenbild und den prächtigen, von den Schülern selbst gebastelten Puppen. Das Marionettenspiel ist schon Tradition am Kolleg der Schulbrüder in Illertissen.
Bild: Regina Langhans

Das Marionettentheater am Kolleg in Illertissen will mit „Peterchens und Annelieses Mondfahrt“ einen Klassiker aufführen. Ein Blick hinter die Kulissen.

Mit dem Märchenspiel „Peterchens und Annelieses Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz (Uraufführung 1912) bringen jugendliche Marionettenspieler im Kolleg der Schulbrüder demnächst einen Klassiker auf ihre kleine Bühne. Das Puppenspiel hat in der Schule eine jahrzehntelange Tradition. Und demnächst ist es wieder soweit: Am Samstag, 15. Dezember, feiern 15 Schüler Premiere mit dem Maikäfer, Herrn Sumsemann, der auf der Suche nach seinem gestohlenen sechsten Beinchen ist. Die eineinhalbstündige Vorstellung in der Puppenbühne des Kollegs will Jung und Alt ansprechen und beginnt daher nachmittags um 15 Uhr.

Die Vorbereitungen zum Stück laufen nun schon gut eineinhalb Jahre, nachdem durch einen Wechsel in der Spielleitung ein Jahr ausgesetzt wurde. Mit Anna Maria Orth, Lehrerin für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde, hat die Truppe eine begeisterte Nachfolgerin für den früheren Leiter Jürgen Lobermeier gefunden. Orth ist in Augsburg – Heimat der „Puppenkiste“ – aufgewachsen und kennt das Figurenspiel seit ihrer Kindheit. So habe sie nicht gezögert, bei der Kollegsbühne, mit Unterstützung ihrer Kollegen Katharina Essig und Daniela Döll, die Regie zu übernehmen, so Orth.

Puppenspieler aus vielen Klassen am Kolleg

Dennoch ist sie froh, dass ihrem Team mit Puppenspielern ab der sechsten Klasse aufwärts auch langjährige Schüler angehören. „Ich lerne von ihnen genauso, wie sie ihr Wissen an neue Spieler weitergeben“, sagt Orth. Denn abgesehen von ihrer festen Bühne entsteht in der dahinterliegenden Werkstatt für jede Inszenierung fast alles neu – wie im großen Theater auch. So baut ein echter Puppenspieler seine Figuren selbst. Florentina Hahn, die seit sieben Jahren die kleinen Kerlchen tanzen lässt, erklärt das Grundgerüst: Körper und Füße entstünden aus Holz, wogegen die feingliedrigen Hände aus Fimo-Masse geformt würden. Vorab werde auf einer Zeichnung das Aussehen festgelegt. Auf einer Wäscheleine aufgehängt, baumeln die Skizzen zur Übersicht wie eine lustige Parade quer durch die Werkstatt. Florentina Hahn sagt: „Es macht immer großen Spaß, die Fantasiegestalten zu entwerfen.“

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Moritz Kort, ebenfalls lange dabei, kümmert sich heuer um die Licht- und Tontechnik. Sein weiteres Hobby heißt „Robotik“ und er bringt Erfahrung von der Schwabenbühne Roth- und Illertal mit. Daher weiß er: „Die Abläufe beim Spiel müssen mit dem Ton übereinstimmen.“ Das bedeute, in den Gedanken nur nicht aus der Handlung auszusteigen. Denn beim Marionettentheater im Kolleg werden die Texte vorab von geeigneten Sprechern aufgenommen und bei den Vorführungen abgespielt. Die Sprechrollen übernehmen darin versierte Schüler und Lehrer.

Hauptsächlich die handwerkliche Seite, also das Sägen, Schleifen oder Hämmern beim Puppenbau, haben den 13-jährigen Luis Czyrka zum Mitmachen bewogen. „Ich habe zwei Puppen gebastelt, obwohl ich nur eine brauche“, sagt er. Und diese ist der Mondmann.

Termine: Samstag, 15., und Sonntag, 16. Dezember jeweils 15 Uhr. Kartenreservierung unter Telefon 07303/ 96030. Vorverkauf in der Pforte des Kollegs ab sofort. Pro Vorstellung gibt es 150 Plätze. Sie sind nicht nummeriert.

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