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Illertissen

03.11.2014

Gegen die Gefahr von rechts

Im Foyer der Berufsschule hören die Schüler interessiert zu, als Birgit Mair von den NSU-Opfern erzählt – einige der Berufsschüler sind Migranten und wirken noch betroffener.
Bild: Stefanie Graf

 Ausstellung in der Berufsschule zu den NSU-Verbrechen eröffnet

„Laufend gibt es solche Vorfälle und es ist uns nicht bewusst. Die Gefahr von rechts ist permanent da“, sagt Rektor Josef Petz bei seiner Begrüßung, um seinen Schülern noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, wie unmittelbar auch sie das Thema der NSU-Verbrechen betrifft.

Daher hat die 52. Station der Wanderausstellung zur Aufarbeitung der Verbrechen der NSU in Illertissen an der Berufsschule haltgemacht und wurde am gestrigen Montag eröffnet. Auf dem Ausstellungsplakat prangt ein aktuelles Kunstwerk aus Stahl mit dem Titel „Die Integrierten“ von Antonio Atzeni, das er 2012 in Nürnberg erstellt hat. Der Betrachter blickt auf einen Koffer, aus dem eine gebrochene Blume ragt. Für den Künstler ist das nach eigener Auskunft ein „Symbol für Rassismus“. Noch bis zum 14. November ist die Dokumentation der Projektleiterin Birgit Mair vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung aus Nürnberg in der Berufsschule zu sehen und für jedermann zugänglich.

Birgit Mair selbst hat mit den überlebenden Opfern der Sprengstoffanschläge gesprochen und ist berührt davon, wie „selbstbewusst und mutig sie sich äußern“. Den Berufsschülern erklärte sie im Rahmen eines kompakten Vortrages wichtige Details zu den Biografien der Opfer und den Schwierigkeiten bei den Ermittlungen. „Erst 2005 hat es ein Umdenken gegeben und die Beamten haben ihr Scheuklappen-Denkmuster überwunden“, betont sie und versucht damit auch, den Schülern nahezubringen, dass es wichtig ist, Zusammenhänge als Ganzes und in einem größeren Netzwerk eingepasst zu sehen. Nur so, meint sie, lässt sich ähnlichen Verbrechen vorbeugen.

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