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Illertissen

31.03.2017

Heimatmuseum ist in neuen Händen

Susanne Schewetzky und Ursula Winkler vor dem Schloss in Illertissen. Winkler wird bis Ende des Jahres für das Museum Illertissen arbeiten.

Die Illertisser Einrichtung hat eine Projektleiterin. Die Volkskundlerin Ursula Winkler soll bei der Fertigstellung des Konzepts helfen. Ein Pluspunkt dabei: Sie kennt die Region.

In Illertissen wurde jetzt eine Lücke geschlossen. Ende des Jahres verließ der Volkskundler Christoph Mayr die Stadt aus beruflichen Gründen früher als geplant. Mayr hatte den Heimatverein bei der Gestaltung des neuen Konzepts für das „Museum Illertissen – Geschichten und Geschichte im Schloss“ unterstützt. Und seit seines Weggangs klaffte ein Loch im Personalwesen des Museums.

Die Lösung ist nun gefunden und heißt Ursula Winkler. Die 54-jährige Volkskundlerin hat bereits 23 Jahre lang drei verschiedene Museen geleitet, unter anderem war sie zwölf Jahre lang die Leiterin des Museums der Stadt Kempten. „Von daher weiß ich, wie wichtig ein Museum für eine Stadt ist“, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Außerdem war Winkler im Bauernhausmuseum in Wolfegg und im schwäbischen Volkskunde Museum Oberschönenfeld tätig. Und sie kennt die Umgebung: „Ich komme aus der Region. Meine Mutter ist Württembergerin, mein Vater Bayer. Von daher kenne ich die Grenzsituation.“ Sie sehe darin einerseits kulturelle Vielfalt und andererseits Schwierigkeiten mit dieser Situation umzugehen. „Illertissen lebt mit dieser Lage“, sagt Winkler, die in Kempten im Allgäu lebt.

Diese Heimatkenntnis sei ein Pluspunkt für Winkler gewesen, erklärt Kulturamtsleiterin Susanne Schewetzky. „Uns war wichtig, dass wir schnell jemanden finden, um anfangen zu können. Frau Winkler hat mit ihrer regionalen Verbundenheit und ihrem Wissen überzeugt“, erklärt sie. Ihr Wissen sei immens, was schließlich der entscheidende Faktor gewesen sei.

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Es ist außerdem nicht das erste Mal, dass die „Neue“ im Museum mit der Vöhlinstadt zu tun hat. Winkler war bereits im Kuratorium der Stiftung für Gartenkultur.

Die 54-Jährige arbeitete vor ihrer Tätigkeit in Illertissen als Selbstständige, betreute eigene Projekte und konnte deshalb schnell in die vakante Stelle einsteigen. „Das war der Stadt wichtig und das ist mir wichtig“, sagt Winkler, die in Zukunft immer noch eigene Projekte leiten und zusätzlich halbstags in der Vöhlinstadt arbeiten wird. Ihre Aufgabe wird es nun sein, das bereits bestehende Konzept von Christoph Mayr (wir berichteten) zu Ende zu führen. Konkret heißt das erstmal, den Stand der Dinge mit der Stadt zu eruieren. Die Auswahl der Exponate sei bereits getroffen, so Winkler. „Es geht noch um das Feinkonzept und das Einfügen der Exponate in das Konzept.“

Die Sammlung des Heimatpflegevereins Illertissen sei reichhaltig und reiche sehr weit zurück. „Auch Biografien sind sehr spannend“, meint Winkler. Im Museum sollen neben der Geschichte der Stadt auch ganz alltägliche Dinge, wie eine hellblaue Unterhose, gezeigt werden. Auch Fotografien, Herrscherporträts und eine interaktive Station sind angedacht. Der Schwerpunkt des „Museums Illertissen – Geschichte und Geschichten im Schloss“ liegt laut Schewetzky jedoch – wie der Titel schon andeutet – auf den Schicksalen der Menschen. Unter anderem wird es Biografie-Stelen von interessanten Illertissern geben. Das alles funktioniere aber nur in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis, betont die Kulturamtsleiterin.

Genauso spielt die regionale Wirtschaft eine Rolle im Museum. „Es gibt hier viele Erfindungen“, sagt Winkler. Das berühmte Scharnier der Bierbänke stamme beispielsweise von der Firma Ruku.

Ganz besonders interessant findet Winkler den Ort des Museums. „Illertissen ist ein lebendiger Ort mit dem Juwel des Schlosses, das man schon kilometerweit sehen kann. Das ist wie eine andere Welt im Schloss“, erzählt die leidenschaftliche Radlerin. Die Voraussetzungen für das „Museum Illertissen“ seien dort hervorragend. „Es ist ein dreifach Effekt: es gibt das Schloss, das Bienenmuseum und das Heimatmuseum.“

Das Kulturamt möchte das neu gestaltete Museum Ende des Jahres eröffnen. Ursprünglich war dafür der Monat Juni angedacht.

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