Galaabend

25.11.2014

Im Bann der Trompete

Für den Jahresabschluss von „Kultur im Schloss“ bringt Gabor Boldoczki aus Ungarn in der Kollegskirche in Illertissen seine Trompete zum Strahlen. Begleitet wird er vom Franz-Liszt-Kammerorchester, dem bekanntesten Orchester in Budapest.
Bild: Regina Langhans

Gábor Boldoczki begeistert mit zauberhaft schönem Spiel, begleitet von Barockmusik mit dem Franz-Liszt-Orchester aus Budapest. Würdiger Abschluss der Schloss-Konzerte

Wer Gábor Boldoczki nicht gehört hat, kann sich kaum vorstellen, welches Klangspektrum in einem hohen Blechinstrument steckt. Mit dem virtuosen Spiel auf seinem Flügelhorn begeisterte der gefragte Solist und Professor im Fach Trompete in Budapest Sonntagabend in der fast ausverkauften Kollegskirche in Illertissen. Eingerahmt von lebendig intonierter Barockmusik des Franz-Liszt-Kammerorchesters aus Budapest klang das Jahr für „Kultur im Schloss“ mit magisch berührenden Trompetenweisen aus.

Mit Spannung durfte auch der Auftritt des seit 1963 bestehenden und bekannten ungarischen Ensembles erwartet werden. Es enttäuschte nicht im perfekten Zusammenspiel. Obgleich die 17 Musiker in ihren Einsätzen spontan wirkten und sich dabei ihre Passagen dynamisch zuspielten, bis ihre Musik wie von selbst gleich einer eleganten Welle ins Publikum überlief.

Den Auftakt gab zunächst glänzend zur Geltung gebrachte virtuose Violintechnik beim Concerto grosso in D-Dur von Arcangelo Corelli. Dann betrat Gábor Boldoczki zum B-Dur-Konzert für Trompete Streicher und Basso Continuo die Bühne. Schon die ersten Klänge überstrahlten den Raum, und die Faszination sollte den restlichen Abend nicht mehr weichen. Mit Boldoczki setzten die Violinen ein, dann das ganze Orchester. Im fein ziselierten Spiel des Ensembles fand die Trompete unaufdringlichen Widerhall. Desgleichen beim Konzert in D-Dur, wobei der Solist in Konzertmeister Péter Tfirst einen angemessenen Duett-Partner fand. In der Strahlkraft und Ausdrucksfähigkeit ihrer Tonfolgen schienen sie sich überholen zu wollen, bis beide in höchsten Höhen brillierten. Eindrucksvoll unterstützt wurde der authentische Klang durch das Cembalo. Nochmals quirlige, schmetternde oder sich in warme Tonmalereien ergießende Solotrompete gab es mit Giuseppe Torellis Konzert für Trompete, Streicher und Basso continuo in D-Dur. Ein wahres Hörvergnügen, wie sich Geiger und Trompete überaus melodisch ineinanderfließend in ihren Führungsrollen ablösten.

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Abwechslung im Klangbild bot reines Streichorchester mit Sätzen von Benedetto Marcello, Ottorino Respighi sowie der G-Dur-Sonate von Gioachino Rossini. Hier überließen die Bratscher den hohen und tiefen Violinen die Bühne, wobei Bence Daniel Hórváth am Kontrabass für optische wie musikalische Akzente in den Mittelpunkt rückte.

Unters Publikum hatten sich Experten hiesiger Blechmusik gemischt, und es gab warmherzigen, stehenden Applaus. Die Musiker revanchierten sich mit einem Telemann-Stück und einer Vivaldi-Arie.

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