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Bellenberg

12.12.2019

In der Lindenschule in Bellenberg hat der Baulärm ein Ende

Das neue Hauptportal im Norden ermöglicht den barrierefreien Zutritt in die Schule wie in die Turn- und Festhalle, die für viele öffentliche Veranstaltungen genützt wird.
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Das neue Hauptportal im Norden ermöglicht den barrierefreien Zutritt in die Schule wie in die Turn- und Festhalle, die für viele öffentliche Veranstaltungen genützt wird.

Das Gebäude in Bellenberg war marode. Knapp drei Jahre dauerte die Sanierung. Nun hat der Baulärm ein Ende. Am Wochenende wird die neue Lindenschule eingeweiht.

Das Gerüst ist weg, die Zufahrt frei – und somit endlich eine Großbaustelle mitten in Bellenberg abgeschlossen: Die Lindenschule mit derzeit 154 Grundschülern feiert kommendes Wochenende, 13. bis 15. Dezember, den gelungenen Abschluss ihrer zweieinhalb Jahre währenden Generalsanierung. Und zugleich den 65. Geburtstag des Schulgebäudes.

Das Programm beginnt Freitagvormittag mit einem Festakt für geladene Gäste, unter anderem Schulrat und Landrat. Dann übernehmen die Schüler die Regie und bringen gemeinsam ein Musical mit dem Titel „Als die Linde noch Wünsche erfüllte“ auf die Bühne. Die Aufführungstermine sind am Freitag um 18 Uhr sowie am Samstag um 16 Uhr. Am Sonntag können Bürger im Rahmen eines Tages der Offenen Schultür von 14 bis 17 Uhr die neuen Räumlichkeiten erkunden.

Auch in der Traube wurde schon unterrichtet

Ein Zufall, dass die Einweihung des generalsanierten Schulgebäudes mit seinem 65-jährigen Bestehen zusammenfällt. Da lohnt ein Blick in die Schulgeschichte Bellenbergs, wie die Rektorin Irene Schmid findet. Alten Aufzeichnungen ist zu entnehmen, dass bereits Ende des Dreißigjährigen Krieges um 1650 in einem Bauernhaus in Bellenberg Unterricht erteilt wurde. Dieser erfolgte in den Wintermonaten durch Soldaten, Handwerker oder Mesner. Später gab es eine einklassige Schule am Kirchberg und 1902 wurde ein Gebäude mit zwei Klassenzimmern für 100 Schüler an der heutigen Staatsstraße 2031 errichtet.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg schnellten um 1948 die Schülerzahlen in die Höhe, sodass vorübergehend im oberen Saal des Gasthauses „Zur Traube“ eine dritte Klasse eingerichtet wurde. Bald gab es Bedarf für eine vierte Klasse. Mangels Platz wurde dann im Schulhaus an der Staatsstraße vormittags und nachmittags unterrichtet, einmal die Klassen eins und zwei und dann die Klassen drei und vier. Bald hätten Gemeinderäte und Bürgermeister Leopold Vogt erkannt, dass eine neue Schule gebaut werden müsse, hat Irene Schmid recherchiert. Im Jahr 1954 wurde sie eingeweiht.

Barrierefrei: Zugunsten eines neuen behindertengerechten Eingangs wurde das alte Hauptportal im Osten für einen Notausgang zurückgebaut.

Es gab vier Schulsäle für acht Jahrgänge, einen Turnraum sowie einen für Musikunterricht oder Filmvorführungen. Die Entwicklung ging weiter: So in den 1960er Jahren mit vier weiteren Klassenräumen, Pausen- und Turnhalle. Im Jahr 1968/69 zählte die Volksschule Bellenberg mit acht Jahrgängen über 400 Schüler. Ab 2005 werden in der Lindenschule nur noch Grundschüler unterrichtet. Ihre Rundumerneuerung mit Schwerpunkten auf Brandschutz und Barrierefreiheit in Verbindung mit weiteren Neuerungen – etwa Mensa, Toiletten, Farben oder digitale Medien – soll die Lindenschule fit für die Zukunft machen.

Schüler sitzen mit Kopfhörern im Klassenzimmer

Die Nachricht über renovierungsbedürftige Schultoiletten und Wasserschaden im Werkraum führte zu Diskussionen, erinnert sich Wolfgang Schrapp, Zweiter und amtierender Bürgermeister in Bellenberg. Und hatte letztlich – durch das Befolgen neuer Brandschutzvorschriften – eine umfassende Generalsanierung zur Folge. So sei im Jahr 2015 ein Büro mit der Planung beauftragt worden. Bald habe sich gezeigt, dass die Sanierung einer Schule über drei Jahre bei laufendem Betrieb an alle Beteiligten höchste Anforderungen stellt, sagt Schrapp.

Schulklassen seien mehrfach umgezogen, Lärm und Staub zu unvermeidbaren Begleitern des Schulalltags geworden. Für einige Wochen mussten die Schüler sogar mit Kopfhörern im Klassenzimmer sitzen.

Brandschutz: Das geschlossene Treppenhaus erschien gewöhnungsbedürftig.

Nicht vorherzusehende Ereignisse wie Personalwechsel in Bauamt, Architekturbüro und vor allem die Erkrankung von Bürgermeisterin Simone Vogt-Keller seien erschwerend hinzugekommen, auch die eine oder andere zusätzliche Reparatur. Angesichts der gelungenen Erneuerung freut sich Schrapp, dass Vogt-Keller den Umbau mutig angegangen und Kämmerin Verena Miller die Finanzierung des 4,2 Millionen teuren Projekt gut abgesichert habe.

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