1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Janowsky erklärt sich in einem „Sonderheft“

Streit

11.02.2014

Janowsky erklärt sich in einem „Sonderheft“

Mit einem bebilderten Sonderheft hat Gabriele Janowsky auf die Vorwürfe ihrer Kritiker reagiert.

Kettershauser Bürgermeisterin reagiert mit Hochglanz-Broschüre auf ihre Kritiker

Kettershausen In den Streit zwischen der Kettershauser Bürgermeisterin Gabriele Janowsky und ihren Kritikern, den sieben Gemeinderäten Marianne Rugel, Clemens Winter, Anton Bader, Paul Gottner, Franz Raffler, Andreas Stiegeler und Alexander Walter, ist wieder Bewegung gekommen. Nachdem Janowsky einige Zeit wegen Krankheit abwesend war, haben die Kettershauser Bürger am Wochenende ein umfangreiches Hochglanz-Heft in ihren Briefkästen gefunden, in dem Janowsky auf die anhaltenden Vorwürfe der sieben Räte reagiert.

Die Titelseite des „Sonderheftes Kettershausen“ zeigt neben einer Ansicht der Gemeinde auch ein Bild der Bürgermeisterin mit Hund. Darunter heißt es: „Ich habe diese Arbeit und Aufgaben immer mit viel Freude erledigt und es wäre mein Wunsch, dies auch weiterhin tun zu dürfen“. Im Folgenden werden die Kritikpunkte der Räte thematisiert und nacheinander unter der Rubrik „Die Fakten“ abgehandelt. In der Broschüre verweist Janowsky auch auf die Internetseite www.janowsky-transparenz.de. Diese war gestern Abend jedoch nicht erreichbar.

Neu sind unter anderem massive Vorwürfe gegen Gemeinderätin Marianne Rugel. Diese habe den Grundstückspreis für das Baugebiet Kirchenäcker ohne Beschluss des Gemeinderates unnötig nach oben getrieben. In der Gemeinderatssitzung vom 1. September 2011 hätten sich Bürgermeisterin und Gemeinderat im nicht öffentlichen Teil auf eine bestimmte Preisfestlegung für das Baugebiet ausgesprochen. Mit den Verkäufern der Grundstücke hätte dementsprechend verhandelt werden sollen. „In der Gemeinderatssitzung vom 3.11.2011 hat Gemeinderätin Frau R. eingeräumt, einem Anbieter eigenmächtig einen um fünf Euro höheren Quadratmeterpreis zugesichert zu haben“, heißt es weiter. Sie habe das ohne Rücksprache mit der Bürgermeisterin, jedoch mit Zustimmung der Mehrheit der Gemeinderäte getan. „Durch diese eigenmächtige Entscheidung sind der Gemeinde Mehrkosten in Höhe von 150000 Euro entstanden!“, so der Text.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Marianne Rugel nannte die Vorwürfe Janowskys gestern auf Nachfrage der IZ „hinten und vorne verlogen.“ Es sei im Gemeinderat besprochen worden, welches Ratsmitglied mit welchen Grundstückseigentümern verhandelt, auch je nach persönlichem Draht. Sie habe mit einem bestimmten Eigentümer gesprochen, weil die Ratskollegen sie für den besten Ansprechpartner gehalten hätten, sagt Rugel. Der Eigentümer habe eine deutlich höhere Preisvorstellung gehabt. Dann habe sie im Gespräch mit ihm eine Summe genannt, die ihrer Ansicht nach die „persönliche Schmerzgrenze“ sei, habe aber darauf verwiesen, dass letztendlich der Gemeinderat entscheide, erklärt Rugel. Der Rat habe dann auch eine Summe beschlossen. Erst daraufhin sei sie mit dem Grundstückseigentümer in „ernsthafte Verhandlungen“ getreten. „Jeder Mensch, der mich kennt, weiß, ich habe ehrlich verhandelt“, so die Gemeinderätin.

Bereits vor einigen Tagen haben mehrere der sieben Gemeinderäte zudem ein anonymes Schreiben bekommen, in dem sie unter anderem als „Drecksäcke“ bezeichnet werden. „Leider kann ich mich nicht zu erkennen geben – dazu kennen wir uns zu gut, und auch einige andere Personen“ heißt es in dem Brief, den auch der stellvertretende Bürgermeister Clemens Winter bekommen hat. „Ich stehe da drüber“, kommentierte Winter das Schreiben, das der IZ vorliegt. Wer sich nicht namentlich zu erkennen geben könne, habe „keinen Charakter“.

Anzeige will Winter nicht erstatten. „Mir wäre es halt mit Namen lieber, dann kann ich zu demjenigen hingehen und mit ihm diskutieren.“ Obwohl der Verfasser angibt, Winter gut zu kennen, hat der Gemeinderat keinen Verdacht, wer der Urheber der Zeilen sein könnte.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
DSC_6512.JPG
Jedesheim

Die neue Chronik soll nicht im Lager einstauben

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen