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Au

05.09.2018

Jubilarin: Der Rudi ist ihr großes Glück

Gemeinsam mit Tochter Eva-Maria (links) und Drittem Bürgermeister Wolfgang Ostermann feierte Laura Kuhn ihren 90. Geburtstag.
Bild: Roland Furthmair

Laura Kuhn aus Au feierte ihren 90. Geburtstag. Die Anfänge in Au waren für die aus dem Riesengebirge stammende Frau jedoch nicht leicht.

Geistig topfit und auch körperlich nur leicht eingeschränkt weil „Ich halt auf mein Gehwägelchen angewiesen bin“ feierte Laura Kuhn in Au ihren 90. Geburtstag. Besonders gefreut hat sich die in Au bestens bekannte Jubilarin über den Besuch von Wolfgang Ostermann, dem Dritten Bürgermeister von Illertissen.

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Eine Person darf im Leben Kuhns nicht fehlen: „Unser großes Glück ist der Rudi, der macht alles für uns. Ob die Fahrt zum Einkaufen oder zum Arzt, ob Behördengänge oder mal eine Ausflugsfahrt, einen besseren Betreuer können wir uns nicht vorstellen.“ Gemeint ist der Bellenberger Rudolf Meder. Der langjährige Freund ihres vor drei Jahren verstorbenen Gatten Hans hat die Freundschaft aufrecht erhalten und kümmert sich um die Seniorin und deren mit im Haus lebenden Tochter Eva-Maria.

Trotz des Alters ist Kuhn noch sehr aktiv. Wind und Wetter halten sie nicht ab, mit ihrem Rollator zur Bank, zur Post oder zum Friedhof zu gehen. „Der Besuch der Kirche ist mir sehr wichtig und gibt mir Halt. Wenn ich mir das vornehme, hält mich nichts auf“. Zum täglichen Ritual gehört das intensive Lesen der Illertisser Zeitung. „Das war schon immer so. Mein Mann war ja jahrzehntelang als Berichterstatter tätig. Wie oft sind wir vorzeitig aus dem Urlaub heimgefahren, weil er einen Termin hatte“.

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Allerdings lebten die Kuhns nicht immer in Au. Sie stammen aus dem Riesengebirge in Polen und wurden 1946 zwangsausgesiedelt. „Wir haben uns schon als Schulkinder gekannt, ein paar Jahre aus den Augen verloren und 1951 geheiratet“. Als die beiden 1952 nach Au kamen, bezogen sie die Dachräume in der alten Schule. Luxuriös sei es dort nicht zugegangen. „Eigentlich keine Wohnung. Keine Heizung, kein Ofen. Der damalige Bürgermeister Josef Weikmann schenkte uns gespaltenes Holz, ein Ofen war unsere erste Anschaffung“, erinnert sich Kuhn.

Doch es ging auch aufwärts. So baute die Familie mit viel Eigenleistung ein eigenes Haus. Nach einigen schönen Reisen nach Griechenland, Portugal, Lourdes oder Fatima früher, sind die Wünsche kleiner geworden: „Einen Ausflug nach Bad Wörishofen wünsche ich mir, und abends wieder daheim sein. Der Rudi wird uns das bestimmt erfüllen“.

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