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Illertissen

23.06.2018

Junge Illertisser bekommen ihr Sprachrohr zurück

Das Illertisser Jugendparlament steht vor einem Neuanfang: Nach mehrmonatiger Suche wurden neun Jugendliche gefunden, die fortan die Interessen der Illertisser Jugend vertreten wollen.
Bild: Matthias Becker (Symbol)

Im vergangenen Jahr hat sich das Jugendparlament aufgelöst. Nun gibt es Interessenten, die das Erbe antreten wollen. Sie werden wohl manche Hilfestellung brauchen

Das Illertisser Jugendparlament steht vor einem Neuanfang: Nach mehrmonatiger Suche wurden neun Jugendliche gefunden, die fortan die Interessen der Illertisser Jugend vertreten wollen. Sie übernehmen das Erbe einer engagierten Clique, auf deren Einsatz unter anderem der Bau des Illertisser Skateparks zurückgeht. Ob nun ähnlich große Schritte für die junge Szene getan werden, muss sich noch zeigen. Ideen gibt es zwar durchaus, sagt Stadtjugendpfleger Harry Heckenberger. Doch die Parlamentarier seien alle erst um die 13 und 14 Jahre alt und bräuchten somit wohl einige Hilfestellung. „Die bieten wir natürlich an, denn dafür sind wir ja da“, sagt Heckenberger, der das junge Alter des Gremiums nicht als Problem sieht. Im Gegenteil: „Wenn alle dabei bleiben, kann sich langfristig etwas tolles entwickeln.“

Keine Zeit mehr für die mitunter doch recht aufwendige parlamentarische Arbeit – das war der Grund, weshalb die Mitglieder (im Alter zwischen 17 und 20 Jahren) ihr Engagement 2017 beendet hatten. An der Einrichtung selbst lag das wohl nicht: Diese war von den Ex-Abgeordneten kürzlich in einer Umfrage unserer Zeitung als positiv bezeichnet worden. Ebenso sahen das mehrere Illertisser Lokalpolitiker, die das Ende des Parlaments damals mit Enttäuschung zur Kenntnis nehmen mussten. Darunter war auch Bürgermeister Jürgen Eisen. Gemeinsam mit Schulamtsdirektor Ansgar Batzner und Stadtjugendpflegerin Kathrin Grimm hatte er an den drei weiterführenden Schulen die Werbetrommel für eine Neugründung gerührt. Zunächst mit geringem Erfolg – nur wenige Anmeldungen kamen zurück. Deshalb gab es weitere Bemühungen: An den Schulen wurden Bewerbungslisten verteilt.

Die Aktion stieß auf Interesse, zumindest an der Realschule und an der Mittelschule, wo sich fünf beziehungsweise vier Schüler als Abgeordnete bewarben. Das Gymnasium Kolleg der Schulbrüder wird allerdings wohl kein Mitglied in das Jugendparlament entsenden, sagt Heckenberger. In Gesprächen mit Schulleitung und Verbindungslehrer sei signalisiert worden, dass es kaum Nachfrage seitens der Schüler gibt – vielleicht auch wegen des ohnehin recht zeitraubenden Schulalltags. Somit wird sich das neue Parlament aus Mittel- und Realschülern zusammensetzen, alle im Alter von 13 und 14 Jahren. Und damit „sehr, sehr jung“, wie Heckenberger sagt. Es sei klar, dass man die Ehrenamtlichen „an die Hand nehmen“ müsse. Das habe ein erstes Treffen gezeigt.

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Dabei konnten die Neuparlamentarier ihre Vorstellungen, Ziele und Wünsche äußern. „Alle wollten mehr Konzerte“, fasst Heckenberger das Ergebnis der Runde zusammen. Welche Künstler die jungen Leute gerne in Illertissen sehen (und hören) würden, sei nicht schlüssig geworden. Weltbekannte Musiker vom Kaliber des Rapstars Eminem (so wohl eine Idee) seien natürlich keine Option, sagt der Stadtjugendpfleger, der seinen Dienst in der Vöhlinstadt erst vor wenigen Wochen angetreten hat. Er will ohnehin mehr Konzerte im Jugendhaus anbieten. Zunächst soll ein Disco-Abend mit dem Titel „School’s Out“-Party organisiert werden – soweit wie möglich von den Jugendlichen selbst. Vorgesehen ist der 27. Juli. Unterstützung haben die neuen Abgeordneten bereits: Einer ihrer Vorgänger hat sich als Discjockey angeboten, sagt Heckenberger.

Doch es soll nicht nur gefeiert werden: Ein Parlamentsmitglied hat eine (weitere) Putzete-Aktion vorgeschlagen, wobei Freiwillige Illertissen und Umgebung von umherliegendem Abfall befreien sollen.

Um all das wird es vermutlich bei dem ersten Arbeitstreffen des neuen Parlaments am Mittwoch, 4. Juli, (Jugendhaus, 18 Uhr) gehen. Der Termin sei nicht zufällig gewählt, sagt Heckenberger. Am 4. Juli wird in den USA der Unabhängigkeitstag gefeiert – im Gedenken an eine Sternstunde der Demokratie.

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