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09.01.2015

Kaufland will aufs Ruku-Gelände, die Stadt will das nicht

Ein Teil des ehemaligen Ruku-Geländes in Illertissen.
Bild: Frank Multerer

Makler hat Einzelhandelskette an Land gezogen. Bürgermeister Eisen sagt: „Wir wollen die Innenstadt stärken“

Der Münchner Makler Frank Multerer ist beauftragt, das Gelände der Josef-Kurz-Immobilien-GmbH zu vermarkten. Jetzt hat er offenbar einen großen Fisch sozusagen am Haken. Die Einzelhandelskette Kaufland aus Neckarsulm würde gerne auf einer Teilfläche von 1,6 Hektar eine neue Filiale mit rund 2500 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. „Damit verbunden wären Bauinvestitionen in Höhe von über elf Millionen Euro und die Schaffung zahlreicher neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie eine Stärkung des Einzelhandelsstandortes Illertissen“, schreibt Multerer in einer Presseerklärung.

Die Sache hat aber einen Haken: Das will die Stadt gar nicht. So jedenfalls lässt sich eine Aussage von Bürgermeister Jürgen Eisen dazu interpretieren. „Das entspricht nicht unserem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan.“ Darin will die Stadt den Teil des ehemaligen Ruku-Geländes, auf dem unter anderem die Kaufland-Filiale gebaut werden soll, als Mischgebiet ausweisen. Mischgebiete lassen Einzelhandel bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern zu. Für die 2500 Quadratmeter Einkaufsmarkt müsste ein Sondergebiet ausgewiesen werden. Er wolle eventuellen Änderungen durch den Stadtrat nicht vorgreifen. „Aber momentan stehen bei uns solche Überlegungen nicht im Raum. Wir wollen die Innenstadt stärken und nicht noch ein zusätzliches Einzelhandels-Sondergebiet schaffen“, sagt Eisen.

Multerer kennt die Haltung von Bürgermeister und Stadtrat, hofft nach eigenen Aussagen aber, die Stadt von den Vorteilen einer Ansiedlung doch noch überzeugen zu können. „Zumal auch für eine Sondergebietsplanung vorgesehen wäre, den Mühlbach offenzulegen und umfangreiche Grünanlagen sowie Geh- und Radwege zu schaffen“, versichert der Makler. Laut Presseerklärung stützt sich seine Argumentation auch auf nicht näher beschriebene gutachterliche Untersuchungen. Die hätten ergeben, dass aus landesplanerischen Gründen und zur Stärkung der Mittelzentrumsfunktion Illertissens die Kaufland-Ansiedlung begrüßenswert sei. Der vorgesehene Standort würde eine Funktion als Nahversorgung für die Einheimischen und die vielen Neubürger des südwestlich gelegenen Stadtteils übernehmen.

Das gesamte Gelände der ehemaligen Firma Ruku an der Dietenheimer Straße umfasst rund neun Hektar. Auf einem Teil davon produzieren die Nachfolgefirmen Ruku Manfaktur und Ruku Tore-Türen, und die Lebenshilfe hat sich mit einer Werkstätte niedergelassen. Der westliche Teil soll Wohngebiet werden. Auf der anderen Straßenseite entsteht bereits ein neues großes Wohngebiet. Insbesondere die Bevölkerung dieser angrenzenden Wohngebiete sowie des Stadtteils Jedesheim würde von Kaufland profitieren, glaubt Multerer. Ohnehin, so hält er fest, besitze Illertissen eine niedrige Einzelhandelszentralität. Die Kennziffer betrage nur 104,2 Prozent, während Städte wie Dillingen (147,4), Krumbach (143) und Neuburg (125,6) besser aufgestellt seien.

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