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Kettershausen

03.08.2020

Kettershausen muss weiterhin auf schnelles Internet warten

Die Kettershauser hoffen darauf, bald leistungsfähige Glasfaseranschlüsse zu bekommen.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Plus Bis die Gemeinde Kettershausen eine leistungsfähige Breitbandversorgung hat, kann es noch dauern. Ein Experte gibt eine zeitliche Einschätzung ab und informiert über nächste Schritte.

In Sachen schnelles Internet müssen sich die Bürger der Gemeinde Kettershausen wohl noch in Geduld üben. Alfred Wöcherl von der Breitbandberatung Bayern informierte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung über die Breitbandversorgung und Förderkonditionen nach der Bayerischen Gigabitrichtlinie. Ihm zufolge kann es – nach heutigem Kenntnisstand – noch etwa vier Jahre dauern, bis jeder Haushalt über einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss verfügt. „Mehr Chancen haben wir offenbar nicht“, so die ernüchternde Erkenntnis des Bürgermeisters Markus Koneberg.

Der Anschluss an das World Wide Web erfolgte in Kettershausen und den Ortsteilen Ende 2011 mit einer Kombination aus Glasfaser und Richtfunk. Doch der Bedarf an einer leistungsfähigen, flächendeckenden Breitbandversorgung steigt stetig und das „schnelle Internet“ funktioniert im Gemeindegebiet vielfach nicht. Wie bei der Sitzung mehrfach zur Sprache kam, teilweise sogar gravierend schlecht. „Viele Bürger rufen bei mir an“, berichtete der Bürgermeister. Gerade abends liege die Leistung bei Downloads statt bei 30 oftmals nur noch bei zwei Megabits/Sekunde. Deshalb sei es wichtig, „möglichst schnell an einen lauffähigen Glasfaseranschluss zu kommen“, so Koneberg.

Experte: Auf missliche Lage aufmerksam machen

Wöcherl riet zunächst, sich bei großen Mängeln an die Bundesnetzagentur zu wenden. Jeder Haushalt, der gravierende Probleme habe, sollte dies tun – denn auf die missliche Lage müsse aufmerksam gemacht werden.

Für Kommunen im ländlichen Raum und mit besonderem Handlungsbedarf sind laut Berater im Rahmen der Bayerischen Gigabitrichtlinie Förderungen in Höhe von 60 bis zu 90 Prozent möglich. Eine sogenannte Markterkundung wäre der erste Schritt. Für diesen Verfahrensbeginn wird laut Wöcherl – unabhängig davon, ob das Verfahren dann auch tatsächlich durchgeführt wird – ein „Startgeld Netz“ von bis zu 5000 Euro gewährt. Steht dann der nötige Umfang des Glasfaserausbaus fest, können die Kosten veranschlagt werden. Die maximal abrufbare Förderung für Kommunen im ländlichen Raum betrage sechs Millionen Euro, erläuterte Wöcherl. Er empfahl, schnellstmöglich mit der Markterkundung zu starten. Denn nach Verfahrensabschluss in etwa eindreiviertel Jahren müsse noch mit drei weiteren Jahren gerechnet werden, bis jeder Haushalt mit einem Glasfaseranschluss versorgt sei.

Für den Anschluss des Rathauses und der Schule ist Kettershausen bereits in einem anderen Förderverfahren angemeldet, teilte Koneberg mit. Hierbei werde es eine durchgängige Glasfaserstrecke und keinen Richtfunk mehr geben. Dass im Zuge der Maßnahmen auch Haushalte, die quasi auf dem Weg liegen, angeschlossen werden, ist laut Wöcherl nicht möglich. Es sei aber sinnvoll, dort schon einmal Leerrohre zu legen. Generell, so sein Ratschlag, sollte das bei jeder Tiefbaumaßnahme in der Gemeinde angedacht werden, um den flächendeckenden Ausbau schließlich zu beschleunigen.

Lesen Sie außerdem: Immer noch viel Nachholbedarf bei schnellen Internetzugängen

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