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Babenhausen

24.01.2019

Kinderbetreuung: Ein Neubau soll’s richten – nur wo?

Beim „Guten Hirten“ soll sich etwas ändern.
Bild: Claudia Bader (Archivbild)

Babenhausen sucht nach Lösungen, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Denn die vier Einrichtungen sind an ihren Grenzen angelangt. Für den „Guten Hirten“ soll sich einiges ändern.

Wie und wo lässt sich die Kinderbetreuung in Babenhausen ausbauen? Der Marktrat sucht weiterhin nach Lösungen. Denn die vier kommunalen Einrichtungen können künftig nicht so viele Plätze anbieten, wie benötigt werden. Wie Bürgermeister Otto Göppel gegenüber unserer Redaktion sagt, soll ein Neubau Abhilfe schaffen. Die Kindertagesstätte Guter Hirte soll im Zuge dessen aus dem sanierungsbedürftigen Gebäude ausziehen, in dem sie bisher beheimatet ist. Dies wurde intern besprochen.

Wo dieser Neubau entstehen wird, steht offenbar noch nicht fest. „Dazu kann ich noch keine definitive Aussage machen. Es sind mehrere Standorte im Gespräch“, so der Bürgermeister auf Nachfrage. „Wir sind uns aber einig, dass wir auf das Gebäude, in dem der ,Gute Hirte’ untergebracht ist, verzichten werden.“

Das vor 90 Jahren eingeweihte Haus entspreche den modernen Anforderungen im Vergleich zu den anderen Betreuungseinrichtungen – das Kinderhaus Hand in Hand, der Kindergarten Sternschnuppe mit Krippe und der naturnahe Kindergarten – am wenigsten. Eine Sanierung wäre nötig. Außerdem sei auf dem Grundstück an der Schulstraße kein Platz für einen etwaigen Anbau. Das dritte Argument: Die Parkplatzsituation sei bereits jetzt nicht optimal in dem Bereich. Was die Gemeinde danach mit dem Haus vorhat? „Wir wollen es vielleicht verkaufen als Wohnhaus“, so Göppel. Es handele sich dabei aber erst einmal um eine Überlegung.

Bis die Kindertagesstätte Guter Hirte umziehen kann, wird es ohnehin noch eine ganze Weile dauern. „Bis das jetzige Gebäude geschlossen wird, gehen sicher noch mindestens zwei Jahre ins Land“, betont Göppel. Wichtig sei es jedoch, dass die nötigen Beschlüsse zügig gefasst werden. Das befürwortet auch der Leiter der Einrichtung, Reinhold Jungwirth. Er sei von Anfang an in die Überlegungen einbezogen worden, sagt er.

Container-Lösung ist nicht ausgeschlossen

Fakt ist: Babenhausen braucht schon früher eine Übergangslösung. Das zeigen die Anmeldungen, die für das kommende Kindergartenjahr eingegangen sind, das im September beginnt. Und das legte auch eine Expertin des Unterallgäuer Landratsamtes der Marktgemeinde nahe, die den Räten im Spätsommer mit einer Bedarfsanalyse einen Blick in die Zukunft eröffnete. Die Nachfrage an Kindergartenplätzen wird der Analyse zufolge künftig größer sein als das Angebot. Das hat einerseits mit dem Zuzug junger Familien und den Geburtenzahlen zu tun, andererseits mit dem steigenden Betreuungsaufwand. Bereits jetzt seien die Kapazitäten der vier Einrichtungen erschöpft. „Die Obergrenze ist längst erreicht“, sagt auch Jungwirth.

Mit Blick auf das kommende Kindergartenjahr heißt das: „Eine Gruppe – 25 Kinder oder mehr – muss irgendwie anderweitig untergebracht werden“, sagt Göppel. „Bis Herbst müssen wir noch Kapazitäten schaffen.“ Auch mit den Leitern der vier Betreuungseinrichtungen habe sich die Gemeinde deswegen schon ausgetauscht.

Nur, wohin soll die Gruppe ausweichen? Etwa in Container, wie es sie andernorts im Unterallgäu bereits gab? „Die Containerlösung ist nicht ganz ausgeschlossen“, bestätigt Göppel. Man schaue sich aber auch andere Räumlichkeiten an. Zum Beispiel in einem Gebäude hinter der Gemeindebücherei, dort, wo sich Mutter-Kind-Gruppen treffen. Auch mit dem Pfarrer habe es bereits ein Gespräch gegeben, da das Haus der katholischen Kirchenverwaltung gehört. „Aber die Räume sind eigentlich zu klein. Wir sind da noch nicht entschlossen.“

Und dann ist da noch ein anderes Problem: Wer übernimmt die Betreuung? „Man braucht ja Personal. Ohne das kann kein Kindergarten funktionieren“, sagt der Bürgermeister. Doch Fachkräfte sind rar – das wird derzeit auch in anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft deutlich. Winterrieden etwa sucht seit Langem eine pädagogische Fachkraft. Ohne eine einzige Bewerbung, wie Bürgermeister Hans-Peter Mayer beim Neujahrsempfang bedauerte.

Göppel sieht auch Handlungsbedarf vonseiten der Politik: „Ich weiß manchmal nicht, wie sich der Gesetzgeber das vorstellt. Will er die Fachkräfte vielleicht backen?“

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