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Ulm

24.04.2018

Mix für Bauherren und Kunstfreunde

Auf der Messe „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist viel geboten: Das Künstlerkollektiv „Up Circle“ stellt eines ihrer Werke vor: Einen hölzernen Spatz. Abgesehen davon gibt es aber noch vieles mehr zu entdecken.
Bild: Alexander Kaya

Schon beim Auftakt der Messe „Leben, Wohnen, Freizeit“ zeigt sich: Die Vielfalt der Aussteller und Themen ist groß.

Mit etwa 70000 Besuchern rechnen die Macher der Messe „Leben, Wohnen, Freizeit“ (LWF) in diesem Jahr. Noch bis zum kommenden Sonntag, 29. April, läuft die Schau, 450 Aussteller zeigen in den Messehallen an der Böfinger Straße in Ulm einen vielfältigen Mix vom Bauen und Renovieren bis zur Freizeitgestaltung. Der „Kunstschimmer“, ein bei Messebesuchern und Kunstsammlern gleichermaßen beliebter autonomer Bereich innerhalb der LWF, hat sich in seiner sechsten Auflage derweil zu einer beeindruckenden Größe entwickelt: Hundert Künstler aus 15 Ländern zeigen ihre Werke. Wer nicht selbst nach Ulm reisen kann, dem bietet das „Exhibition Screening“ erstmals eine virtuelle Ausstellungsmöglichkeit.

Bei fast schon sommerlichem Wetter ziehen am Wochenende die Pferde von Bernhard Lüer im Außenbereich der LWF Neugierige an. Dem spanischen Wallach Camino gab Lüer bei der Geburt gleich seinen zukunftsweisenden Namen – Camino bedeutet auf Deutsch Weg. Lüer organisiert in Seißen Wanderritte und Trekkingtouren auf der Schwäbischen Alb. Camino lief schon als Fohlen neben seiner Mutter her und hat auf den Wegen der Schwäbischen Alb viel gelernt. Der Wallach und die Lippizanerstute Anola sind zwei der Pferde, auf denen sich Menschen den Traum von einem ein- oder mehrtägigen Wanderritt durch die Alblandschaft verwirklichen können. Oft sind es Paare, so Lüer, bei denen die Frau als Jugendliche viele Jahre lang begeistert zum Reiten ging, während sich der Mann den Umgang mit den großen Tieren nie so wirklich zutraute. Auf den Touren, die Lüer anbietet, kann das zweite Pferd als Handpferd mitlaufen, sodass auch der unerfahrene Reiter keine Angst haben muss.

Eine ganz andere Art der Freizeitgestaltung zeigt Peter Fiedel im Freigelände: Die aus Holz gebauten Tiny-House-Mobilheime, die als Anhänger mit jedem Auto transportierbar sind, sind perfekt eingerichtete Wochenendhäuser zum Kostenpunkt von etwa 32000 Euro und mit einer Wohnfläche von 18 Quadratmetern, Bad und Fußbodenheizung inklusive. Fiedel rechnet aber mittelfristig mit weiteren Einsatzmöglichkeiten der Tiny Houses: Kommunen werden kaum darum herumkommen, Grundstücke bereitzustellen, auf denen kleine, mobile Häuser Wohnen auf Zeit ermöglichen, vermutet er.

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Halle 6 offeriert einmal mehr Köstlichkeiten und Versucherle aus heimischer Produktion und aus beliebten Urlaubsländern. Hier macht Marcel Nasution aus Brandenburg, der sich „Eiszauberer“ nennt, Eis direkt nach dem individuellen Geschmack des Kunden. Nasution hat sich 2015 selbstständig gemacht und verspricht, für jeden Tag des Jahres eine neue kühle Kreation bieten zu können – auch aus Spreewaldgurken und Dill oder aus Basilikum, Knoblauch und Ingwer beispielsweise. Der Renner unter den LWF-Kunden ist sein Eis aus Sanddornbeeren.

Im Bereich der „Kunstschimmer“-Ausstellung von Stefan Grzesina zeigen sich starke Trends einerseits zu Grautönen, andererseits zu extremer Farbigkeit. Einen mutigen Perspektivwechsel wagt Michael H. Rohde. Der Berliner fotografiert historische Gebäude ebenso wie private Räume von unten und schafft die ungewohnte „Blickrichtung“ aus der Perspektive der auf dem Boden stehenden Einrichtungsgegenstände selbst. An einem anderen Stand zeigt der Künstler Helmut Natterer mit austauschbaren Plexiglasscheiben, wie er seine oft auf Folien gestalteten Arbeiten entstehen lässt. Im Freien gibt es derweil Großes zu ersteigern: einen hölzernen Spatz, den das Künstlerkollektiv Up Circle in Erinnerung an den Ulmer Spatz aus Wegwerfhölzern fertigte. Die Auktion findet im Lauf der Woche statt.

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