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Barockkonzert

17.03.2015

Musik von Johann Sebastian Bach einmal ganz anders

Das Ensemble mit (von links) Axel Wolf mit Laute, Domen Marincic mit der Viola da Gamba und der Blockflötist Stefan Temmingh bot barocke Werke stilgerecht im Barocksaal des Illertisser Schlosses.
Bild: Regina Langhans

Stefan Temmingh, Domen Marincic und Axel Wolf führen in die Zeit, als Laute und Gambe das Cembalo ersetzen durften

Im stilgerechten Rahmen des Barocksaals in Illertissen boten Stefan Temmingh mit Blockflöte, Domen Marincic auf der Viola da Gamba und Axel Wolf auf der Laute die zur Barockzeit gehörende Musik. Auf dem Programm standen Englische und Französische Suiten von Johann Sebastian Bach (1685-1750). War das Konzert im Vorfeld schnell ausverkauft, so standen begeisterte Zuhörer anschließend Schlange, um ein Autogramm zu erhaschen.

Es war ein Abend für Liebhaber alter Instrumente und Kenner, denn die Suiten, vom Komponisten für Cembalo geschrieben, wurden nach Bearbeitung des südafrikanisch-holländischen Blockflötisten auf Holzinstrumenten geblasen, gestrichen und gezupft. Das sei in der Barockmusik nicht ungewöhnlich gewesen, wusste der gebürtige Slowene Domen Marincic. Ein Cembalo ließ sich durch die Laute und zur Ergänzung des Tonumfangs durch die Gambe ersetzen. Sie klingt länger nach als das später aus ihr entwickelte Cello.

Mit Spannung war somit das Spiel auf den nicht alltäglichen Instrumenten erwartet worden. Der Einsatz kam von Stefan Temmingh mit energischer Kopfbewegung und bestimmendem Flötenton für den Bach-Klassiker „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ in Es-Dur. Gambe und Laute setzten ein und es erklang Bach – nur eben anders: mit wunderbaren Tonmodulationen auf der Flöte, begleitet von vielen gezupften und gestrichenen Tönen der Saiteninstrumente. Begleitet von gespannter Aufmerksamkeit des Publikums füllten die Musiker den Abend mit barocker Cembalomusik in den warmen Klangfarben von Resonanzkörpern aus Holz.

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Das zweite Stück, ein Pedal-Exercitium umgeschrieben von g- auf a-Moll, erwies sich als starke solistische Leistung für den Gambisten und seine Bogenführung. Desgleichen beim Prélude in D-Dur für den Lautenspieler, dessen Finger in Akkordarbeit die Flut der Töne zu bewältigen schienen. Bei der Partita in a-Moll verzauberte der Flötenspieler die faszinierend lauschenden Zuhörer mit wechselnden Tempi und Klangfarben. Vor allem bei den Sätzen Courante und Bourrée, beendet mit kurzem schrillen Pfiff. Geradezu keck hüpfte und trällerte der Flötist innerhalb seines vergleichsweise geringen Tonumfangs, wobei er im Laufe des Abends zu verschiedenen Flöten griff. In Dreierbesetzung gab es die Englische Suite in a-Moll, eine Französische Suite in h-Moll sowie eine von C- auf G-Dur umgeschriebene Version zu hören.

Das Trio brillierte im ausgewogenen Zusammenspiel. Anstatt zu konkurrieren, lösten sich die Instrumente elegant in der Melodieführung ab. Die außergewöhnliche Umsetzung Bachscher Harmonien war ein hautnah mitzuerlebendes Ereignis und zudem virtuos gespieltes Konzert.

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