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Illertissen

16.02.2015

Narren trotzen dem Terror

In der Region wollen sich die Narren nicht von Terrordrohungen beeinflussen lassen.
Bild: Symbolbild: Florian Ankner

In Braunschweig wurde ein Umzug wegen einer Terrorwarnung abgesagt. Auch in der Region sind Faschingsveranstalter beunruhigt. Den Spaß wollen sie sich aber nicht verderben lassen.

Eine Terrorwarnung kurz vor dem Faschingsumzug? Sabine Baum muss nicht lange überlegen, bis sie weiß, wie sie handeln würde: „Natürlich würde ich den Umzug unter diesen Umständen absagen.“ Für die Zunftmeisterin der Illertaler Wasserbätscher ist klar: die Sicherheit von Zuschauern und Narren geht vor – ausnahmslos. „Auch wenn es für alle Beteiligten schade ist.“ Schließlich stecke eine Menge Organisation hinter einem Umzug.

Erst am Sonntag wurde in Braunschweig ein Karnevalszug abgesagt – wegen Hinweisen auf einen Terroranschlag. Auch in der Region machen sich die Organisatoren von Faschingsveranstaltungen deshalb Gedanken. Nicht zuletzt wegen der Anschläge in Dänemark, bei denen am Wochenende zwei Menschen getötet und fünf verletzt wurden.

„Wenn ich darüber nachdenke, was alles passieren kann, bekomme ich Gänsehaut“, sagt Zunftmeisterin Baum aus Illertissen. Wenngleich es in der Region keinerlei Hinweise auf einen Terrorakt gibt, „ein mulmiges Gefühl bleibt.“ Aber sich deshalb, wie in Braunschweig, gleich den ganzen Spaß verderben lassen?

„Unter diesen Umständen, ja“, findet Michael Riedel, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht (IWF). Ob sich eine Terrorwarnung im Nachhinein nun als unbegründet darstelle oder nicht, sei dabei egal. „Die Sicherheit ist noch immer das Wichtigste.“ Könne diese nicht mehr gewährleistet werden, sei eine Absage unumgänglich.

Als Vorsitzender der IWF organisiert Riedel selbst einen der größten Umzüge in der Region. Tausende Narren werden am Faschingsdienstag beim Umzug in Weißenhorn erwartet – für deren Sicherheit der IWF als Veranstalter verantwortlich ist. Die Entscheidung, den Karnevalszug in Braunschweig abzusagen, kann Riedel deshalb gut verstehen, auch wenn eine Absage gleichzeitig bedeute, dass der Veranstalter selbst auf allen Unkosten sitzen bleibt. „Natürlich ist das schade – aber es wäre verkraftbar. Sollte tatsächlich etwas passieren, wäre das allerdings unbezahlbar.“

Dass sich für den Umzug in Weißenhorn die Frage einer Absage erst gar nicht stellt, darüber ist der IWF-Vorsitzende dennoch froh. „Bei uns gibt es zum Glück keinen Grund zur Sorge“, sagt Riedel. Der Feierei stehe nichts im Wege.

Keinen Grund zur Sorge sahen auch tausende Jecken und Narren, die am Rosenmontag in den Faschingshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz feierten. Sie sangen, schunkelten und jubelten – und trotzten damit dem Terror.

Hans Mayer aus Altenstadt sieht darin ein richtiges und wichtiges Zeichen. „Es ist wichtig, dass die Stimmung trotz allem nicht verloren geht“, sagt der Zunftmeister der Unteroich’r Keazalälle. Zwar kann auch er die Absage des Umzugs in Braunschweig verstehen – den Spaß am Fasching will er sich aber trotz allem nicht nehmen lassen. „Das ist ja genau das, was solche Menschen erreichen wollen. Sie wollen nur noch mehr Angst in der Bevölkerung schüren.“

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