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Babenhausen

28.01.2021

Neue Auszeichnung: So macht Klimaschutz in Babenhausen Schule

In der Anton-Fugger-Realschule Babenhausen steht Klimaschutz quasi auf dem Stundenplan. Das ist nun mit einem Titel gewürdigt worden.
Foto: Rebekka Jakob

Plus Die Anton-Fugger-Realschule Babenhausen trägt nun den Titel Klimaschule – als erste Bildungseinrichtung im Unterallgäu. Wie sie das geschafft hat.

Seit Dezember darf sich die Anton-Fugger-Realschule Babenhausen „Klimaschule“ nennen. Das Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung hat ihr den Titel verliehen. Was dahinter steckt.

Eigentlich sollte der Titel groß gefeiert werden – doch wegen der Corona-Pandemie wurde die Preisverleihung verschoben. Der Unterallgäuer Landrat Alex Eder ist Schirmherr des Projekts und lobt: „Die Realschule leistet einen Beitrag zum Klimaschutz – gleichzeitig haben alle Beteiligten viel über Klimaschutz gelernt und können nun ihr Wissen weitertragen in ihre Familien, in den Freundeskreis und später sogar in den Ausbildungsbetrieb.“

Der Startschuss für das Projekt fiel schon vor ein paar Jahren: Die gesamte Schulfamilie – ob Schüler, Lehrer oder Hausmeister – suchte nach Wegen für ein nachhaltiges und klimafreundliches Umfeld. Die Fachstelle für Klimaschutz am Landratsamt Unterallgäu und das Energie- und Umweltzentrum Allgäu unterstützten sie dabei fachlich und organisatorisch. Der Landkreis trug außerdem die Projektkosten. „Langfristiges Ziel ist die CO2-Neutralität“, erklärt die Klimaschutzmanagerin Sandra ten Bulte.

Klimaschule Babenhausen: Es gibt 87 einzelne Maßnahmen

Um dieses Ziel zu erreichen, ermittelten Schüler und Lehrer zunächst gemeinsam mit einem externen Energieberater den CO2-Fußabdruck der Schule. Anschließend erstellten sie einen Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen, um Treibhausgase einzusparen. Dieser Plan gliedert sich in die Bereiche Wärme, Strom, Abfall, Beschaffung, Ernährung, Mobilität und übergeordnete Maßnahmen und umfasst ganze 87 Einzelmaßnahmen: Zum Beispiel kümmert sich ein Reparaturteam inzwischen darum, kaputte Schulmöbel wieder auf Vordermann zu bringen. Das neue Wahlfach Mountainbiken vermittelt Spaß am Radfahren. Einige Schüler bauten auch Prototypen für Miniaturwindräder. Werden diese noch weiterentwickelt, könnten sie künftig neben der Solaranlage auf dem Schuldach zusätzlich erneuerbare Energie liefern, so das Landratsamt in einer Mitteilung.

Außerdem sollen Schüler und Lehrer regelmäßig im richtigen Lüften geschult werden und Bewegungsmelder dafür sorgen, dass sich das Licht in bestimmten Bereichen selbstständig ausschaltet. In der Mensa und bei Veranstaltungen sollen zunehmend regionale Bioprodukte eingesetzt werden. Auf Einweggeschirr bei Festen wird bereits gezielt verzichtet. Auch Wandertage und Klassenfahrten sollen zunehmend regional gestaltet werden.

Insgesamt wird der Klimaschutz laufend in den Schulalltag integriert, etwa durch die Thematisierung in verschiedenen Schulfächern, Plakate im Gebäude und durch „Klimabotschafter“, welche für jede Klasse gewählt werden. Die Treibhausgasemissionen, die auch durch die vielen Maßnahmen nicht vermieden werden können, sollen langfristig kompensiert werden, etwa durch das Pflanzen von Bäumen, so ein weiterer Punkt auf der Agenda.

Lehrer und Mitinitiator Ludwig Endres ist ebenso stolz auf den Titel Klimaschule wie Direktor Martin Rister. Ein wichtiger Punkt ist aus seiner Sicht, dass die Projekte über ein Schuljahr hinausgehen: „Das ist etwas Langfristiges. Die Projekte werden weiterentwickelt, die Schüler müssen dranbleiben“, sagt Endres und weiter: „Es heißt auch nicht: ,Du machst jetzt...’, sondern die Schüler können selbst entscheiden.“ Es gebe Errungenschaften, man müsse aber auch manchmal mit Rückschlägen zurechtkommen – aus seiner Sicht eine wichtige Erfahrung für das weitere Leben. (az/stz)

Über das Konzept „Klimaschule“

  • Das Konzept der Klimaschule wurde in Hamburg entwickelt und richtet sich in erster Linie an Hamburger Schulen. Inzwischen zeigten aber auch Schulen anderer Bundesländer daran Interesse, darunter die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen.
  • Das Hamburger Landesinstitut hatte ihr zugesagt, ihren Klimaschutzplan zu prüfen. Nun ist die Realschule die erste Schule im Unterallgäu, die diesen Titel erhalten hat. Um den Titel zu behalten, muss sich die Schule regelmäßig rezertifizieren lassen.
  • Ebenfalls auf den Weg hin zur Klimaschule gemacht hat sich die Berufsschule Mindelheim.
  • Im Bayerischen Kultusministerium geht es derzeit um die Frage, inwiefern ein eigenes Konzept für eine „bayerische Klimaschule“ in Anlehnung an das Hamburger Konzept möglich ist. (az)

Lesen Sie dazu auch: Umfrage: Wie klappt das Homeschooling in Illertissen und Umgebung?

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