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Babenhausen

08.08.2019

Pater Jude geht: Zum Abschied gibt es ein Trikot

Abschiedsgeschenk von den Fußball-Freunden: Pater Jude Okeke kickte in Kettershausen in einer Hobbymannschaft – nun bekam er ein persönliches Trikot. Ende des Monats verlässt der Geistliche die Pfarreiengemeinschaft Babenhausen.
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Abschiedsgeschenk von den Fußball-Freunden: Pater Jude Okeke kickte in Kettershausen in einer Hobbymannschaft – nun bekam er ein persönliches Trikot. Ende des Monats verlässt der Geistliche die Pfarreiengemeinschaft Babenhausen.
Bild: TSV Kettershausen

Pater Jude Okeke verlässt die Pfarreiengemeinschaft Babenhausen. Ebenso wie Pfarrer Manfred Sieglar.

Sein strahlendes Lächeln und das typisch nigerianische Pfeifsignal (mit der hohlen Hand erzeugt) werden den Gläubigen in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen-Kettershausen fehlen: Nun ist Pater Jude Okeke verabschiedet worden. Das Bedauern war spürbar groß: Der Geistliche habe eine Atmosphäre der Zusammengehörigkeit und Freundschaft geschaffen, heißt es. Auf diese besondere Stimmung müssen die Kirchenbesucher in Babenhausen und umliegenden Orten künftig verzichten. Zum Ende des Monats verlässt Pater Jude die Pfarreiengemeinschaft.

Auch Pfarrer Manfred Sieglar verabschiedet sich, um im Norden der Diözese seinen Ruhestand zu verbringen. Sein Nachfolger, Pfarrer Thomas Brom, wird zum 1. September, gemeinsam mit einem indischen Geistlichen die Seelsorge übernehmen.

Auch Pfarrer Manfred Sieglar verlässt die Pfarreiengemeinschaft.

Pfarrer Sieglar kam 2011 in die Pfarreiengemeinschaft Babenhausen

Pfarrer Sieglar ist im September 2011 in die Pfarreiengemeinschaft gekommen, um deren Leiter, Pfarrer Christian Lang, als weiterer Geistlicher zu unterstützen. Als Lang im Jahr 2014 aus gesundheitlichen Gründen an die Westallgäuer Gebetsstätte Wigratzbad wechselte, erklärte sich Pfarrer Sieglar bereit, seine Nachfolge zu übernehmen. Bereits ein Jahr später wurde der Pfarreienverbund, der bisher aus St. Andreas Babenhausen, St. Michael Kettershausen, St. Vitus Tafertshofen und St. Agatha Zaiertshofen bestand, erweitert: Nach der Verabschiedung von Pfarrer Robert Schwaiger kamen St. Martin Winterrieden, St. Ursus Klosterbeuren und St. Sebastian Engishausen hinzu.

Pater Jude geht: Zum Abschied gibt es ein Trikot
Okekes „Abklatschen“ war bei den Kindern beliebt. Genauso wie die Tatsache, dass er die jungen Kirchgänger gerne nach vorne zum Altar holte.
Bild: Claudia Bader

Im Alter von fast 73 Jahren tritt auch Sieglar demnächst seinen Ruhestand an. Er werde ihn in Donauwörth (Kreis Donau-Ries) im Norden der Diözese verbringen, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Um seinen Abschied möchte er kein großes Aufhebens machen. Natürlich werde er in den Pfarreien seines Wohnorts aushelfen, wenn er gebraucht werde, allerdings nicht mehr hauptverantwortlich tätig sein. „Priester ist man für ein ganzes Leben“, sagt Sieglar. „Wenn man gesund und rüstig ist, liegt es auch für mich auf der Hand, mich weiterhin in die Arbeit im Weinberg des Herrn einzubringen.“

Pater Jude Okeke hat seine Koffer bereits gepackt. Wie jedes Jahr wird er jetzt seinen Jahresurlaub in seiner Heimat in Nigeria verbringen. Dort ist er gemeinsam mit sechs Geschwistern aufgewachsen und im Alter von 15 Jahren in das Jungpriesterseminar eingetreten. Im Anschluss an Philosophie- und Theologiestudium hat er im Dezember 2004 die Diakonenweihe sowie im Juli 2005 die Priesterweihe erhalten. Im Jahr 2009 wurde er von seinem Orden „Sonne Mariens – Mutter der Barmherzigkeit“ zum Studium nach Deutschland geschickt. In Nordrhein-Westfalen absolvierte er einen Sprachkurs, ehe er in Frankfurt Dogmatik und Theologie studierte. Im September 2015 hat der Geistliche seinen Dienst in der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen angetreten.

Pater Jude kickte in einer Hobbymannschaft

„Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und habe mich hier immer sehr wohl gefühlt“, sagt der 46-Jährige, der auch für seine ausführlichen Predigten bekannt ist. Ursprünglich sollte er nur zwei Jahre in der Pfarreiengemeinschaft bleiben. Als er von seinem Orden gebeten wurde, noch zwei weitere Jahre anzuhängen, habe er gerne zugesagt. Vor allem die Kinder in den Pfarreien sind ihm sehr ans Herz gewachsen. „Sie bilden die Zukunft der katholischen Kirche“, sagt er. Um sie an Gott heranzuführen, hat er die Buben und Mädchen regelmäßig an den Altar geholt und mit ihnen das Vater unser gebetet. Auch der herzliche „Handabklatsch“ war bei den jungen Kirchgängern sehr beliebt.

Bei einem Abschied ist es freilich nicht geblieben: Weil zur Pfarreiengemeinschaft mehrere Ort gehören, wollten zahlreiche Menschen Pater Jude Lebewohl sagen. Dazu gehörte auch der TSV Kettershausen, wo der Nigerianer und passionierte Fußballer in einer Hobbymannschaft kickte. Nun erhielt er ein Trikot als Abschiedsgeschenk. „Pater Jude“ ist darauf zu lesen.

Ab September will der Nigerianer sein Studium in Frankfurt fortsetzen, um anschließend zu promovieren. „Alles ist möglich. Ich bin offen und bereit“, sagt er auf Nachfrage zu seinen Zukunftsplänen.

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