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Landkreis Neu-Ulm

20.01.2021

Polizei warnt: So machen Betrüger an Tankstellen Beute

Betreiber und Mitarbeiter von Tankstellen werden immer wieder Opfer von Betrügern.
Foto: Felix König/dpa

Immer wieder wenden Betrüger bei Tankstellen auch im Landkreis Neu-Ulm ihre Masche an. Das rät die Polizei Tankstellenbesitzern und Mitarbeitern.

Mehr als zehn Anzeigen wegen Betrugs erstatteten Betroffene alleine im vergangenen Jahr, weil Betrüger bei Tankstellen anriefen und die Herausgabe von Codes verlangten. Dabei entstand insgesamt ein Schaden in hoher vierstelliger Summe, berichtet das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. In Kempten registrierte die Polizei nun einen weiteren Fall.

Die Täter rufen organisiert aus Callcentern – meist aus dem Ausland – an. Sie täuschen vor, ein Mitarbeiter eines Dienstleisters zu sein oder rufen unter der Nummer des Chefs der Tankstelle an, die sie vorher erlangt haben, berichtet die Polizei. Unter der Legende, dass es ein technisches Problem gebe, beispielsweise sei ein Drucker defekt oder ein Guthabenkarten-Lesegerät müsse getauscht werden, oder dem Vorwand, die Guthabenkarten seien abgelaufen und müssen entwertet werden, verwickeln sie Angestellte rhetorisch gewandt in ein Gespräch und nutzen den Umstand aus, dass die Kassiererinnen und Kassier oft unter Zeitdruck stehen.

Betrug am Telefon: So funktioniert die Masche

So verlangen sie zur Behebung der vorgetäuschten Probleme dann telefonisch die Übermittlung der Codes auf den Guthabenkarten. Einmal durchgegeben, sind die Codes in Sekundenschnelle eingelöst und die Guthabenkarten damit wertlos. Pro erfolgreichem Fall registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd-West einen Schaden von meist etwa 500 bis 1500 Euro. So kam alleine 2020 ein hoher vierstelliger Betrag als Schadenssumme zusammen.

Tankstellenbetrüger schlagen in Kempten zu

Aktuell hat die Polizei einen Fall in Kempten registriert. Am Sonntagmittag, gegen 12.30 Uhr, erhielt die Mitarbeiterin einer Tankstelle in Kempten einen Anruf einer unbekannten Person. Diese gab sich als Service-Mitarbeiter einer Firma aus und behauptete, dass die 100-Euro-Guthabenkarten eines bestimmten Anbieters durch eine spontane Aktualisierung aus dem Sortiment genommen worden seien.

Die Tankstellenangestellte solle aus diesem Grund die Codes der Karten telefonisch durchgeben und an ihrem Terminal eine Storno-Meldung beziehungsweise Fehlermeldung für die Karten vermerken. Als die gewünschte Fehlermeldung erschien, beendete der unbekannte Täter das Telefonat. Die Tankstellenangestellte nahm daraufhin Kontakt zu der namhaften Firma des angeblichen Service-Mitarbeiters auf. Dort wurde ihr mitgeteilt, dass es keine Aktualisierung der Karten gab und der angebliche Service-Mitarbeiter nicht in ihrem Auftrag gehandelt hat. Der Tankstelle entstand so ein Schaden von mehreren hundert Euro. (az)

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