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Babenhausen

21.05.2019

Trio Hahn widmet sich im Babenhauser Schloss „Gesängen zur Nacht“

Auf Einladung der Brüder-Jochum-Gesellschaft brachte das Trio Hahn – Heidrun Maria Hahn (Sopran), Martin Hahn (Bratsche) und Wolfgang Heinz (Klavier) – auch kammermusikalische und chorische Werke von Otto Jochum zum Klingen.
Bild: Claudia Bader

„Gesänge zur Nacht“ erklingen im Ahnensaal des Babenhauser Fuggerschlosses. Das Trio Hahn gestaltet einen hochkarätigen Konzertabend.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit dauerte es noch zwei Stunden. Trotzdem konnte man im Ahnensaal des Babenhauser Fuggerschlosses die Nacht und die mit ihr verbundenen Stimmungen bereits spüren. Denn das Trio Hahn präsentierte dort unter dem Titel „Gesänge zur Nacht“ Kompositionen, die ein Wechselbad an Emotionen und Klanggebilden vermittelten. Im Gedenken an dessen 50. Todestag kamen auch Werke des in Babenhausen geborenen Komponisten und Chorleiters Otto Jochum zu Gehör.

Auf Einladung der Brüder-Jochum-Gesellschaft führte das Trio Hahn – Heidrun Maria Hahn (Sopran), Martin Hahn (Bratsche) und Wolfgang Heinz (Klavier) – bedeutende kammermusikalische Werke Jochums auf. In Babenhausen und Umgebung werde dieser vor allem als Komponist von Chorwerken verehrt. Aber er habe auch viele Stücke für Orchester und Ensemble geschaffen, informierte Daniel Böhm, geschäftsführender Präsident der Jochum-Gesellschaft. In ihrer nicht alltäglichen Besetzung entführten die drei Künstler die Zuhörer, darunter die aus München angereiste Nichte von Otto Jochum, Romana Jochum, auf eine Reise durch Nacht und Dunkelheit.

Gedenken an Babenhauser Komponisten Otto Jochum

Eröffnet wurde der Abend mit den auf Texten des deutschen Schriftstellers Hermann Hesse basierenden „Gesängen der Nacht“ des holländischen Pianisten und Komponisten Jan Koetsier. In Weisen wie „Anfang und Ende“, „Nacht“ oder „Mädchen am Fenster“ verstand es Sopranistin Heidrun Maria Hahn, den Zuhörern wechselnde Stimmungen näher zu bringen. Ohne Mikrofon oder Verstärkeranlage füllte sie den Ahnensaal mit ihrer voluminösen Stimme bis in den letzten Winkel. Auch in Liedern von Johannes Brahms, Adolf Busch, Hans Kracke und Joseph Marx gelang es der Sängerin ausgezeichnet, Empfindungen wie Ruhe und Einsamkeit in Töne umzusetzen.

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Akzentuiert und mit einem eigenwilligen Bogenfluss verinnerlichte Martin Hahn mit seiner Bratsche jeden Ton, fast ein wenig der Welt entrückt, aber makellos und virtuos. Am frisch renovierten Bechstein-Flügel des Ahnensaals erwies sich Wolfgang Heinz als einfühlsamer und unterstützender Begleiter, der den einzelnen Kompositionen mit technischer Präzision eine besondere Note verlieh.

Den Höhepunkt des Abends bildeten Kompositionen von Otto Jochum. Bewundernswert, mit welcher Intensität dieser den „Sieben Liedern nach Japanischen Texten“, etwa „Der Mond“ oder „Mit einem Blütenzweige“, Eindringlichkeit vermittelt hat. In den „Gesängen der Nacht“ hat Jochum Texte wie Arthur Maximilian Millers „Abendhimmel“ oder „Die Nacht ist groß“ zum romantischen Klangrausch vertont. Die Zuhörer konnten nur erahnen, was diese Musik dem Trio Hahn an virtuoser Technik abverlangte, verbunden mit der Fähigkeit, sich permanent und übergangslos auf neue Stimmungen einzustellen. Anhaltender Applaus und eine Zugabe beendeten den im Rahmen der Babenhauser Kulturtage veranstalteten Konzertabend.

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