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Fasnacht

20.02.2019

Unterrother Narren verschlägt es in die Steinzeit

Die Mitglieder des „Illertaler Faschingshaufa“ gehen als Neandertaler in die Fasnacht. Sie haben sich ein neues Domizil gestaltet.
Bild: Regina Langhans

Der „Illertaler Faschingshaufa“ hat einen neuen Wagen. Der Bau hat drei Monate gedauert – dafür ist vieles drin, was sonst nur eine Wohnung bietet. Auch eine Bierzapfanlage

Sie nennen sich „Illertaler Faschingshaufa“, haben ihren Sitz aber im Rothtal – und außerdem gerade Hochsaison. Anders gesagt: Wenn die fünfte Jahreszeit vorbei ist, kann der Verein die vier verbleibenden Jahreszeiten in den Dornröschenschlaf versinken. Arbeit gibt es natürlich trotzdem. Das zeigt ein Blick hinter die Kulissen – oder besser in ihren neu auszustattenden Faschingswagen zeigt. Heuer sind die Narren als Neandertaler im selbst genähten Häs unterwegs.

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Vorsitzender des seit fünf Jahren eingetragenen Vereins ist Daniel Dreier aus Unterroth. Er fährt auch den großen Traktor einer örtlichen Firma, die damit das örtliche Brauchtum unterstützen will. Und den Verein, der die seit Jahren in Unterroth gepflegte Faschingsgaudi inzwischen auf breitere Beine gestellt hat. So hat der „Faschingshaufa“ derzeit 78 Mitglieder, davon 50 Aktive. Da der alleinige Vereinszweck das Faschingstreiben – genauer Wagenbau und Besuch von Umzügen – ist, lässt sich der fröhliche Haufen nur in der fünften Jahreszeit blicken sowie einige Wochen davor für die Vorbereitungen.

Die Steinzeit als Motto

Alle zwei Jahre wird der Faschingswagen umdekoriert. Diesmal sind die Neandertaler das Motto. Dazu haben sie auch die Bekleidung selbst entworfen und genäht. „Wir wollten Kostüme tragen, die sonst niemand hat“, sagt Nicole Baur. Rund 300 Stunden hätten sie mit Nähen verbracht. Auch die Umgestaltung des Wagens zur urzeitlichen Höhle habe rund drei Monate in Anspruch genommen, ergänzt Dreier. Das Gefährt sei 11,40 Meter lang zwölf sind erlaubt. Die Auflagen für den TÜV sind streng, was Dreier jedoch für richtig hält. „Wir haben sogar einen Feuerlöscher dabei, der nicht vorgeschrieben ist“, betont er.

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Da spricht wohl der Vorsitzende der Feuerwehr Unterroth aus ihm. Ihrem Faschingswagen seien die verbauten Materialwerte nicht anzusehen, sagen die rund 30 Wagenbauer. Er enthalte alles, was eine kleine Wohnung brauche: Vom beheizbaren Kachelofen, Elektroherd mit Backröhre bis zu fließend warmem Wasser.

Echter Luxus sei die Bierzapfanlage, so Dreier. Trotz Minusgraden hätten sie sich im Stadel der Familie Fackler zum Wagenbau getroffen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Außengestaltung. Dafür hätten sie 15 Zehnliterfarbkübel und 30 Dosen Sprühlack verbraucht. Bei der Innenausstattung profitierten sie großteils vom Fleiß der Vorjahre, so Dreier.

Auch ans Publikum wurde bei den Vorbereitungen gedacht: Bevor es von einem Umzug zum anderen geht, haben die Neandertaler für 600 Euro Süßigkeiten gekauft, dazu gehören 1000 Tütchen Popcorn, weiß Nicole Baur. Das Vergnügen lassen sie sich etwas kosten.

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