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Asyl

09.05.2018

Weiterhin Hilfe für Flüchtlinge und Ehrenamtliche

Die Koordinationsstelle in Vöhringen wird erneut genehmigt. Was es für die Integrationsberater vor Ort zu tun gibt

Hilfe bei Behördengängen, bei der Wohnungs- und Jobsuche oder beim Ausfüllen von Anträgen: Die Aufgaben von Brigitte Endriß und Emanuela Blumenschein sind vielfältig – und sie reißen nicht ab. Auch wenn einige ihrer „Schützlinge“ bereits seit rund zweieinhalb Jahren in Vöhringen leben. Die Arbeit der beiden Asylkoordinatorinnen sei nach wie vor gefragt: „Wir haben das Gefühl, sehr gebraucht zu werden“, sagte Endriß nun im Hauptausschuss. Dort gaben die beiden Frauen Einblick in ihre Arbeit als Ansprechpartner für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer.

Jeden Donnerstag etwa bietet Endriß, die als Stadträtin selbst im Ausschuss sitzt, eine Sprechstunde für Migranten an. Wer zu ihr kommt, hat das Asylverfahren meist bereits hinter sich und gilt in vielen Fällen als anerkannter Flüchtling nach der Genfer Konvention. Endriß hilft den Geflüchteten dabei, sich im deutschen „Bürokratiewust“ zurechtzufinden. Doch auch für Familienpaten oder ehrenamtliche Asylhelfer ist die Beratung gedacht. Denn genau aus diesem Grund, nämlich als Koordinationsstelle für Ehrenamtliche in Vöhringen, wurde die Teilzeit-Stelle 2017 geschaffen – vorerst befristet auf ein Jahr.

Seit August letzten Jahres teilen sich Endriß und Blumenschein die Aufgaben. Träger der Stelle ist die Diakonie Neu-Ulm, die Kosten übernimmt die Stadt. 20000 Euro für Personalkosten und Büroausstattung waren dafür im Haushalt vorgesehen, wurden nach Angaben von Hauptamtsleiter Jürgen Herzog aber nicht vollständig aufgebraucht. Und auch in diesem Jahr stellt die Stadt finanzielle Mittel für die Asylberatung bereit: Nach Beschluss des Hauptausschusses soll die Stelle um ein weiteres Jahr verlängert werden, vorerst bis Ende Juli 2019.

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Während sich Endriß auch künftig hauptsächlich um die Belange anerkannter Flüchtlinge kümmert, ist Blumenschein zweimal in der Woche für je zwei Stunden in der Asylunterkunft an der Industriestraße tätig – im „Camp“, wie die beiden Beraterinnen die Gemeinschaftsunterkunft bezeichnen. Von insgesamt 94 Asylbewerbern, die nach Angaben des Neu-Ulmer Landratsamtes (Stand April) in Vöhringen leben, ist der Großteil dort untergebracht. Viele der Männer im „Camp“, so Endriß, hätten einen negativen Asylbescheid und in Deutschland dementsprechend keine Perspektive. Sofern die Bewohner keine Aufenthaltsgestattung haben, seien ihnen außerdem Sprachkurse versagt. „Ihre Motivation, sich zu engagieren, ist dementsprechend eingeschränkt“, sagte Endriß. Es gebe einige Männer, die deshalb einfach nur die Zeit „runtersitzen“. Um die Bewohner zu beschäftigen, böten Mitglieder des Helferkreises etwa Sport- oder Deutschkurse an.

Auf die Frage von Stadtrat Volker Barth (SPD), was aus den abgelehnten Asylbewerbern denn in Zukunft werde, wusste auch Endriß keine Antwort. Die Abschiebung von Asylbewerbern sei bekanntlich Sache der Regierung. In Vöhringen, so die Migrationsberaterin auf Nachfrage, sei noch niemand abgeschoben worden. „Wir versuchen einfach, dass vor Ort alles ruhig bleibt.“ Zwar komme es in der Unterkunft ab und an zu kleineren Reiberein unter den Bewohnern, größere Probleme gebe es aber nicht.

Von den anerkannten Flüchtlingen, so Endriß, hätten viele bereits einen Job und eine Wohnung gefunden. „Nach so viel Bürokratie waren die meisten einfach froh, wieder arbeiten zu können.“ Auch Sprachkurse wurden und werden besucht. Etwas schwieriger seien die Kursbesuche für Frauen, die oftmals auf die Kinder aufpassen müssten. „Außerdem haben wir einige Kinder, die dringend in den Kindergarten gehen müssten.“ Wie berichtet, sind die Betreuungsplätze in Vöhringen derzeit jedoch alle belegt.

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