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Berufsschule

21.02.2013

Wie Alkohol die Sinne benebelt

Am Fahrsimulator testet ein Führerscheinneuling die Auswirkungen von Alkoholgenuss auf seine Lenktauglichkeit.
Bild: Otto Mittelbach

Ausstellung „Blau“ im Zentrum

Illertissen „Mit seinem Durst löschte er sein Leben aus“ erschüttert eines der Schlagworte. Sie sind den Bildern beigegeben, die eine „Blau“ betitelte Ausstellung diese Woche in der Staatlichen Berufsschule zeigt. Sie vermittelt den Blick darauf, wie unterschiedlich Auswirkungen des Alkohols auf die körperliche und seelische Verfassung sein können.

In Vorträgen, durch Theaterszenen und Filmvorführungen erhalten Schülerinnen und Schüler umfangreiche Ergänzungen zu den gefährlichen Auswirkungen der Sucht. Manfred Bürger vom Bund gegen Alkohol und Drogen verdeutlicht, welch hoher Prozentsatz der Verkehrsunfälle auf die Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren zurückzuführen ist. Die meisten entstehen am Wochenende, und da in den frühen Morgenstunden, also vorwiegend nach Discobesuchen.

Ein Fahrsimulator lässt das verminderte Reaktionsvermögen nach Alkoholgenuss erkennen. Das Sichtfeld wird bis hin zum Tunnelblick eingeschränkt, das Wahrnehmungsvermögen nachteilig verändert.

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Kreisjugendpfleger Reinhold Kwiedor zeigt den Film „Crash“ und diskutiert mit den Jugendlichen über dessen Inhalt, über den individuellen Eindruck und testet, wie sich der Einzelne die Fortsetzung ausmalen würde. Polizeioberkommissar Roland Marz erläutert die rechtliche Seite. Bei Fahranfängern bis zum 21. Lebensjahr wird schon ab 0,1 Promille Alkohol eine Nachschulung fällig, dazu kommen eine Strafe von 250 Euro und zwei Punkte. Bei Unfallbeteiligung müssen alkoholisierte Fahrer, ganz gleich ob schuldig oder nicht, ab 0,3 Promille auf jeden Fall mit Geldstrafe, sieben Punkten und Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Betrunkenen Radfahrern können Auflagen beim späteren Erwerb des Führerscheins gemacht werden.

In ausliegenden Fragebögen wird den Schülern ermöglicht, ihr Trinkverhalten mit deren Auswirkungen zu vergleichen. Die Berufsfachschule für Hauswirtschaft bietet in den Pausen alkoholfreie Cocktails wie Kefir-Mix mit Mandarinen oder Apfel-Banane-Shake an. Ergänzend zum schon umfangreichen Programm sind zwei Schauspielensembles mit aus dem Leben gegriffenen Szenen zu sehen: Der Weimarer Kulturexpress thematisiert in „Sprich mit mir“ Handy-, Internet- und Online-Sucht, das Landestheater Schwaben spielt „Koma“, ein Stück, das die extremen Auswirkungen von unmäßigem Alkoholkonsum verdeutlicht.

Die Ausstellung „Blau“ ist für die Öffentlichkeit noch diese Woche Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr zu sehen.

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