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Neu-Ulm

28.07.2017

Wie in einem Traum von Kafka

Anja Fladerer (links) leitet die Theater AG. Bei den Proben hilft sie einer Schülerin, die richtige Position zu finden.

Schülern des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums wurde eine besondere Ehre zuteil.

Kuriose Körperhaltungen und bizarre Gesichtsausdrücke – das haben die 16 Schüler der Theater AG des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums in Neu-Ulm drauf. Mit ihrer eigenen Interpretation des Stücks „Die Verwandlung“ von Franz Kafka haben sie nicht nur heimisches Publikum überzeugt – die Schülergruppe wurde sogar nach Bamberg zu den Theatertagen geladen.

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„Das passiert nicht so oft“, sagt Veronika Frauendienst. Die Lehrerin ist für die Musik im Stück verantwortlich. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Anja Fladerer und Elisabeth Baumgartner leitet sie die Theater AG. „Die Ideen und die Texte sind von den Schülern – wir helfen ihnen bei der Ausführung“, sagt Fladerer. Für die Schüler war die Einladung zu den Theatertagen „überwältigend“, wie Lea Karrasch erzählt. Denn bayernweit dürfen nur zehn Schulen an den Theatertagen teilnehmen. Das Bertha-von-Suttner-Gymnasium ist nun eine davon. Die 16 Schauspieler wollten keinesfalls eine Geschichte mit Happy End: „Wir wollten etwas Freakiges.“ Ähnlich wie Leon Heiler sehen das auch die anderen Schüler: Horror, Psychiatrie, Tod. Das sollten die Elemente des diesjährigen Stücks werden. Bei Kafka und seinen verstörenden und grotesken Geschichten wurden die Acht- und Zehntklässler fündig. Die Begutachter der Bayerischen Theatertage haben sie mit ihrem ungewöhnlichen Auftritt überzeugt: Zwei Mitglieder der Jury besuchten die Theater AG bei einem ihrer Auftritte im Mai. „Es war schon krass, dass überhaupt jemand von den Theatertagen vorbeikam. Schon am nächsten Tag haben wir erfahren, dass wir weiter sind“, erzählt Schülerin Ilayda Aslan.

Bis Mittwoch waren die Schüler in Bamberg. Jede Gruppe spielte ihr Stück vor. Dann gab es eine sogenannte Spiegelung. „Das heißt, andere Gruppen dürfen sich aus deinem Auftritt Szenen raussuchen. Diese spielen sie dann selber nach“, erläutert Heiler.

Doch Preise gab es bei den Theatertagen nicht zu gewinnen. Und auch in Sachen Komfort gibt es wohl Luft nach oben: Statt Hotelzimmer erwarteten die 16 Schüler und ihre drei Lehrerinnen Isomatten in einem Bamberger Klassenzimmer. Doch das stört die Nachwuchskünstler weniger: Sie wollten einfach nur spielen.

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