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Vöhringen

17.04.2019

Zimmer auf Zeit: Nicht im Wohngebiet

In diesem Haus sollten Zimmer für Monteure angeboten werden, doch die Mitglieder des Bauausschusses lehnten die Nutzungsänderung ab.
Bild: Felicitas Macketanz

Eine Firma will Räume für Arbeiter in einem Haus an der Illerzeller Straße in Vöhringen vermieten. Das lehnt der Bauausschuss ab. Dabei werden die Betten längst vergeben.

Das Unternehmen Alpha Spot bietet im Internet Zimmer in einem Gebäude in Vöhringen zur Miete an. An sich nichts Verwerfliches – wäre das Vorhaben nur schon längst abgesegnet worden. Doch genau das ist der Haken, denn das war nicht der Fall. Und wurde nun, als der Antrag dem Bauausschuss vorlag, aus Wohnungen Räume für Monteure zu machen, prompt abgelehnt. Zu wenig Stellplätze für zu viele Fahrzeuge, hieß es während der Sitzung. Und: In einem Wohngebiet an der Illerzeller Straße sei eine derartige Nutzung des Gebäudes nicht wünschenswert. Dass das Haus bereits als Unterkunft für Monteure genutzt wird, teilte Bürgermeister Karl Janson im Sitzungssaal mit. „Dem Bauherr war nicht bewusst, dass man das beantragen muss“, sagte er – zum Unmut einiger Räte.

Die Bauherrin wusste nichts von den Vorgaben

Marita Holatz ist besagte Bauherrin und in der Tat, so Holatz im Gespräch mit unserer Redaktion, habe sie nicht gewusst, dass sie eine Nutzungsänderung hätte beantragen müssen. Es sei natürlich nicht in Ordnung gewesen, schon einzelne Zimmer in dem Haus ohne die Zustimmung der Stadträte zur Miete anzubieten, gibt sie zu. „Aber man hätte da noch einmal drüber reden können“, sagt sie rückblickend. Die Räte hätten ihrer Meinung nach den Tagesordnungspunkt zurückstellen können, um ihn dann, in einer anderen Sitzung, noch einmal neu zu behandeln. Sie könne schließlich ausreichend Informationen zu dem Gebäude an der Illerzeller Straße liefern. Aber sie habe keine Gelegenheit gehabt, ihre Pläne in der Sitzung vorzustellen oder Fragen dazu zu beantworten. Was ihr fehle, sei ein Dialog und ausreichende Kommunikation mit der Stadt, zumal sie um einen Konsens bemüht sei. „Wir nehmen ja niemandem die Butter vom Brot“, so Holatz.

Was sich bei den Ulrichsblöcken tut, erfahren Sie hier: Ulrichsblöcke in Vöhringen: Mieter können endlich aufatmen

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Insgesamt hatte sie drei Wohnparteien geplant und direkt am Haus wäre Platz für vier Fahrzeuge – zumal ohnehin nicht alle Monteure auf einmal vor Ort wären, sagt Holatz. Im Haus sollten rund 20 Betten zur Verfügung stehen, Holatz betont: „Das hört sich zunächst nach viel an. Die sind aber nicht auf einmal besetzt.“ Die Monteure kämen nur in Grüppchen – meist in einem Fahrzeug.

Wie geht es jetzt mit den Zimmern auf Zeit weiter?

Woher sie das weiß? Holatz vermietet bereits Zimmer in Gebäuden in Weißenhorn, Krumbach, Kirchberg und Babenhausen. Weitere Zimmer und Wohnungen, die sie anbieten möchte, sind in Lauingen, Sontheim und Ziemetshausen geplant. Auf allen Grundstücken gibt es einen Garten oder eine Terrasse, in den Häusern neben den angebotenen Betten eingerichtete Küchen, Bäder und kostenloses W-Lan. Dahinter steckt Holatz’ bereits erwähntes Unternehmen Alpha Spot mit Sitz in Buch. Die Firma kauft Immobilien auf, die Häuser werden hergerichtet und die Zimmer darin vermietet. Im Schnitt verlangt die Firma 20 Euro pro Bett.

Gebäude mit 20 Betten und vier Stellplätzen

Doch genau dieses Vorhaben – viele Betten für wenig Geld inmitten in einer Siedlung – gefiel den Mitgliedern des Bauausschusses nicht. Michael Neher (CSU) sagte, dass er nicht unbedingt ein Gebäude mit einer gewerblichen Nutzung in einem Wohngebiet haben wolle. SPD-Rat Werner Zanker war die Anzahl der Stellplätze zu gering: Die wenigen Parkplätze würden niemals bei so vielen belegten Betten ausreichen, das stehe jetzt schon fest. Für besonders bitteren Beigeschmack und Unverständnis sorgte aber eben jene Tatsache, dass die Räume schon vermietet werden. Zweiter Bürgermeister Herbert Walk (CSU) sagte beispielsweise: „Dann ist das hier ja eigentlich nur noch eine Legitimation, wenn das schon genutzt wird.“

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Wie es in Vöhringen jetzt weitergeht? Geschäftsführerin Holatz habe die Entscheidung des Bauausschusses natürlich getroffen, sagt sie. Sie biete ja keine Absteigen an, das Herrichten der Häuser sei mit viel Geld, Zeit und Arbeit verbunden. Und es bereite ihr Freude. Sie will nun aber noch die Meinung des Landratsamtes abwarten, das das letzte Wort hat und überlegt sich eine andere Lösung.

Mehr zum Thema Integration lesen Sie unter diesem Link: Asylberater: Sind sie nötig oder nicht?

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Die Diskussion ist geschlossen.

27.04.2019

Wenn sie schon einige solche Häuser hat, dann weiss sie doch wohl ganz genau, dass sie ERST eine Genehmigung einholen muss. Und jetzt einen auf blöd tun, dass es abgelehnt ist, Hat sie bei Volkswagen gearbeitet??

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