1. Startseite
  2. Lokales (Illertissen)
  3. Zukunft der Kläranlage bleibt ungewiss

Kettershausen

29.09.2013

Zukunft der Kläranlage bleibt ungewiss

Sanierung, Neukauf einer Walze oder gleich ein ganz anderes Reinigungsverfahren? Die Kettershauser Kläranlage zwischen Mohrenhausen und Tafertshofen war Thema im Gemeinderat.
Bild: Zita Schmid

Debatte um Sanierung, Kauf einer neuen Walze oder den Umstieg auf ein anderes Reinigungsverfahren

In der Kläranlage Kettershausen muss einiges auf Vordermann gebracht werden. Bei der Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeisterin Gabriele Janowsky über den „nicht mehr akzeptablen Zustand“ der ersten Tauchkörperwalze, an der seit ihrer Inbetriebnahme vor rund 13 Jahren, schon häufig Reparaturen vorgenommen werden mussten.

Die Kläranlage ist eine sogenannte Scheiben-Tauchkörper-Anlage. Bei diesem Verfahren rotieren Antriebswellen, auf denen Scheiben angeordnet sind, im Abwasser. Auf den Scheibenoberflächen bilden sich Kleinstlebewesen, die das Wasser mikrobiologisch reinigen.

Wie Wasserwart Artur Seidl verdeutlichte, seien auf dieser ersten von drei vorhandenen Walzen insgesamt 5000 Quadratmeter Scheibenfläche angebracht. Die Walze selber laufe durchgehend Tag und Nacht. „Das Material ist ermüdet. Ein Segment teilweise in einem sehr schlechten Zustand“, kommentierte er den Zustand der Walze. Laut einem bereits eingeholten Angebot einer Fachfirma aus Dürbheim würde eine Komplettsanierung der Walze ohne Anfahrt und Montage knapp 29000 Euro kosten. Dazu käme noch die komplette Neubespannung des Nachklärfilters, die mit rund 17000 Euro zu Buche schlagen würde – ebenfalls ohne Montage und Anfahrt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein weiteres Angebot einer Firma aus Crailsheim für die Anschaffung eines neuen Scheiben-Tauchkörpers beläuft sich auf knapp 80000 Euro. Laut Ratsmitglied Andreas Stiegeler sei bei dieser extrem beanspruchten Walze keine Reparatur, sondern nur eine Neuanschaffung sinnvoll. Dem fügte Franz Raffler hinzu, dass in diesem Fall auch wieder Gewährleistung garantiert wird. Lohnkosten für Reparaturmaßnahmen – wie in der Vergangenheit - müssten bei einer Neuanschaffung demzufolge geringer ausfallen, meinten Marianne Rugel und Paul Gottner.

Rat Peter Kleinmaier wagte einen Denkanstoß. Er fragte in die Runde, ob nicht ein anderes Abwasser-Reinigungs-Verfahren, eine sogenannte „Belebungsanlage“ – wie etwa in Kirchhaslach gebaut – für die Zukunft sinnvoller wäre. Das Abwasser wird dabei durch Belüftung gereinigt. Teure Walzen seien nicht notwendig und müssten nicht alle Jahre erneuert werden, sagte Kleimaier. Eine Scheiben-Tauchkörper-Anlage wie in Kettershausen „funktioniere“ zwar, meinte Wasserwart Seidl. Zukunftsorientierter, auch von den Abgabewerten her, sei aber tatsächlich eine Belebungsanlage. Dies lenkte die Diskussion in eine andere Richtung und ein Konzept für die Zukunft war gefragt. Ein solches könne aber ohne fachliche Hilfe nicht erstellt werden, brachte es schließlich Clemens Winter auf den Punkt. Wie die Bürgermeisterin andeutete, soll das Thema im nächsten Jahr weiter verfolgt werden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20clb%2015.jpg.tif
Babenhausen

Babenhauser Bäckerei gehört zu den Besten Bayerns

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden