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02.12.2019

Zwei neue Brunnen für Kettershausen

Wasserversorgung wird umgestaltet

Zwei flache Brunnen statt einem tiefen: So soll die Wasserversorgung in Kettershausen künftig sichergestellt werden. Das hat der Gemeinderat nun beschlossen. Aus den zwei neuen Brunnen soll künftig „oberflächennahes Wasser“ gefördert werden.

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Wie berichtet, hatte Bürgermeisterin Susanne Schewetzky die Räte bereits über die Erkenntnisse aus einer Grundwassermessung westnordwestlich im Einzugsgebiet des bestehenden Tiefbrunnens informiert. Da man bei einem Pumpversuch schon bei etwa acht Metern Tiefe auf Grundwasser gestoßen sei, das zudem ergiebig und qualitativ einwandfrei sei, griffen in diesem Fall die Grundsätze des Landesamts für Umwelt (LfU). Und diese besagten, dass die Nutzung oberflächennaher Grundwasservorkommen anzustreben sei – soweit die natürliche Beschaffenheit dies zulasse. Bei einer mäßigen Ergiebigkeit der Quelle, so heißt es in den Statuten weiter, sei eine Aufteilung auf mehrere Entnahmestellen sinnvoller, als das Wasser aus tieferen Vorkommen zu holen.

In einer Sitzung des Gemeinderats legte Geologe Armin Hagemeister vom Büro Kling Consult nun zahlreiche Daten zur Situation in Kettershausen vor. Der Experte empfahl, die Vorgehensweise an das LfU-Regelwerk anzupassen. Laut Hagemeister dürfe der neue Brunnen deshalb nicht, wie zunächst vorgesehen, 80 Meter tief werden. Vielmehr sollten zwei flachere Brunnen mit einer Tiefe von etwa 50 Metern gebaut werden.

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Diese sollten in einem Abstand von 80 bis 100 Metern so angeordnet werden, dass sie sich bei gleichzeitigem Betrieb das Wasser nicht gegenseitig „abgraben“, hieß es. Pro Brunnen könne von einer Förderung von 4,5 bis fünf Litern pro Sekunde erzielt werden – was nach Angaben des Geologen den Wasserbedarf decken werde.

Der jetzige Tiefbrunnen, der acht Liter pro Sekunde fördert, sei nur noch als sogenannter Notbrunnen aufrecht zu erhalten. Denn dieser 163 Meter tiefe Brunnen greife zwei Schichten Tiefenwasser an und sei deshalb nicht mehr genehmigungsfähig. „Zwei Entnahmestellen bedeuten auch mehr Sicherheit“, sagte Bürgermeisterin Schewetzky zu der neuen Sachlage. Zudem sei die ursprünglich vorgesehene Sanierung des Brunnens (der zum Notfallbrunnen wird) nicht mehr notwendig. Wie die Bürgermeisterin erkannte auch ihr Stellvertreter Markus Koneberg in dem LfU-Regelwerk eine „Muss-Vorgabe“ und sah keine Alternative. Das dürfte nicht günstig werden: Als grobe Kostenschätzung für einen dieser flacheren Brunnen nannte Geologe Hagemeister einen Betrag von 225000 bis 250000 Euro. (zisc)

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