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Golf

14.07.2018

Wenn man plötzlich ein blutiger Anfänger ist

Der Neu-Ulmer Trainer Rainer Mund (rechts) erklärt auf heimischer Anlage den Skifahrern aus dem deutschen Perspektivkader sowie anderen artfremden Sportlern (links Triathlet Daniel Unger) die Grundbegriffe des Golfs.
Bild: Stefan Kümmritz

Sportler aus anderen Disziplinen durften reinschnuppern. Warum sie das gern tun und was sie sich davon versprechen

Skifahrer haben im Sommer ein Problem damit, Trainingsmöglichkeiten zu finden. Jedenfalls in Mitteleuropa. Deshalb bleibt Zeit, in andere Sportarten reinzuschnuppern. So waren in dieser Woche eine Abordnung des Deutschen Ski-Verbands mit Mitgliedern des Perspektivkaders, Alpindirektor Wolfgang Maier und Techniktrainer Albert Doppelhofer auf der Neu-Ulmer Golf-Range zu Gast, um das Spiel mit Schläger und Ball auszuprobieren. Dazu kamen weitere Sportler aus anderen Disziplinen, wie der ehemalige Triathlon-Weltmeister Daniel Unger und Baseballspieler Robin Budzinski von Bundesligist VfB Falcons. Es ging um Abwechslung im Trainingsalltag und darum, sich einmal mit Sportlern anderer Disziplinen auszutauschen.

Die Organisatorin Sandra Bohnaker berichtete, dass die Skifahrer auch schon Klettern oder Boxen ausprobiert haben und nun Interesse am Golf hätten. Die meisten hatten noch nie einen Schläger in der Hand, was schon beim Abschlag deutlich zu erkennen war. Immerhin einer entpuppte sich als Könner: Der aus Westerheim auf der Alb stammende Daniel Bohnacker, der als Skicrosser 2014 bei den Olympischen Spielen in Sotschi startete, spielt schon länger Golf. Die anderen mussten erst einmal Lehrgeld zahlen, bis der Ball richtig ins Fliegen kam. Geflogen sind die Skifahrer wenig später übrigens auch: am gestrigen Freitag nach Norwegen, um dort auf richtigem Schnee zu trainieren.

„Das ist eine neue Herausforderung für die Sportler“, sagte Sandra Bohnaker: „Die haben alle Ehrgeiz und wollen sich überall beweisen.“ Wobei ein Skifahrer schon nach einer halben Stunde leichten Golf-Trainings meinte: „Das ist ganz schön anstrengend, das hätte ich nicht gedacht.“ Alpindirektor Wolfgang Maier betrachtete das Erlebnis in Neu-Ulm als sehr positiv: „Das ist eine neue Erfahrung. Beim Golf geht es weniger um die körperliche als um die mentale Beanspruchung. Da ist die Konzentrationsfähigkeit gefordert. Wir schnuppern immer wieder in andere Sportarten rein, um dadurch ein möglichst breites Bewegungsrepertoire zu erlangen. Das unterstützt die Hauptsportart.“

Der frühere Triathlon-Weltmeister Daniel Unger gestand, dass er schon einmal bei Charity-Golfturnieren mitgespielt hat: „Aber das ist sehr lange her.“ Weshalb er sich zum Üben auch lieber zu den absoluten Anfängern gesellte. Der Neu-Ulmer Golftrainer Rainer Mund hatte ihn und alle anderen Sportler bei ihren Versuchen am Abschlag gefilmt und als er der versammelten, knapp 20-köpfigen Gruppe nachher die Videodequenzen vorführte, kam ordentlich Stimmung und Heiterkeit auf. Aber der eine oder andere Sportler, das wurde ebenfalls dokumentiert, hatte sich in dem fremden Metier schon ganz geschickt angestellt. Ihre frisch erworbenen Kenntnisse durften sie dann später bei einem kleinen Neunloch-Turnier unter Beweis stellen. (kümm)

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