Newsticker

Mit Ausnahme der Kanaren: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Spanien
  1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Auf den guten Kameraden ist immer Verlass

Breitenthal

23.09.2019

Auf den guten Kameraden ist immer Verlass

Eine beeindruckende Kulisse bildeten 20 Abordnungen mit ihren Fahnen und zahlreiche Besucher beim Festgottesdienst bei der Kapelle St. Urban und Lourdesgrotte zum Jubiläum des Veteranen- und Soldatenvereins Breitenthal.
2 Bilder
Eine beeindruckende Kulisse bildeten 20 Abordnungen mit ihren Fahnen und zahlreiche Besucher beim Festgottesdienst bei der Kapelle St. Urban und Lourdesgrotte zum Jubiläum des Veteranen- und Soldatenvereins Breitenthal.
Bild: Werner Glogger

Das 100-jährige Bestehen des Veteranen- und Soldatenvereins Breitenthal wurde groß gefeiert.

Der Ortsseelsorger der Günztalgemeinde, Dekan Klaus Bucher, brachte es auf den Punkt: In seiner Ansprache zum Festgottesdienst anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Veteranen- und Soldatenvereins Breitenthal bezog er sich auf den bekannten Liedtext „Ich hatt’ einen Kameraden“, der bei Zeremonien in vielen Ländern Verwendung findet. Ludwig Uhland schrieb es 1809 und Friedrich Silcher vertonte es 1825. Es bildet eine klare Aussage trotz der kriegerischen Andeutungen, dass man sich in jeder Lage auf einen guten Kameraden verlassen könne, ja, er sei sogar bereit, sein Leben einzusetzen. Im übertragenen Sinne bedeute es im Leben, dass Christus der beste Kamerad sei, er sei die Garantie für die Zukunft.

Platz um die Lourdesgrotte in Breitenthal war fast zu klein

Der Platz um die Lourdesgrotte und Kapelle St. Urban erwies sich als fast zu klein für die große Anzahl Menschen, die die Messe mitfeierten. Dazu boten die Mitglieder heimischer und benachbarter Vereine in ihren Uniformen und Trachten sowie gut 20 Fahnen ein beeindruckendes Bild. Mit geistlichen Liedern umrahmte der Musikverein Breitenthal unter Leitung von Dirigent Robert Schwärzle den Festgottesdienst, dem die Segnung der neu renovierten Fahne und das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der Kriege folgte. Nach der Überreichung des Fahnenbandes durch den Patenverein Tafertshofen fand die Feierstunde mit Bayern- und Nationalhymne einen würdevollen Abschluss.

Lesen Sie auch:

Auf den guten Kameraden ist immer Verlass

Der letzte Überlebende des Krieges mahnt zum Frieden

Wie Pfarrer Victor Mordi nach Breitenthal kam

Schmissige Marschklänge begleiteten die Fahnenabordnungen, Fahnen und Besucher in einem langen Festzug zum anschließenden Festakt mit musikalischer Umrahmung durch die Musikkapelle ins Vereinsheim. „Für unseren kleinen Verein mit 68 Mitgliedern und wenigen Vereinsaktivitäten ist es eine große Ehre, dass so viele Gäste, Kameraden und Gönner unser Jubiläum mitfeiern“, betonte eingangs Vorsitzender Bernhard Schiefele. Er freute sich zudem, dass im Festablauf das 3. Gau-Böllerschützentreffen eingebunden sei, zumal das vor knapp zehn Jahren wiederbelebte Böllerschießen fester Bestandteil der Vereinstradition in Breitenthal sei. Auf die Unterstützung der Böllerschützen des Schützenvereins könne man sich jederzeit verlassen.

Breitenthaler Kriegsheimkehrern war das Andenken an die Gefallen wichtig

Im kurzen Rückblick auf 100 Jahre Vereinsgeschichte erwähnte Schiefele, dass es den Kriegsrückkehrern nach den beiden Weltkriegen ein wichtiges Anliegen war, das Andenken an die gefallenen und vermissten Kameraden zu bewahren und die Kameradschaft zu erhalten und zu fördern. Die Gründungsväter hätten die verheerenden Auswirkungen des 1. Weltkrieges und die unabdingbaren Folgen erlebt. Von 85 Kriegsteilnehmern sind 24 gefallen und den Größenwahn der damals Regierenden hätten im 2. Weltkrieg 40 junge Breitenthaler mit dem Leben bezahlt. „Die Kriegsjahre haben sich stark in unser Bewusstsein eingeprägt und für den 1951 wieder gegründeten Verein war die Aufarbeitung des Erlebten und das Andenken an die gefallenen Kameraden von größter Bedeutung“, erinnerte Schiefele. „Wir wollen auch zukünftig unser Ziel, wichtige Mahner zu sein und für Heimat, Frieden und Freiheit einzutreten, verfolgen.“

Alois Zanker sen., ist der letzte noch lebende Kriegsveteran im Veteranen- und Soldatenverein Breitenthal. Unser Bild zeigt ihn vor dem Kriegerdenkmal mit den Namen von 24 Gefallenen des ersten sowie 28 Gefallenen und zwölf Vermissten des zweiten Weltkrieges. 

In seinem Grußwort beglückwünschte stellvertretender Landrat Anton Gollmitzer den Jubelverein und wies darauf hin, dass vor allem jüngere Generationen über die Auswirkungen der gewaltsamen Begegnungen zwischen Völkern aufgeklärt werden müssten. Die Friedensarbeit sei für eine humanistische Gesellschaft dauerhaft notwendig, und der unbezahlbare Wert einer friedlichen Gesellschaft müsse bewusst gemacht, aber auch vorgelebt werden. Deshalb hätten die Veteranen- und Soldatenvereine weiterhin Bestand und verdienten Anerkennung für ihr gesellschaftspolitisches Engagement, so Gollmitzer weiter.

Breitenthals Bürgermeisterin lobt das Engagement des Vereins

„Unseren Soldaten- und Veteranenverein über 100 Jahre hinweg lebendig zu erhalten, ist eine bemerkenswerte Leistung“, lobte Schirmherrin und Bürgermeisterin Gabriele Wohlhöfler das Engagement der Mitglieder, das Andenken an die Opfer der Kriege nicht nur beim jährlichen Volkstrauertag, sondern auch in verschiedenen Aktivitäten wachzuhalten. Es müsse allen bewusst sein, dass der Friede in unserem Dorf, in unserem Land, in Europa und auf der ganzen Welt nicht selbstverständlich sei.

Zum Erinnerungsfoto anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums traten vor dem Breitenthaler Vereinshaus an: von links: stellvertretender Landrat Anton Gollmitzer; Johann Föhr, Beisitzer; Bürgermeisterin und Schirmherrin Gabriele Wohlhöfler; Schriftführer und Kassierer Georg Bihlmaier; 2. Vorstand Franz Keller; Beisitzer Hermann Jehle; Beisitzer Herbert Keller; Fähnrich Günter Laure mit restaurierter Fahne; Josef Wieser; Fahnenbegleiter Max Rotter; Gottfried Bader; Markus Dietrich und 1. Vorsitzender Bernhard Schiefele.
Bild: Werner Glogger

„Wir sind alle aufgefordert, unseren Beitrag zu leisten, um zu verhindern, dass Streit und Unfrieden überhaupt nicht aufkommen“, mahnte die Bürgermeisterin. Anerkennung und Dank verdiene die würdevolle Pflege der Gedenkstätte auf dem örtlichen Friedhof. Hierfür ehrte der Vorsitzende im Anschluss Petra Egger und Gisela Kleinle. Ehrungen wurden auch verdienten Mitgliedern und Organisatoren mit 2. Vorsitzendem Franz Keller, Fähnrich Günter Laure und Vorstandsmitglied Herbert Keller zuteil, bevor alle Gastvereine mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk bedacht wurden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren