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Deisenhausen

07.01.2019

Bürgermeister Norbert Weiß will einen Generationswechsel

"Was war- was kann sein" war das Motto der Festrede von Bürgermeister Norbert Weiß. Fakt ist, er wird 2020 nicht mehr zur Kommunalwahl antreten.
Bild: Emil Neuhäusler

In Deisenhausen muss ein anderer 2020 für das Bürgermeisteramt kandidieren. Das wurde beim Neujahrsempfang der Gemeinde bekannt. Wie die Bilanz in der Gemeindearbeit aussieht

Der Neujahrsempfang der Gemeinde Deisenhausen in der alten Schule in Deisenhausen, musikalisch umrahmt mit feierlichen Weisen einer kleinen Besetzung des Musikvereins Deisenhausen, war in erster Linie ein Dankeschön der Gemeinde an die Menschen, die sich in den Vereinen und Organisationen ehrenamtlich einbringen. Unter dem Leitsatz „Was war – was kann sein?“ schlug Bürgermeister Norbert Weiß in seiner Festansprache einen großen Bogen von der Weltpolitik zur Gemeindepolitik. Abschließend legte er dar, warum er bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat zur Verfügung stehen werde.

Zunächst verriet Bürgermeister Weiß, was ihn an der gegenwärtigen großen Politik betroffen macht. So meinte er, falls „unsere Vertreter der demokratischen Parteien nicht lernen, ihre Arbeit für das Volk zu machen, sollten Sie sich nicht wundern, wenn die populistischen Parteien noch mehr Zustrom erhalten“.

„Was war“ in der Gemeinde Deisenhausen in den letzten 40 Jahren, fragte dann Bürgermeister Weiß. Er erinnerte an die Gebietsreform, die Errichtung des Kindergartens Mariä Himmelfahrt in Unterbleichen, die Aufnahme des Schulbetriebs in der neuen Grundschule in Deisenhausen vor 20 Jahren, an den Abschluss des innerörtlichen Ausbaus des Hochwasserschutzes im Jahr 2017 und den Baubeginn von fünf Regenrückhaltebecken bei Ottobeuren. Sehr unzufrieden zeigte sich Weiß mit dem Breitbandausbau. Fördergelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro waren 2017 der Gemeinde von Bund und Freistaat zugesagt worden, die dann nicht abgerufen werden konnten, weil der derzeitige DSL-Versorger ganz schnell sein Netz auf eine Leistungskapazität von 20 Mbit Up- und 60 Mbit Download erhöhte und damit die Förderfähigkeit, geltend für Gebiete unter 30 Mbit, zunichte machte. Weiterhin bedauerte Bürgermeister Weiß, dass der ausgearbeitete Energienutzungsplan bei der Bevölkerung nicht den erhofften Anklang gefunden hat.

Kindergartenneubau ist das größte Zukunftsprojekt in Deisenhausen

Was bringt die Zukunft? Als größtes Projekt steht der Neubau eines Kindergartens neben der Grundschule an. Geklärt sind die Fragen der staatlichen Förderung, und der Gemeinderat wird bei seiner nächsten Sitzung über das weitere Vorgehen entscheiden. Auf dem Friedhof in Deisenhausen wird ein Urnen-Gemeinschaftsfeld ausgewiesen. Die im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes ausgearbeiteten Maßnahmen werden Schritt für Schritt angegangen. Anstrengungen zur Revitalisierung der Ortskerne werden fortgeführt. Es stehen Umbau und Sanierung der alten Schule und des Dorfladens an. Das Ziel des Sportvereins, nördlich von Deisenhausen ein neues Sportzentrum zu schaffen, gestaltet sich wegen der momentan hohen Immobilienpreise und der knappen zum Verkauf stehenden Flächen schwierig. Aber die Erfahrung lehre, „irgendwie gehe immer wieder etwas“, machte Bürgermeister Weiß Mut.

Schließlich blickte Bürgermeister Weiß bereits auf die nächste Kommunalwahl 2020. Auch wenn manche sagen würden, er sei doch noch nicht so alt, stehe für ihn der Entschluss fest, die Aufgabe eines ersten Bürgermeisters dann an jüngere Hände weiterzugeben. Das liege garantiert nicht an seiner Erkrankung in diesem Sommer, betonte Weiß, er sehe ganz einfach die Zeit für einen Generationswechsel gekommen. Wie alles im Leben habe auch das schönste, aber auch das nervenaufreibendste Amt in einer Gemeinde mal ein Ende. Getragen und gestärkt von der großen Mehrheit der Bürgerschaft, aber auch von nicht wenigen sprichwörtlich geprügelt und verleumdet, habe er 24 Jahre lang erster Bürgermeister dieser an sich großartigen Gemeinde sein dürfen. Zusammen mit dem Gemeinderat sei viel erreicht worden, zog Weiß Bilanz. Der sich anschließende starke Applaus war eine erste Würdigung des Bürgermeisters, der nach seinem geplanten Abschied 24 Jahre an der Spitze der Gemeinde gestanden sein wird. Mit folgenden Worten brachte es zweiter Bürgermeister Franz Durm auf den Punkt: „Für die Gemeinde lebst du, arbeitest du, die Gemeinde wird dann auf Jahrzehnte Erfahrung verzichten müssen!“

Sich trotz der anstehenden Veränderung nicht zu grämen, sondern freudig und optimistisch in das neue Jahr zu gehen, wünschte Weiß, und er lud zu einem Stehempfang mit der Möglichkeit zu vielen interessanten Gesprächen ein.

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