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Krumbach

18.05.2019

Das Schulzentrum in Krumbach feiert einen runden Geburtstag

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3 Bilder
Das Schulzentrum in der Bauphase. Das Bild entstand im Jahr 1977, Einweihung war im Mai 1979.
Bild: Stadtarchiv Krumbach

Plus Am 23. Mai ist der offizielle Festakt, ein buntes Schul- und Schülerfest folgt. Wie es zum Bau der Schule kam und was jetzt geplant ist.

„Herz Mittelschwabens“ ist eine Bezeichnung der Stadt Krumbach. Ein weiterer beziehungsreicher Beiname des Mittelzentrums nennt sich „Schulstadt Krumbach“. Und eben dieses Prädikat hat vor genau 40 Jahren eine neue Qualität erfahren: Im Süden der Stadt, im Flurgelände der Pfarrerschlucht, also zwischen dem Schwarzlachenberg und der nach Hohenraunau führenden Talstraße, ist nach gut dreijähriger Bauzeit (der erste Spatenstich war am 5. Juni 1975) dann zum 30. August 1978 das „Jahrhundertbauwerk Schulzentrum Krumbach“ fertiggestellt und im Mai 1979 eingeweiht worden. In den kommenden Jahren soll das Schul- und Sportzentrum mit dem Hallenbad bekanntlich grundlegend neu gestaltet werden. Dabei geht es um eine Größenordnung von rund 30 Millionen Euro.

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Weichenstellung für Krumbacher Sportzentrum

Krumbachs Hauptschule und die Staatliche Realschule fanden damit eine neue Heimstatt, Schwimmhalle und Turnhalle sowie Freisportanlagen ergänzen seither den Komplex. Wie gesagt: Das ist nunmehr genau 40 Jahre her – und rückt einen Jubiläumstermin in den Kalender: Für Donnerstag, 23. Mai findet der offizielle Festakt statt, am Wochenende dann ist ein buntes Schul- und Schülerfest angesagt.

Zurück zu den Anfängen des „Jahrhundertbauwerks Schulzentrum Krumbach“: Deren Planungszeit und Neubauphase geht natürlich weit mehr als vier Jahrzehnte und bis ins Jahr 1967 zurück, als ein neues Volksschulgesetz die Forderung formulierte, „dass die Hauptschule soweit als möglich in Jahrgangsklassen mehrzügig zu führen“ sei. Denn damit war so gesehen wiederum die Grundlage der Volksschulreform von 1969 gelegt, die im Hauptschul-Bereich die Zentralisierung im Fokus hatte.

Basierend auf der Gesetzesvorlage sah die diesbezügliche Rechtsverordnung der Regierung von Schwaben speziell für den Krumbacher Bereich die Bildung eines Schulsprengels unter Einbindung von 20 Gemeinden vor, der ab August 1971 gar auf 27 Gemeinden erweitert wurde.

In dieser durch die staatliche Schulorganisation herbeigeführten Situation war es für den Stadtrat klar, dass das besehende Volksschulgebäude an der Bahnhofstraße beim Stadtgarten den räumlichen Anforderungen einer Hauptschule dieses geforderten Zuschnitts nicht mehr entsprechen konnte. Der Krumbacher Stadtrat reagierte mit Blick nach vorn und fasste im März 1969 den zunächst allgemein gehaltenen Grundsatzbeschluss, „ein neues Schulgebäude mit den dazu gehörenden Räumen für den Turn- und Sportunterricht zu bauen“. Konkreter war bereit die Forderung des Staatlichen Schulamtes von Ende 1969, „den Neubau einer Hauptschule mit den erforderlichen Sportstätten innerhalb der nächsten drei Jahre (1970 bis 1972) durchzuführen“.

Das war insofern verständlich, weil die Verlagerung von Hauptschulklassen auf zwölf verschiedene Orte sowohl organisatorisch als auch pädagogisch mehr als ungünstig erschien. Der Neubau einer Hauptschule konnte dabei nicht isoliert geplant werden; vielmehr war es notwendig, im Benehmen mit dem Landkreis ein Raum-Konzept für alle in Krumbach vorhandenen Schulen zu erarbeiten. Erfreulicherweise brachte diese Verhandlung das Ergebnis, dass der Landkreis Günzburg die Zusage gab, sich mit einem beachtlichen Zuschuss am Neubau der Staatlichen Realschule und der gemeinsam zu nutzenden Sportanlagen zu beteiligen.

Die Suche nach einem Standort in Krumbach

Vor dem Eintritt in die Planungsphase war es notwendig, den Standort für das neue Schulzentrum festzulegen. In längeren, zeitaufwendigen und eingehend geführten Diskussionen wurde von den zunächst vorgesehen vier Varianten noch zwei Standorte in die engere Wahl gezogen: Standort I (westlich des Waldsportplatzes) und Standort II (südlich des Baugebietes „Pfarrerschlucht“). Für eben diese Variante hat sich der Stadtrat dann per Beschluss vom 15. April 1972 entschieden. Damit war der Weg frei zur überregionalen Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs mit dem Ergebnis, dass dem Ottobeurer Architekten-Ehepaar Max und Margot Lorenz den Zuschlag zur Planung des Schul- und Sportzentrums Krumbach (SSK) erhielt.

Mit dem dann entstandenen Großprojekt der Stadt Krumbach ist es letztlich gelungen, die Grundzüge der ursprünglichen Aufgabenstellung zu verwirklichen: die Ausschöpfung aller Möglichkeiten einer räumlichen und organisatorisch guten Verbindung der einzelnen Schulen (Stichwort „Kooperative Schulform“) und der Sportanlagen in Form von Dreifach-Turnhalle und Hallenbad. Schülern und Lehrern stand damit eine nach modernsten pädagogischen und technischen Gesichtspunkten gestaltete Schulanlage („variabel und anpassungsfähig“) zur Verfügung. Das Bauprojekt selbst fügt sich dank einer empfindsamen Formgebung in die umgebende Landschaft ein und lässt in einer Vielzahl angegliederten Schulhöfe, Pausenhallen und (mit Baldachinen überspannten) Verbindungswege die weite der Anlage wie auch die enormen Schülerzahlen vergessen.

Ein weiterer Meilenstein für die Schulstadt Krumbach

In der Schulstadt Krumbach war mit Vollendung des Bauwerks eine „neue Epoche für die Bildung und Erziehung angebrochen“, wie es die Festredner bei der Einweihung damals vor vierzig Jahren übereinstimmend formulierten.

Über das runde Schuljubiläum hinaus bleibt die Rede vom „Jahrhundertprojekt Schulzentrum Krumbach“ von (zeitloser) aktueller Bedeutung: Seit Jahren – und wohl noch einige Jahre in die Zukunft gerechnet, ist Neugestaltung des Schul- und Sportzentrums einschließlich Neubau von Mehrzweckhalle und Hallenbad Thema im Stadtrat und „ein dicker Brocken“ im Haushaltsplan der Schulstadt Krumbach.

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