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Landkreis Günzburg

05.01.2019

Der Feldsperling ist bislang die Nummer eins im Kreis Günzburg

Der Feldsperrling ist bislang unter dem Vögeln im Kreis Günzburg zahlenmäßig die „Nummer eins“.
Bild: LBV/Peter Lenk

An diesem Wochenende kann jeder Teil einer wissenschaftlichen Studie werden und Vögel zählen. Warum jetzt auch der Star eine Rolle spielt.

An diesem Wochenende kann jeder Teil einer großen naturwissenschaftlichen Studie werden. Denn bis Sonntag findet die Aktion „Stunde der Wintervögel“ statt. Bei dieser ist jeder aufgefordert, an einem beliebigen Ort, 60 Minuten lang Vögel zu beobachten und zu zählen. Ziel ist es, herauszufinden wie viele von einer Vogelart an gewählter Stelle maximal zu finden sind. Bei der Zuordnung hilft das kleine Lexikon auf der Internetseite des Landesverbandes für Vogelschutz. Dessen Kreisgruppe in Günzburg wird von Stefan Böhm geleitet. „8000 Vögel wurden im vergangenen Jahr im Landkreis erfasst“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Bestände seien durchschnittlich. Gerade die fünf häufigsten Arten blieben in ihrer Anzahl in etwa konstant. In absteigender Reihenfolge sind das: der Feldsperling, der Hausperling, die Kohlmeise, die Blaumeise und die Amsel. „Der Feldsperling hat die Kohlmeise auf Platz eins verdrängt“, erzählt Böhm.

Doch aus dieser Tatsache lässt sich nicht allzu viel schlussfolgern. Schließlich sind die Erhebungen nicht repräsentativ. Erst wenn sich derartiges in den Folgejahren bestätigt, kann man einen Trend festmachen. Laut Böhm geht es nur um Tendenzen. Allerdings ist die Studie umso aussagekräftiger, je mehr Menschen sich daran beteiligen. 260 Leute aus dem Landkreis haben 2018 mitgemacht. Bayernweit waren es etwa 32000. Im Freistaat findet die Zählung zum 14. Mal statt.

Nach und nach wurde das Forschungsfeld ausgeweitet. Mittlerweile beteiligt sich ganz Deutschland und andere europäische Staaten. England, Irland, Niederlande, Österreich und Tschechien sind dabei. Böhm wünscht sich für den Günzburger Landkreis dieses Mal mehr als 300 Teilnehmer. Gerade für Kinder hält er das Projekt für eine pädagogische wertvolle Übung. „Viele Schüler kennen kaum noch bekannte Vogelarten aus der Region. Da ist es für Familien sinnvoll, sich eine Stunde zu nehmen, um die Vogelvielfalt in der unmittelbaren Umgebung zu entdecken.“

Das Verhalten der Menschen ist sehr wichtig

Damit wird die Aktion ihrem Anspruch gerecht, für die Situation der Vögel zu sensibilisieren. Diese verändert sich durch das Verhalten der Menschen. Böhm weist auf die zunehmende Bodenversiegelung und Rasenmähroboter hin. Dadurch würden viele Insekten verschwinden. Die Vögel verlieren ihre Lebensgrundlage und sind mehr auf Futter von Menschen angewiesen. Der Klimawandel sorgt dafür, dass weniger Tiere in den Süden fliegen. So spielt bei den Zählungen im Winter der Star eine Rolle. Diese Art hält sich zu der Jahreszeit üblicherweise im Mittelmeerraum auf. Veränderungen lassen sich im Vergleich zu den Studien, die jedes Jahr im Mai erhoben werden, feststellen. Böhm ist gespannt, was mit Blick auf die seltenen Vögel die Zählungen dieses Jahr ergeben.

Wer mitmachen möchte, findet nähere Infos www.stunde-der-wintervoegel.de. Bis zum 15. Januar kann man dort seine Ergebnisse einreichen.

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