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Breitenthal

20.09.2019

Der letzte Überlebende des Krieges mahnt zum Frieden

Alois Zanker sen., ist der letzte noch lebende Kriegsveteran im Veteranen- und Soldatenverein Breitenthal. Unser Bild zeigt ihn vor dem Kriegerdenkmal mit den Namen von 24 Gefallenen des ersten sowie 28 Gefallenen und zwölf Vermissten des zweiten Weltkrieges. 
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Alois Zanker sen., ist der letzte noch lebende Kriegsveteran im Veteranen- und Soldatenverein Breitenthal. Unser Bild zeigt ihn vor dem Kriegerdenkmal mit den Namen von 24 Gefallenen des ersten sowie 28 Gefallenen und zwölf Vermissten des zweiten Weltkrieges. 

Alois Zanker ist der letzte Überlebende des Krieges in Breitenthal. Zum 100. Jubiläum des Veteranen- und Soldatenvereins wird das Andenken daran wach gehalten.

Alois Zanker sen. hat Mühe, die paar Meter vom Eingang des Friedhofs in Breitenthal zum Heldengrab zurückzulegen. Dort angekommen zeigt der 90-Jährige dann auf die dort verewigten Namen der Gefallenen und Vermissten. „Wir müssen alles tun, dass es keinen Krieg mehr gibt“, sagt er. Viele Erinnerungen kommen in ihm hoch. Im Gegensatz zu vielen anderen Soldaten hat er die Schrecken des zweiten Weltkriegs nur noch in der Endphase erlebt. Und er hat überlebt. Heute ist Alois Zanker der einzige Kriegsveteran im Veteranen- und Soldatenverein Breitenthal. Dieser feiert am Sonntag, 22. September, mit umfangreichem Programm das 100-jährige Vereinsjubiläum.

Ohne Sanitätsausbildung schwer verletzte Soldaten transportieren

Wenn Alois Zanker, der im Jahr 1953 nach Breitenthal-Oberried geheiratet hat, an die Kriegszeit zurückdenkt, dann bleibt ihm oft nur Kopfschütteln darüber, wie er als 16-Jähriger mit Gleichaltrigen aus seiner damaligen Heimatgemeinde Zaiertshofen zur „Erstausbildung“ nach Oberstdorf eingezogen wurde und unter Todesandrohung den Fahneneid schwören musste. Die Front blieb ihm zwar erspart, doch was er erlebte, lässt ihn heut noch schaudern. Ohne jegliche Sanitätsausbildung mussten die jungen Burschen schwer verletzte Soldaten, die in mit Stroh eingestreuten Waggons und teils nur spärlich bekleidet, am Bahnhof ankamen, in die verschiedenen Lazarette bei Oberstdorf, wie etwa das Nebelhorn-Lazarett, transportieren.

Weihe der restaurierten Fahne im Jahr 1988 bei welcher der Veteranenverein Nattenhausen der Patenverein war. Unser Bild zeigt von links die Fahnenjungfrauen sowie die Vertreter der beiden Vereine: Johann Pfaff, Pius Kohler, Elfriede Deutschenbaur, Birgit Wauthier, Josef Lutz, Johanna Föhr, Pius Burghard, Bernhilde Spaun, Katja Schöttner, Hans Würfel, Monika Spaun, Petra Schöttner, Bruno Deddner, Regine Thoma, Johann Spaun, Josef Ungelehrt und Xaver Blösch.
Bild: Sammlung Veteranenverein

Beispiele dieser Art brachte der Krieg genügend hervor. Grund genug, das Andenken an die Opfer der Kriege wach zu halten. Landrat Hubert Hafner zum Beispiel schreibt in seinem Grußwort in der Festschrift, die der Veteranenverein zu seinem Jubiläum herausgebracht hat, folgendes: „Nur, wenn wir uns dieses schreckliche Kapitel unserer Geschichte vergegenwärtigen, können wir diese Fehler in Zukunft vermeiden.“ Bernhard Schiefele, der seit 2012 erster Vorstand des Vereins ist, unterstreicht dies mit den Worten: „Mit der Segnung der renovierten Vereinsfahne würdigen wir unsere 100-jährige Vereinsgeschichte. Gleichzeitig bringen wir zum Ausdruck, dass wir auch in Zukunft unsere Fahne hochhalten.

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Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg gründeten den Breitenthaler Verein

Möge uns die gesegnete Fahne helfen, das Andenken an die Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen zu bewahren. Wir werden sie bei Kirchenfesten und Vereinsfeierlichkeiten als Zeichen der Kameradschaft präsentieren und sie als letzten Gruß über das Grab senken, wenn Kameraden von uns gehen.“ Der Veteranen- und Soldatenverein wurde am 27. April 1919 gegründet. 32 Personen, vorwiegend aus dem ersten Weltkrieg zurückgekehrte Soldaten waren bei der Gründungsversammlung anwesend, bei der Käsereibesitzer Lorenz Stuber zum ersten Vorstand gewählt wurde. Durch dessen Bemühen konnte noch im selben Jahr aus freiwilligen Spenden eine neue und am 5. Oktober 1919 geweihte Fahne angeschafft werden. Bewegend war das Jahr 1935 für den Verein: Aus- und späterer Wiedereintritt in den Kyffhäuserbund (Deutscher Soldatenbund), dazwischen Auflösung des Vereins und angedachter eventueller Beitritt zur Sturmabteilung der Reserve (S.A.R. II). Im April 1937 wurde die letzte protokollierte Generalversammlung des Krieger- und Soldatenvereins vor dem zweiten Weltkrieg abgehalten und seitdem auch keine Aktivitäten mehr protokolliert.

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Am 22. Juli 1951 wurde dann auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Joseph Schiller der Veteranenverein Breitenthal wiedergegründet. Zur Gründungsversammlung waren 32 Kriegsteilnehmer erschienen. Es wurde ein jährlicher Beitrag von einer Mark festgesetzt. Seit dieser Zeit erfüllt er seine zum Ziel gesetzten Pflichten weiter. Zum 1. Vorstand wurde Pius Burghard gewählt. Mit einem Festabend wurde im Jahr 1988 das 70-jährige Vereinsjubiläum gefeiert und bei einem Gottesdienst in Anwesenheit von 27 Vereinen die restaurierte Fahne geweiht. Ein weiterer Markstein in der Geschichte folgte im Jahr 2010 . Durch die Ausstattung der Fahnenabordnung mit neuen Vereinsuniformen und die Einführung eines neuen Wappens wurde die Präsentation des Vereins in der Öffentlichkeit wieder aufgefrischt. „All diese vielen Jahre waren geprägt von der Pflege guter Kameradschaft.

Veteranenverein Breitenthal zählt 68 Mitglieder

Weitere Hauptaufgaben waren insbesondere die alljährliche Ehrung am Kriegerdenkmal beim Volkstrauertag sowie die Erweisung der letzten Ehre bei den Beerdigungen unserer verstorbenen Mitglieder“ betont der heutige Vorstand Bernhard Schiefele. Der Veteranen-und Soldatenverein habe sich an unzähligen Veranstaltungen, Wallfahrten und Kirchprozessionen mit seiner Fahnenabordnung beteiligt und regelmäßig die Sammlung für den Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge in Breitenthal und Oberried durchgeführt. Der Veteranen-und Soldatenverein Breitenthal zählt zurzeit 68 Mitglieder. Die meisten davon waren Wehrpflichtige in der Bundeswehr. Somit besteht der Verein überwiegend aus Veteranen, aktuell gehört kein aktiver Soldat dem Verein an. Letzter Kriegsveteran aus dem 2. Weltkrieg ist Alois Zanker sen.

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