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Mindelzell

24.09.2019

Der unerfüllte Traum von einer Weltkarriere

Letzter Freiluft-Abend 2019 im Amphitheater zu Mindelzell: Cornelia Corba und die Ural-Kosaken machen Leben und Musik von „Alexandra“ erlebbar.
Bild: Dr. Heinrich Lindenmayr

Wie Cornelia Corba und die Ural-Kosaken dem Phänomen „Alexandra“ nachspürten.

Ein Satz war besonders aussagestark an diesem Konzertabend zum Gedenken an die Sängerin „Alexandra“ im Amphitheater Mindelzell. Die Künstlerin war nach Rio de Janeiro zu einem Song-Wettbewerb eingeladen worden und schrieb ihrer Mutter: „Mein Beitrag „Illusionen“ hatte keine Chance, in Südamerika mag man keine Melancholie.“ Alexandra träumte von einer internationalen Karriere als Sängerin, erlebte aber Rückschläge und war geplagt von Selbstzweifeln. Sie teilt das Schicksal von vielen Künstlern, dass der große Erfolg sich erst nach ihrem Tod einstellte. Illusionen, Träume, Sehnsüchte hatten in ihrem Leben einen großen Stellenwert.

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Viele Menschen waren beim Alexandra-Gedenkkonzert zum ersten Mal in Mindelzell

Und in der Tat, das eigentliche Erfolgsrezept ihrer Kunst war die Melange zwischen Melodie und Melancholie, der sie mit ihrer tiefen, gehaltvollen Stimme einen unvergleichlichen Ausdruck zu verleihen wusste.

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Eine Mindelzeller Begegnung mit Alexandra

Gut besucht war beim Alexandra-Gedenkkonzert das Amphitheater in Mindelzell, viele Besucher waren zum ersten Mal hier. Es handelte sich um ein überwiegend älteres Publikum, die meisten hatten die Karriere der Sängerin in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts als junge Menschen mitverfolgt. Sie bekamen viel an diesem Abend: Die Münchner Sängerin und Schauspielerin Cornelia Corba sang, las und erzählte. Vor allem die Briefe an die Mutter vermittelten ein anrührendes Bild der Lebensstationen, der Windungen des Schicksals und der damit verbundenen Gefühle von Alexandra. Überzeugend wirkte die schauspielerische Einfühlung in den Charakter der Künstlerin, das Mitleiden in den Wechselbädern der Stimmungen und Emotionen und verdienstvoll ist gewiss das Bemühen, die von den vielen Alexandra-Fans so geliebte Stimme wieder live erlebbar zu machen.

Sänger der Ural-Kosaken reisten extra früher aus dem Urlaub nach Mindelzell

Im Memelland, direkt an der Ostgrenze des wilhelminischen Kaiserreiches gelegen, war Alexandra 1942 zur Welt gekommen. Mit der Nähe zu Russland kokettierte sie gerne. Sie gab sich in Frankreich als Russin aus, ging mit Hazy Osterwald auf Russlandtournee und viele ihrer Musiktitel beziehen sich auf die unendlichen, Schwermut begünstigenden Weiten im Osten. Insofern sind die mit Cornelia Corba auftretenden Ural-Kosaken geradezu ein natürlicher Verbündeter für Alexandra. Eigens etwas früher aus ihrem Urlaub seien die sechs Sänger nach Mindelzell angereist, erzählte Gastgeber Engelbert Schmid.

Es sind wunderbare Stimmen, jeder in diesem Chor ist ein exzellenter Einzelkönner. Aber sie kontrollieren sich perfekt, Klang und Harmonie haben immer Vorrang. Sie verschmelzen beim Gesang das Volkstümliche und das Künstlerische. Sie beherrschen das Feurige, die volle Wucht und das äußerst Subtile. Sie machen mit Tempo und Rhythmus, was sie wollen, Tempo- und Taktwechsel wirken so natürlich, als könnte es anders gar nicht sein. Was am meisten erstaunt, ist der Stimmumfang. Diese Sänger bewegen sich auch ein oder zwei Oktaven über ihrer angestammten Stimmlage sicher und mühelos. Zwischen Schwermut und Euphorie oszillierte das Leben von Alexandra. Die Ural-Kosaken praktizieren die absolut passende Musik hierfür.

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