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Ellzee-HAusen

26.11.2018

Die Hausener fragen ihren Bürgermeister viel

Spielplatz und alte Schule (Gebäude links) waren Themen der Bürgerversammlung in Hausen.
Bild: Emil Neuhäusler

Was mit der alten Schule passiert, interessierte alle bei der Bürgerversammlung. Auch Verkehrsthemen standen im Fokus.

35 Bürgerinnen und Bürger, eine hohe Prozentzahl bei nur knapp 170 Einwohnern, wie Bürgermeister Karl Schlosser erfreut anmerkte, besuchten die Bürgerversammlung im Gasthaus Schnitzler in Hausen. Kritisch, aber sachlich wurden ortsspezifische Probleme vorgetragen und beleuchtet.

Neben statistischen Zahlen zu Bevölkerungsentwicklung und Haushalt ging Bürgermeister Schlosser in seinem Rechenschaftsbericht auf die Situation der Wasserversorgung in der Gemeinde ein. Er eröffnete, dass im Frühjahr im Bereich des Wasserzweckverbandes Wiesenbachgruppe, von der die Ortsteile Hausen und Stoffenried das Wasser beziehen, im Zuge der Neukalkulation der Gebühren eine „vernünftige Bestandsaufnahme“ der Grundstücksflächen und Geschossflächen vorgenommen wird. Schlosser geht davon aus, dass bei der sich anschließenden Neukalkulation ein höherer Preis bei den Erschließungsbeiträgen und vermutlich auch bei den Gebühren anfällt. Ein Grundstücksanschluss, der früher 3000 bis 4000 Euro gekostet habe, komme heute auf bis zu 10 000 Euro, rechnete der Bürgermeister vor. Noch nicht entschieden sei, führte Bürgermeister Schlosser aus, ob sich die Wiesenbachgruppe von der Wasserversorgung Rauher-Berg-Gruppe mit Sitz in Pfaffenhofen an der Roth, die für die Wiesenbachgruppe die Wasserspeicherung übernimmt, lossagt und zusammen mit der Wasserversorgung Günztalgruppe die Selbstständigkeit sucht. Denn vom Wasserpreis von 0,54 Euro werden 0,27 Euro an die Rauher-Berg-Gruppe weitergegeben, was zu hoch erscheint. Da bei einem Weg in die Selbstständigkeit rund 1,3 Millionen Euro für Druckbehälter, Drucksteigerung und Hochbehälter anfallen würden, muss zuerst eine Kalkulation her, ob der Verbleib im alten Verbundsystem nicht doch günstiger kommt. Da diese Kalkulation auf die Schnelle nicht zu bekommen ist, geht Schlosser davon aus, dass eine Entscheidung erst nach der nächsten Kommunalwahl kommen werde.

Den Anfang beim Tagesordnungspunkt „Der Bürger hat das Wort“ machte Bürgermeister Schlosser selbst. Er entschuldigte sich bei den Landwirten über ein Missgeschick beim Abgrätern von Feldwegen. Da wurden nämlich durch Unachtsamkeit des Geräteführers Steine in anliegende Felder geschleudert. Auch wenn Bürgermeister Schlosser bisher schon viele gute Erfahrungen mit der Arbeit des Maschinenrings gemacht hatte, hier war er nicht zufrieden.

Das Navi leitet viele Auswärtige ins Oberdorf

Der Verkehr auf der Straße „Im Oberdorf“, wurde dann beklagt, nehme immer mehr zu, weil neben heimischen Autofahrern inzwischen auch viele Auswärtige, wohl von ihrem Navi dorthin geleitet, den für den allgemeinen Verkehr gesperrten Radweg in Richtung Süden benützen würden. Es wurde unter anderem vorgeschlagen, die Navi-Firmen aufzufordern, diesen Weg als „gesperrt“ zu führen oder bauliche Maßnahmen wie das Anbringen von großen Steinen vorzunehmen. Bürgermeister Schlosser ergänzte Bezug nehmend auf die allgemeine Verkehrssituation in der Gemeinde, dass vielleicht schon bald zwei Verkehrsdisplays angeschafft würden, um vor allem die Ortseinfahrten noch besser beruhigen zu können. Gerügt wurde an dieser Stelle auch ein nicht namentlich genannter Mit-bürger, der sein Auto ständig auf der Straße parke, wodurch schon öfters Gefahrensituationen entstanden seien.

„Was passiert mit der alten Schule?“, fragte ein weiterer Bürger nach. Bürgermeister Schlosser er-klärte, dass das Gebäude momentan leer stehe, jedoch über eine weitere Verwendung in dieser Legislaturperiode des Gemeinderates nicht mehr entschieden werde. Schlosser könne sich vorstellen, dass dort ein Raum für Vereine und Bürger entsteht.

Geklagt wurde über zwei Stellen im Ortsteil, wo vermehrt Abfälle abgelagert werden. Das Anbringen von Verbotstafeln wurde angeregt. Aufgefallen ist weiterhin, dass den Hausener Bach ein Biber immer wieder mit Dämmen aufstaue.

Mehr Toleranz wurde einem Bürger empfohlen, der sich nach dem Grillfest der Freiwilligen Feuerwehr Hausen auf dem Spielplatz des Ortes über Rauchgeruch in seiner Wohnung beschwert hatte. Einmal im Jahr sei das schon zuzumuten, meinten Versammlungsteilnehmer. Sie wiesen darauf hin, dass es in einer Dorfgemeinschaft immer wieder zu Situationen komme, wo ein Einzelner zugunsten der Allgemeinheit ein bisschen zurückstecken müsse, und schließlich wohne man ja auf dem Land.

Umstritten ist offenbar die Absicht der Gemeinde, in Ellzee ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. „Macht das einen Sinn?“, wurde gefragt. Man sollte das Gebäude dahin bauen, wo alle drei Ortsteile etwas davon hätten. Nur wenn man die Feuerwehr zentralisiere, werde sie schlagkräftig und einsatzfähig. Bürgermeister Schlosser bekam als Hausaufgabe mit, abzuklären, ob zu diesem Thema eine Bürgerbefragung durchgeführt werden könne.

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