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Versammlung

21.04.2016

Die Sudeten sind sich uneins

Keine Einigkeit in der Führung der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Bezirksgruppe Schwaben: (im Bild) Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber (2. von links) und dessen Stellvertreter Edmund Schiefer (rechts daneben).
Bild: Peter Wieser

Stellvertreter der Bezirksgruppe Schwaben der Sudetendeutschen Landsmannschaft Edmund Schiefer fordert den Rücktritt von Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber

70 Jahre nach der Vertreibung sei es die Pflicht, diese nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, betonte Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber bei der Frühjahrs-Bezirksversammlung am Samstag im Gasthof Munding in Krumbach. Es dürfe nicht heißen, die Vergangenheit interessiere nicht mehr. Zuvor hatte Schatzmeister Adolf Bier mit dem Stück „Heimat“ von Hoffmann von Fallersleben auf der Trompete das Totengedenken umrahmt.

Was jedoch feierlich begonnen hatte, sollte im Laufe der Versammlung eine überraschende Wende mit sich bringen. Zunächst hatte Vogt-Gruber noch den Beschluss der Beitragserhöhung um zwei mal sechs Euro, von 20 auf 26, und anschließend auf 32 Euro bemängelt. Er befürchte das Eintreten von Austritten in höherer Zahl. Dann folgte die Überraschung: Hintergrund ist das Positionieren der Bundesversammlung zu einer Änderung der Satzung, bisher das Durchsetzen des Rechtsanspruchs auf die Heimat und auf deren Wiedergewinnung. Für die Änderung wurden bei der Abstimmung anstatt der erforderlichen Mehrheit von 75 nur knapp 72 Prozent erreicht. Vogt-Grubers Stellvertreter Edmund Schiefer kritisierte dessen Verhalten bei der Versammlung aufs Höchste und ging sogar so weit, indem er dessen Rücktritt forderte, ihn sogar als rechtslastig bezeichnete. Es könne nicht sein, dass eine Handvoll komme und Krawall mache, so Schiefer. Man müsse Mehrheitsentscheidungen respektieren.

Er habe sich nie in solcher Weise geäußert, sprach Vogt-Gruber dem entgegen, nach wie vor sei die alte Satzung gültig, entgegnete er der Frage, welche denn nun Gültigkeit habe. Felix Vogt-Gruber, der nach vierjähriger Amtszeit im Herbst vergangenen Jahres erneut zum Bezirksobmann wiedergewählt wurde, erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung: „Man sollte sich an den Tisch setzen und zu den Benes-Dekreten Lösungen finden.“ Auch wenn nur ein geringer Prozentsatz wieder zurück in die Heimat wolle. In einer Demokratie solle jeder zu Wort kommen. Jeder, der die Satzungsänderung nicht mittrage, schwimme in der rechten Ecke, hieß es von der einen Seite. Von der anderen dagegen wurde die Meinung vertreten: „Es sollte vom tschechischen Parlament eine Entschuldigung eingefordert werden. Auch wenn die Ansichten innerhalb der Vorstände aus den Kreisgruppen sehr gespalten waren: Letztendlich war stellenweise von einem Kindergarten die Rede. Wie es aus den Berichten der Kreisgruppen hervorging, sei man trotz teilweise sinkender Mitgliederzahlen zufrieden. Neben dem Aufrechterhalten der Kontakte zu alten und pflegebedürftigen Landsleuten gebe es viele Aktivitäten, wie gemeinsame Ausflüge, Muttertags- und Adventsfeiern. In verschiedenen Kreisgruppen, darunter auch in Günzburg und Krumbach werden Fahrten zum Sudetendeutschen Tag am 14. und 15. Mai in Nürnberg organisiert. Weiter informierte Felix Vogt-Gruber zum sudetendeutschen Museum in München. Der Umbau sei in vollem Gange, 2018 solle die Fertigstellung erfolgen. (wpet)

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